100 Euro jährlich für jeden Hund
Waldkraiburg sucht steuerflüchtige Hundebesitzer: Wie viele sind schon gemeldet?
Nur die ehrlichen Hundebesitzer zahlen Steuern: Waldkraiburg will das jetzt ändern und kontrolliert nach. Die Hunde-Bestandsaufnahme läuft derzeit zwar noch, aber erste Zahlen liegen bereits vor.
Waldkraiburg – Eine Frage der Gerechtigkeit: Damit nicht nur die ehrlichen Hundebesitzer 100 Euro jährlich Hundesteuer zahlen, sucht die Stadt seit Ende März nach steuerflüchtigen Vierbeinern. Seitdem sind Kontrolleure in der Stadt unterwegs, um die Bewohner der 11.000 Haushalten nach Hunden abzufragen. Eine Aktion, von der sich die Stadt schon im Vorfeld Erfolg versprach. Tut es das? Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) legte im Stadtrat einen kurzen Zwischenbericht vor.
Zum Jahresende waren in der Stadt 1130 Hunde gemeldet, mit rund 137 nicht-gemeldeten Hunde hatte die Verwaltung bei den Diskussionen zu einer höheren Hundesteuer kalkuliert. Eine solche hatten Waldkraiburgs Stadträte in unterschiedlichen Varianten diskutiert. Knackpunkt war dabei stets, dass Waldkraiburg mit 100 Euro den höchsten Hebesatz im Landkreis hat und eine höhere Hundesteuer allein die ehrlichen Besitzer trifft.
Fehlende Gerechtigkeit kritisiert
Die fehlende Gerechtigkeit war Auslöser für eine Hundebestandsaufnahme. Nur unter dieser Voraussetzung hatte nämlich der Finanzausschuss nach einem ersten Patt die Diskussionen dazu wieder aufgenommen, der Stadtrat hatte aber einer Erhöhung schlussendlich knapp nicht zugestimmt. Die Hundebestandsaufnahme lässt die Stadt aber trotzdem durchführen.
„Bislang wurden 132 Hunde neu angemeldet“, informierte Bürgermeister Robert Pötzsch den Stadtrat. Davon wurden 98 Hunde neu für 2025 angemeldet, bei elf Hunden wird rückwirkend ab 2022 die Hundesteuer fällig, bei vier Hunden rückwirkend ab 2023 und 19 Hunden rückwirkend ab 2024. Insgesamt gibt es sogar 143 Anmeldungen, bei elf davon sind noch Rückfragen offen beziehungsweise sind noch nicht fertig bearbeitet.
Mit den 143 Anmeldungen übertrifft die Hundebestandsaufnahme bereits die Zahl, mit der die Verwaltung kalkuliert hatte. Außerdem gibt es noch eine Liste mit unklaren Fällen. Zum Beispiel, weil ein Hund gebellt hat, aber niemand die Haustür geöffnet hat oder es einen entsprechenden Hinweis von Nachbarn gibt. Diese unklaren Fälle sollen nach Ende der Hundebestandsaufnahme abgearbeitet werden, teilt die Stadt auf Nachfrage mit.
Bis zum Juni soll die Hundebestandsaufnahme noch weiter laufen.