Zu Stoßzeiten ein Nadelöhr
Geister-Radler und rücksichtslose E-Roller-Fahrer: So will Waldkraiburg die Bayernbrücke entschärfen
Wegen parkender Autos und Geister-Radfahrern kommt es auf dem schmalen Radweg auf der Bayernbrücke zu teilweise „lebensgefährlichen Situationen“. Ein CSU-Antrag fordert mehr Sicherheit. Jetzt soll sich etwas ändern.
Waldkraiburg – Wer zur Mittagszeit zu Fuß oder mit dem Rad über die Bayernbrücke unterwegs ist, kennt das: Nach Schulschluss strömen hunderte Schülerinnen und Schüler über die schmale Verbindung zwischen dem Waldkraiburger Süden und der Stadtmitte. Dann kann es eng werden – besonders, wenn parkende Autos den Radweg blockieren, Fahrgäste an der Haltestelle warten oder Rad- und E-Scooter-Fahrer entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind.
Beschwerden bei der Stadt bleiben deshalb nicht aus, für die CSU-Fraktion muss sich hier etwas ändern. „Der derzeitige Zustand des Radwegs ist in vielerlei Hinsicht nicht verkehrssicher und stellt insbesondere für Radfahrer, Schulkinder und Fußgänger eine tägliche Gefahr dar“, heißt es in einem Antrag, der Thema im Stadtentwicklungsausschuss war. Die CSU-Fraktion schlägt Maßnahmen für mehr Sicherheit an der Bayernbrücke vor: zum Beispiel eine Verbreiterung des Radwegs, verstärkte Kontrollen durch Polizei und die Kommunale Verkehrsüberwachung, neue Warnhinweise und neue Markierungen der Radwege.
Schmaler Radweg, verblasste Markierungen
Auch Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) sieht Handlungsbedarf. „Es braucht eine Entlastung, eine Verbesserung.“ Die Markierungen sind verblasst, der Radweg ist schmal, der Wartebereich für die Haltestelle direkt im Verlauf des Radwegs, zu Stoßzeiten sind hier viele unterwegs – es waren einige Punkte, die bei der Großen Verkehrsschau mit Vertretern von Stadt, Polizei, Straßenbaulastträger und dem Verkehrsreferenten an der Bayernbrücke genauer betrachtet haben.
„An der Brücke muss etwas passieren“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Stocker, der bei der Mühldorfer Polizei der Verkehrsfachmann ist. Aber nicht für alles wird es schnell eine Lösung geben können – wie zum Beispiel für eine Verbreiterung des Radwegs. Diese ist zwar „fachlich sinnvoll“, lässt sich aber nur mit baulichen Eingriffen lösen. Der Platz auf der Brücke ist begrenzt – mehr Platz für Radler bedeutet weniger Platz für den Autoverkehr. Nach Aussage von Pötzsch könnte eine Studie verschiedene Varianten untersuchen und eine erste Kostenschätzung liefern.
Andere Maßnahmen hingegen lassen sich einfacher umsetzen: Polizeikontrollen sollen für mehr Regelbewusstsein sorgen, neue Markierungen sollen Geh- und Radweg wieder deutlich voneinander trennen, die Fahrtrichtung soll eindeutiger gekennzeichnet werden. Unabhängig vom Rad- und Gehweg gibt es aus der Verkehrsschau noch andere Vorschläge: So könnte zum Beispiel eine eigens eingerichtete Hol- und Bringzone für den Schulverkehr außerhalb des kritischen Bereichs Entlastung bringen.
„Waldkraiburg hat ein sehr großes Schulzentrum – zu Stoßzeiten ist die Brücke ein Nadelöhr, der Verkehr eine Katastrophe“, beschrieb Verkehrsreferent Harald Jungbauer die Situation an der Bayernbrücke. Aus seiner Sicht sei eine Verbreitung des Radwegs eine gute Lösung, die technische Umsetzung aber die entscheidende Frage.
Dass erste Maßnahmen bereits Verbesserungen bringen können, davon waren die Ausschuss-Mitglieder überzeugt. Für Richard Fischer ist es wichtig, dass die Stadt aufgrund der teils „lebensgefährlichen Situationen“ intensiv an dem Thema dranbleibt.
Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, die unterschiedlichen Maßnahmen anzustoßen.

