Beschlüsse im Ferienausschuss
Kein Geld in der Kasse, aber Waldkraiburg will Zukunft des Waldbads sichern – Klappt der Plan?
Kindergarten, Waldbad, THW – mit kreativen Lösungen und Hilfe von außen geht es in Waldkraiburg trotz der Finanzknappheit voran. Kann so die Zukunft des Waldbads gesichert werden?
Waldkraiburg – Die Kassen der Stadt Waldkraiburg sind leer. Das heißt aber nicht, dass nichts mehr vorangeht. Das zeigte die Sitzung im Ferienausschuss. Da standen Zuschüsse für die evangelische Käthe-Luther Kindertagesstätte, das THW und das Waldbad auf der Tagesordnung. Bei letzterem ging es dabei sogar darum, mit einem Beschluss den Minimalbetrieb des Waldbades für acht Jahre offiziell festzuschreiben – ohne die Stadtkasse zu belasten.
Seit 24. Mai ist das Waldbad im Minimalbetrieb wieder eröffnet – dank des Fördervereins Waldbad Waldkraiburg. Um den Minimalbetrieb aufrechtzuerhalten, muss vor allem in die Badewassertechnik der beiden Sportbecken investiert werden. Rund 220.000 Euro braucht es dafür. Geld, das weder die Stadt noch der Förderverein haben – allerdings der Freistaat Bayern. Der hat auf Initiative der CSU-Landtagsfraktion und des Landtagsabgeordneten Sascha Schnürer im Nachtragshaushalt 2025 zusätzlich 350.000 Euro für die Sanierung von Schwimmbädern bereitgestellt; davon sollen 200.000 Euro nach Waldkraiburg fließen.
Drei Hürden sind zu überspringen
Vor dem Geldsegen müssen aber ein paar Hürden überwunden werden: Die Fördergelder müssen bis zum 31. Dezember beantragt werden. Das ist kein Problem.
Hürde Nummer zwei: Zehn Prozent – rund 20.000 Euro – muss der Antragsteller selber beisteuern. „Die können nicht von uns oder von den Stadtwerken kommen“, betonte Bürgermeister Robert Pötzsch im Ferienausschuss. Der Förderverein habe aber bereits zugesagt, diesen Betrag zu übernehmen.
Bindungsfrist reduziert – Minimalbetrieb gesichert
Bleibt Hürde Nummer drei: die Bindungsfrist. Die liegt normalerweis bei 20 und mehr Jahren. Wenn die Fördergelder fließen, müsste das Waldbad so lange weiterlaufen, sonst muss das Geld zurückgezahlt werden.
Auch diese Hürde wurde inzwischen genommen. Die Regierung von Oberbayern habe mündlich zugesagt, „dass die Bindungsfrist auf acht Jahre reduziert wird“, erklärte Pötzsch. „Das ist für uns eine zwingende Voraussetzung.“
Und so beschlossen die Stadträte im Ferienausschuss einstimmig, den Förderantrag zu stellen und damit: das Waldbad acht Jahre weiterlaufen zu lassen.
„Wir setzen 20.000 Euro ein und bekommen dafür 200.000 Euro. Das ist sinnvoll und zielführend“, meinte Richard Fischer (SPD). „So können wir auch in Zukunft unser Waldbad aufrechterhalten.“
Fischer und Stephanie Pollmann (CSU) bedankten sich bei allen Beteiligten. „Ein Dank geht auch an den Förderverein“, sagte Pollmann. „Sie halten sich an alles, was sie uns versprochen haben. Die acht Jahre geben Sicherheit. Das ist ein sehr schönes Zeichen an die Bürger.“
Neue Außenanlage für evangelische Kita
Zuvor hatten die Stadträte schon einstimmig beschlossen, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde 83.000 Euro für die neue Außenanlage der Käthe-Luther-Kindertagesstätte zu überweisen. Dabei handelt es sich um Fördermittel der Regierung von Oberbayern, die die Stadt für die evangelische Kirche beantragt hatte.
Wegen des Umbaus einer Kindergartengruppe in eine Kinderkrippe musste auch die Außenanlage neu gestaltet wird. Kostenpunkt rund 150.000 Euro. Dafür beantragte die Stadt im Mai 2023 bei der Regierung Fördergelder und hat 83.000 Euro erhalten. Diese werden jetzt an die Kirche weitergereicht, die restlichen 67.000 Euro zahlt die Kirche aus eigenen Rücklagen.
Charlotte Konrad (CSU) dankte der evangelischen Kirche, dass sie hier auch „so flexibel“ war: „Das ist nicht selbstverständlich. Der Garten ist sehr wichtig.“
Geld für THW
Beim Antrag des THW Fördervereins Mühldorf nahmen die Stadträte dann eigenes Geld in die Hand. Der Verein möchte für die Erweiterung des Abrollbehälterkonzepts einen Zuschuss von 1000 Euro.
Eigentlich hatte die Stadträte im Juli erst beschlossen, Förderanträge bis zum Jahresende zurückzustellen: für den THW machten sie aber eine Ausnahme. „Das ist eine notwendige Sache“, begründete Bürgermeister Pötzsch diese Entscheidung. Das System diene der Gefahrenabwehr. Waldkraiburg hat das Abrollbehälterkonzept seit bereits mit insgesamt 8500 Euro gefördert. „Es ist es absolut sinnvoll, dass wir diese Unterstützung gewähren“, erklärte Pötzsch. Ohne Diskussionen beschlossen die Ausschussmitglieder einstimmig, die 1000 Euro im Haushaltsplan 2026 bereitzustellen.