Liebeserklärung mit Verbesserungsvorschlägen
Drei Generationen, eine Stadt: Wie fühlt sich Heimat in Waldkraiburg an?
Für den achtjährigen Anton ist klar: „Waldkraiburg ist der allerbeste Platz zum Leben.“ Was seine Familie dazu sagt – und wo sie trotzdem noch Luft nach oben sieht.
Waldkraiburg – Da könnte die Stadt glatt rot werden bei dieser grandiosen Liebeserklärung des achtjährigen Anton Pawel, der behauptet: „Waldkraiburg ist für mich der allerbeste Platz zum Leben“. Seine Brüder Julius und Lukas, die Eltern Andreas und Sarah sowie Oma Marianne finden ihre Heimatstadt ebenfalls ansprechend, wenngleich sie sie ein bisschen kritischer sehen.
„Früher“, so sieht es zumindest Andreas Pawel, „war das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Waldkraiburgern irgendwie intensiver“. Und der 48-Jährige sollte es wissen, denn er ist in Waldkraiburg aufgewachsen und bis zum heutigen Tag dort geblieben. „Bei einem Bummel durch die Stadt sind mir noch vor Jahren öfters Leute begegnet, die ich kenne, das kommt mittlerweile wesentlich seltener vor“. Das Leben, so philosophiert der Familienvater, sei wohl auch in Waldkraiburg Veränderungen unterworfen.
Sich Waldkraiburg bayerischer vorgestellt
Andreas Pawel liegt es allerdings fern zu klagen, er engagiert sich lieber für die Stadt und seine Bewohner. Der 48-Jährige ist Ortsobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft und im VfL Waldkraiburg Spartenleiter in der Tennis-Abteilung. Ehefrau Sarah, eine waschechte Berlinerin, freut sich über ihre „Tennis-narrische“ Familie und darüber, dass es entsprechende Sportanlagen in der Stadt gibt.
Was bei der 41-Jährigen bis heute leichtes Erstaunen auslöst: „Bei unserem Kennenlernen sagte Andreas, er würde in der Nähe von München wohnen“. Als sie ihn dann das erste Mal besuchte, sei sie über die Entfernung zu München doch ziemlich überrascht gewesen. „Außerdem“, fährt Sarah Pawel mit einem Schmunzeln fort, „stellte ich mir als Berlinerin Waldkraiburg bayerischer vor. Mit Kühen auf der Wiese und im Hintergrund eine Kirche mit Zwiebelturm“. Würden diese bayerischen Zutaten in der Stadt auch fehlen, so hätte sie sich dennoch bald mit den Gegebenheiten angefreundet.
Waldkraiburg wird seinem Namen nach wie vor gerecht
„Seit 2013 bin ich Waldkraiburgerin“, sagt die dreifache Mutter, die über das viele Grün in der Stadt und über den Wald rundherum nach wie vor glücklich ist. Die Buben schwärmen regelrecht von ihren tollen Spielmöglichkeiten und erzählen: „Wir sind oft draußen im Wald und kraxeln auf die Bäume“. Lukas, stolze sieben Jahre alt, verrät: „In unserem Wald steht sogar ein heiliger Baum“. Generell, da ist sich die Familie einig, verdiene Waldkraiburg nach wie vor seinen Namen.
Das schlechte Image, mit dem die Stadt manchmal behaftet sei, würde nicht stimmen. „Vermutlich könnte ein frisches und gut funktionierendes Stadtmarketing hier Aufklärung leisten und dadurch der Wirtschaftsförderung neue Impulse vermitteln“, glaubt der Familienvater. Was er in jüngster Zeit als besonderen Pluspunkt in der Stadt sieht, beschreibt Pawel so: „Dank des Fördervereins und vielen weiteren Helfern konnte unser weit und breit beliebtes Waldbad wieder zum Leben erweckt werden. An diesem tollen Beispiel ist zu erkennen, Waldkraiburg hält immer noch fest zusammen, wenn es drum und drauf ankommt“.
Eigenen Beitrag für gesellschaftliches Miteinander leisten
Marianne Pawel, Oma der Familie, bläst ins gleiche Horn und stellt ebenfalls die Gemeinschaft in den Vordergrund. „Egal wo man zu Hause ist, es liegt an einem selbst aktiv zu werden, um für die Gesellschaft, aber auch für die Familie etwas zu leisten“, ist die Ansicht der 74-Jährigen. Sie singt im evangelischen Kirchenchor und ist außerdem in der Seniorenarbeit tätig. Zusätzlich unterstützt Marianne Pawel den Verein „Partnerschaft mit Tansania“.
Leichtes Stirnrunzeln stellt sich bei den Pawels ein, wenn sie das Thema Radfahren in der Stadt anschneiden. Dies sei ihrer Einschätzung nach nämlich nur teilweise ungefährlich, beispielsweise am grünen Ring. ‚‚Im Innenstadtbereich steigt das Radeln hingegen zum Abenteuer auf“, findet Andreas Pawel und beklagt: „Fahrradfreundlich ist etwas anderes“.
Jubel-Lied auf die Spiel- und Sportangebote
Was Lukas in der Stadt sauer aufstößt, ist der Abfall, der oft in den Straßen herumliege. Der Bub schlägt vor: „Jeder soll seinen Abfall in die bereitgestellten Eimer werfen, damit Waldkraiburg sauber bleibt“.
Das Hohelied an Spaß und Freude singen die Brüder jedoch, wenn es um die Spiel- und Sportmöglichkeiten in ihrer Heimat geht. „Der Tennisplatz, das Eisstadion, die Parkanlagen, aber auch das Kino und das Volksfest sind einfach genial“, jubelt der neunjährige Julius und Mama Sarah setzt noch die berühmte Kirsche auf die Torte. „Alles, was der Mensch zum Leben braucht, haben wir hier kompakt beieinander. Und wenn uns mal die Großstadt-Sehnsucht ereilt, dann steuern wir einfach München an“.
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