Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Verhandlung unter anderem wegen Diebstahl

Prozess in Mühldorf vertagt: Gericht und Anwälte warten vergeblich auf die Angeklagten

Vor dem Mühldorfer Amtsgericht hätte ein Fall verhandelt werden sollen. Doch beide Angeklagte erschienen nicht.
+
Vor dem Mühldorfer Amtsgericht hätte ein Fall verhandelt werden sollen. Doch beide Angeklagte erschienen nicht.

Es hätte am Amtsgericht Mühldorf unter anderem um Einbruch, Diebstahl, Sachbeschädigung, Körperverletzung, verbotenen Alkohol- und Drogenkonsum gehen sollen. Doch die zwei Angeklagten erschienen nicht. Der eine war verschwunden, der andere wurde nicht raus gelassen.

Mühldorf – Richter Florian Greifenstein und zwei Schöffen, Staatsanwältin Regine Grandl sowie die beiden Verteidiger, Veronika Schönsteiner und Jörg Zürner, hatten sich gegen 9 Uhr im Gerichtsaal 116 des Mühldorfer Amtsgerichts eingefunden. Auch Zuschauer waren bereits im Raum.

Wer jedoch fehlte, waren die beiden Angeklagten Markus L. und Samed J. (Namen von der Redaktion geändert). Ihnen wird unter anderem Einbruch, Diebstahl, Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie verbotener Alkohol- und Drogenkonsum vorgeworfen.

„Herr J. ist auch schon zum Termin Anfang Juni nicht erschienen“, liest Richter Greifenstein aus den Akten vor. Deswegen sei ein Haftbefehl gegen ihn erlassen worden. „Am 26. Juni 2025 ist Herr J. dann festgenommen“ und in ein Münchner Gefängnis gebracht worden, so der Richter.

Der Haftbefehl sei jedoch aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes von J. aufgehoben worden, fährt Richter Greifenstein fort. J. benötige lebenserhaltende Therapien, die im Gefängnis nicht möglich seien. Die Ladung habe er jedoch erhalten, als er noch in der Justizvollzugsanstalt (JVA) war, so der Richter.

Das Amtsgericht in Mühldorf.

„Mein Mandant hat sich bei mir nicht gemeldet und ich habe auch keine aktuelle Handynummer von ihm“, sagt J.s Verteidiger Jörg Zürner. Der Rechtsanwalt stand extra noch einmal auf und schaute vor der Tür nach, ob J. mittlerweile erschienen sei. Dem war nicht so. Wo sich Samed J. aufhält, wusste im Gerichtssaal niemand.

Zweiter Angeklagter in gleicher JVA untergebracht

Auch der zweite Angeklagte, Simon L., erschien nicht. Dabei sitzt er im Gefängnis, in der gleichen Münchner JVA wie J. Sein Aufenthalt ist bekannt, er ist greifbar, kann nicht verschwinden. Eigentlich hätten ihn Beamte zum Termin bringen sollen.

Eine Statue der römischen Göttin Justitia. Sie gilt als Göttin der Gerechtigkeit.

Vielleicht stehen die im Stau, vermuteten Richter, Anwälte und Staatsanwältin. Immerhin gab es an diesem Tag einen Unfall auf der A94. Die Protokollführerin schlug vor, in der JVA nachzufragen, ob Markus L. überhaupt auf dem Weg ins Gericht sei. Die Mitarbeiterin verließ für das Telefonat den Gerichtssaal, kam aber nach wenigen Minuten wieder zurück. Dann stand fest: Die JVA in München hatte den Termin übersehen. Markus L. ist nie losgefahren.

Das hieß für das Schöffengericht, dass an diesem Tag nicht verhandelt werden kann. „Manche Verfahren ziehen sich lange“, seufzte Greifenstein. „Irgendwann kennen wir den Fall auswendig, obwohl wir nicht verhandelt haben.“

Eigentlich war der Sitzungssaal bis in den Nachmittag an diesem Tag für den Fall gebucht. Aber schon nach einer halben Stunde musste Richter Greifenstein die Hauptverhandlung vertagen.

Kommentare