Polizei sucht nach Zeugen
Explosionen und gefährdete Gebäude: Waldkraiburger Feuerwehr und Firmenchef über Auto-Brand
Drei brennende Fahrzeuge und viele offene Fragen: Nach dem Brand auf einem Firmengelände in Waldkraiburgs Innenstadt ermittelt jetzt die Polizei in alle Richtungen und sucht nach Zeugen. Das ist bisher bekannt.
Waldkraiburg – Ein schwacher Brandgeruch liegt am Freitagmorgen (8. August) noch in der Luft, ansonsten deutet kaum etwas darauf hin, dass es hier nur zwölf Stunden vorher gebrannt hat. Wer es weiß, bleibt am Grundstück an der Braunauer Straße stehen, wirft einen Blick über den Zaun. Viel zu sehen gibt es aber nicht. Lediglich die Rußspuren am Radkasten eines Firmenfahrzeugs lassen auf das Feuer schließen. Die Stellen, an denen zwei weitere Fahrzeuge in Brand standen, sind von der Straße nicht einsehbar.
Ein Tor zum Grundstück ist geschlossen, eine weitere Zufahrt hat die Polizei abgesperrt. Bereits am Morgen sind Ermittler der Kripo vor Ort und sichern Spuren. Was genau den Brand ausgelöst hat, ist auch am Tag danach noch unklar. Fest steht: Drei Fahrzeuge – zwei Wohnmobile und ein Firmen-Fahrzeug – gerieten in Brand, alle drei waren an unterschiedlichen Plätzen abgestellt. Verletzt wurde niemand, den Schaden schätzt die Polizei auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag.
Zu übersehen war der Brand in Waldkraiburgs Stadtmitte nicht: Vom Grundstück an der Braunauer Straße stieg eine weithin sichtbare Rauchsäule empor. Auch Aktive der Feuerwehr Waldkraiburg wurden darauf aufmerksam: „Wir haben die Rauchsäule gesehen und wollten gerade nachschauen, als schon der erste Alarm einging“, sagt Kommandant Andreas Englmeier, der am Abend mit Kameraden am Feuerwehrhaus war.
Alle Fahrzeuge der Feuerwehr im Einsatz
Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort: Bereits zehn Minuten nach der Alarmierung waren neun Fahrzeuge der Feuerwehr Waldkraiburg im Einsatz. Insgesamt 54 Einsatzkräfte aus Waldkraiburg waren vor Ort, sämtliche Fahrzeuge wurden benötigt. „Unsere Halle war leer“, sagt Englmeier. Dennoch reichte die Mannschaftsstärke nicht aus. Es wurde nachalarmiert, unter anderem kam die Feuerwehr Mühldorf mit einer zweiten Drehleiter. „Die Unterstützung der umliegenden Feuerwehren war super.“
Priorität hatte ein brennendes Fahrzeug unter einem Carport, da von dort ein Übergreifen der Flammen auf ein Gebäude drohte. Doch auch das zweite Wohnmobil stand „gefährlich nahe an einer Hecke“. Rund um den Carport war zusätzlich Baumaterial und Holz gelagert, welches die Feuerwehr mit einem Radlader zur Seite räumte.
Während des Einsatzes wurde eine Warnmeldung an die Anwohner herausgegeben: Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben. „Ein Messfahrzeug konnte jedoch keine Schadstoffe in der Luft feststellen“, gibt Englmeier am nächsten Tag Entwarnung.
Feuerwehreinsatz in Waldkraiburg am 7. August 2025




Ganz ungefährlich war der Einsatz nicht: „Wir hatten drei unabhängige Brandherde, von denen jeweils eine eigene Gefahr ausging. Wir mussten Prioritäten setzen.“ Denn alle drei Fahrzeuge waren mit einigem Abstand voneinander auf dem Grundstück geparkt. Besonders herausfordernd: Die in den Wohnmobilen verbauten Gas-Flaschen erschwerten den Einsatz zusätzlich. „Es waren immer wieder mal kleinere Explosionen zu hören, in solchen Fällen geht man natürlich mit besonderer Vorsicht vor“, erklärt Englmeier. Gerade auch deshalb, weil sich die Einsatzkräfte erste Gedanken über die Brandursache machten. Drei brennende Fahrzeuge, geparkt an unterschiedlichen Stellen auf dem Gelände. „Da geht das Adrenalin hoch“, sagt Englmeier.
Übergreifen der Flammen konnte verhindert werden
Den ersten Schock nach dem Brand verdaut hat Firmeninhaber Gerhard Gruber. „Wir haben Glück gehabt.“ Das rasche und starke Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude verhindern, Personen wurden nicht verletzt. Betroffen ist allerdings auch ein Firmen-Fahrzeug. „Wir müssen nun sehen, wie wir weiterarbeiten können“, sagt Gruber. Am Freitag war der Betrieb eingeschränkt möglich, da die Kripo vor Ort ermittelte.
Die Untersuchungen dauern an, die Ermittler schließen vorerst keine Ursache aus. Auch eine vorsätzliche Brandstiftung ist nicht auszuschließen. Die Polizei bittet daher um Hinweise aus der Bevölkerung:
- Wer hat im Zusammenhang mit den Bränden am Abend des 7. August zwischen 20 und 21 Uhr im Bereich Braunauer Straße/Adlergebirgstraße in Waldkraiburg verdächtige Wahrnehmungen gemacht, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten?
- Wer hat im Vorfeld in diesem Bereich verdächtige Personen wahrgenommen oder sonstige Auffälligkeiten beobachtet?
- Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben, die zur Klärung der Brandursache beitragen können?
Zeugen sollen sich bei der Kriminalpolizeistation Mühldorf unter Telefon 08631/36730 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden.
Darüber hinaus bitten die Ermittler insbesondere um Foto- oder Videoaufnahmen, die im Zusammenhang mit dem Brand stehen könnten oder im Zuge des Vorfalls aufgenommen wurden. Entsprechende Dateien können der Kriminalpolizei auf einem Medienupload-Portal zur Verfügung gestellt werden.