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Friedliche Demo mit einer Anzeige

Tönnies will Waldkraiburger Schlachthof übernehmen: Aktivisten gehen auf die Straße

Rund 170 Aktivisten demonstrierten am Samstag, 29. März, in Waldkraiburg gegen den Verkauf des Schlachthofes an Tönnies.
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Rund 170 Aktivisten demonstrierten am Samstag, 29. März, in Waldkraiburg gegen den Verkauf des Schlachthofes an Tönnies.

Waldkraiburgs Schlachthof soll an Tönnies gehen. Dagegen haben Aktivisten am Samstag (29. März) in der Innenstadt demonstriert. Das ist ihre Alternative.

Waldkraiburg – Rund 170 Demonstranten hatten sich am Samstag (29. März) in Waldkraiburgs Stadtzentrum versammelt, um mit einem lautstarken Protest gegen die Übernahme des Waldkraiburger Vion-Schlachthofes durch Deutschlands größtes Schlachtunternehmen, Tönnies, zu demonstrieren. Den Aktivisten gibt es aber auch darum, die Tierschlachtung in deutschen Schlachthöfen zur Gänze abzuschaffen. Sie ist ihrer Meinung nach ethisch und moralisch in einer Zeit, in der man sich komplett und gesund mit pflanzlichen Produkten ernähren könne, nicht mehr tragbar. Einige Teilnehmer waren sogar mit einem Bus aus Berlin angereist.

Das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ (GgdT) hatte die Demo organisiert. Sprecherin Kathrin Schuster äußerte sich besorgt über die zunehmende Marktmacht von Tönnies und forderte eine Umstellung auf pflanzliche Lebensmittelproduktion. „Wir sind der Überzeugung, dass wir selbst aktiv werden müssen, um einen gesellschaftlichen Veränderungsprozess voranzutreiben, da die Konzerne und die Regierungen nicht die aus unserer Sicht erforderlichen Maßnahmen ergreifen werden“, hielt sie fest. Es brauche eine Agrarwende hin zu einer solidarischen und ökologischen Produktions- und Organisationsweise, die nicht auf Kosten anderer erfolgt und nicht am Gewinn orientiert ist.

Demo gegen das „gesamte System der Unterdrückung und Ausbeutung“

Die Aktionen von GgdT richten sich, so die Sprecherin Soana Hähnel, gegen „zentrale Akteure und Profiteure der Tierindustrie“. Sie nannte dabei auch Vion Food und die Tönnies Holding.  Diese hätten eine enorme wirtschaftliche Macht und einen großen Einfluss auf die gesamte Tierindustrie. „Aber unser Protest gilt nicht nur diesen Konzernen, sondern dem gesamten System von Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen, Tier und Umwelt“, rief sie unter lautem Applaus ihrer Zuhörer aus.

Demo gegen Tönnies-Übernahme in Waldkraiburg

Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies.
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies. © krb
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies.
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies. © krb
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies.
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies. © krb
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies.
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies. © krb
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies.
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies. © krb
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies.
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies. © krb
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies.
Rund 170 Aktivisten demonstrieren gegen die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch Tönnies. © krb

Diese Argumentation unterstrich auch die Aktivistin „Kay“ aus München. Sie unterstrich, dass die Übernahme des Waldkraiburger Schlachthofes durch die Tönnies-Holding noch nicht „in trockenen Tüchern“ sei, derzeit laufe noch die Prüfung durch das Kartellamt. Gegen die Übernahme hatten Tierschutzorganisationen eine Kartell-Beschwerde eingereicht. „Wir wollen unseren friedlichen Widerstand gegen das ausbeuterische System der Fleischerzeugung kundtun, wir können hier etwas erreichen, gab sich „Kay“ überzeugt. Ziel sei eine faire Agrarwende hin zur pflanzlichen Erzeugung von Lebensmitteln, diese sei nicht nur möglich, sondern angesichts des Klimawandels und vor allem des Tierleides rund um die industrielle Tierhaltung und Schlachtung bereits zu echten Pflichtaufgabe geworden.

Hohe Standards beim Tierschutz, Lebensmittelsicherheit und Qualität

Lina Witte, Pressesprecherin von Vion, erklärte gegenüber den OVB Heimatzeitungen, dass die Abläufe in dem Schlachthof „hohen Standards in den Bereichen Tierschutz, Lebensmittelsicherheit und Qualität“ folgen. Auch sei Waldkraiburg ein wichtiger Partner für die Landwirte in der Region. „Durch die regionale Ausrichtung des Betriebs werden lange Transportwege für die Tiere vermieden, was sowohl dem Tierschutz als auch der Nachhaltigkeit dient.“

Bei dem Waldkraiburger Schlachthof handelt es sich nach Unternehmensangaben um den größten Rinderschlachthof Europas. Knapp 400 Mitarbeiter schlachten hier bis zu 5000 Rinder wöchentlich.

Eine Übernahme würde nichts an den geltenden gesetzlichen und zusätzlichen freiwilligen Standards für Tierschutz und Lebensmittelsicherheit ändern. Pressesprecherin Witte: „Vion respektiert die öffentliche Debatte über die Zukunft der Fleischwirtschaft. Ein offener, faktenbasierter Dialog mit allen Beteiligten ist entscheidend, um nachhaltige Lösungen für die Branche und die Lebensmittelversorgung zu finden.“

Friedliche Demo mit einer Anzeige

Begleitet von Sprechchören und Trommelrhythmen zogen die Demonstranten nach der Kundgebung am Stadtplatz zum Schlachthof. Sie wurden dabei von Kräften der Polizei unter Leitung von Waldkraiburgs Polizei-Chef Uwe Schindler begleitet. Er bestätigte, dass die Veranstaltung friedlich und ordnungsgemäß abgelaufen sei – mit einer Ausnahme: Eine teilnehmende Person erwartet eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Vermummungsverbot. krb

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