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Halbmarathon als Herzensprojekt

Tragisches Ende für Anton (†1): Seine Mutter will nun anderen krebskranken Kindern helfen

Der kleine Anton (†1) musste viel zu früh an Krebs sterben: Mutter Andrea möchte nun etwas Gutes für krebskranke Kinder und ihre Familien tun.
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Der kleine Anton (†1) musste viel zu früh an Krebs sterben: Mutter Andrea möchte nun etwas Gutes für krebskranke Kinder und ihre Familien tun.

Andrea und Michael aus Taufkirchen verloren ihren Sohn an Krebs. Er wurde nur eineinhalb Jahre alt. Nun trainiert sie für einen Halbmarathon und sammelt damit Spenden für die Kinderkrebshilfe BALU – um anderen krebskranken Kindern und deren Familien zu helfen.

Taufkirchen / Landkreis Mühldorf – Andrea A. (37) aus Taufkirchen hat ein Ziel: 2026 möchte sie einen Halbmarathon laufen. Das Training dafür hat sie bereits begonnen und mit jedem Laufkilometer will sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Familien wie die ihre stärken. Denn am 21. November 2021 verloren sie und ihr Mann Michael (47) ihren kleinen Sohn Anton an Krebs – er war gerade einmal 19 Monate alt. Um anderen krebskranken Kindern und deren Familien zu helfen, will Andrea mit ihrem Lauf nun Spenden für die Kinderkrebshilfe BALU generieren. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie dringend notwendig Hilfe und Unterstützung in Krisen wie diesen sind.

Wochen der Ungewissheit und ein schwerer Verdacht

Andreas eigener Schicksalsschlag bahnte sich im Sommer 2021 an und fiel damit genau in die Zeit der Corona-Maßnahmen. Anton war zu diesem Zeitpunkt gerade mal 16 Monate alt und weil sie ein Pfeifen in seiner Lunge bemerkte und er immer hohes Fieber hatte, suchte sie in regelmäßigen Abstände verschiedene Ärzte auf. Laut den Ärzten handelte es sich immer um einen Infekt. Eines Tages lief Anton beim Mittagessen blau an und wäre beinahe erstickt. Nach diesem Vorfall wurde seine Lunge schließlich ganz genau untersucht – was folgte, war eine erschütternde Diagnose.

Anton hatte einen riesigen Tumor in seiner Brust, ein sogenanntes Ewing-Sarkom. Seine Luftröhre war bereits verschoben, Organe waren verdrängt. „Der Arzt sagte, so etwas habe er noch nie gesehen“, sagt Andrea im Rückblick. Was folgte, war die Verlegung in mehrere verschiedene Krankenhäuser. Ein Marathon der ganz anderen Art – inmitten von Pandemie und Corona-Maßnahmen. Nur einzeln durften Andrea und Michael an das Bett ihres Sohnes – Testen in Coronateststationen mit langen Wartezeiten. Dann wurde schließlich die Chemo gestartet.

Der Tod des Kindes und ein steiniger Weg zurück

Was zunächst Hoffnung aufkeimen ließ, entwickelte sich schnell zu einem Alptraum. Als Antons Tumor zu bluten begann, wurde er in ein künstliches Koma versetzt. Doch sein Zustand verschlechterte sich rapide: Nur zwei Monate nach der Diagnose verstarb der Einjährige am 21. November 2021.

Nach dem Tod folgte eine schwere Zeit. Andrea und Michael fiel besonders die Rückkehr nach Hause schwer, da das Spielzeug ihres Sohnes und Erinnerungen massive emotionale Reaktionen auslösten. Dazu kamen die organisatorischen Zwänge und der Umstand, dass sie bald in die Arbeit zurückkehren sollte. „Ich machte den Briefkasten auf, und darin lag ein Brief von der Rentenversicherung, in dem mir mitgeteilt wurde, dass die Erziehungszeit endet“, so Andrea. Gleichzeitig musste die Beerdigung Antons organisiert werden. Auch offizielle Hilfen habe es in Corona-Zeiten kaum gegeben. „Eine Trauerbegleitung war zwar erreichbar, aber nur telefonisch oder online“, betont Andrea. Doch für sie war es nicht vorstellbar, das Ausmaß ihrer Trauer in Worte fassen zu können – was für die Distanz-Beratung ja notwendig gewesen wäre.

Ein Lauf für Hoffnung, Erinnerung und Zukunft

Erst ein Bericht über Mia, ein anderes an Krebs verstorbenes Kind, lenkte Andreas Aufmerksamkeit auf die Kinderkrebshilfe BALU. So begann der steinige Weg von Andrea und Michael zurück in den Alltag – mit Erfolg. Wenige Monate nach Antons Tod heirateten die beiden und ein Jahr später wurden sie erneut Eltern eines kleinen Buben, Antons kleinem Bruder. Und nun läuft Andrea – für Anton, für Mia und für die Kinderkrebshilfe BALU.

Hilfe, die ankommt: Die Arbeit von BALU

Vor zwei Wochen startete sie eine Spendenaktion. 80 Prozent der Einnahmen sollen an die Kinderkrebshilfe gehen, 20 Prozent sollen einen kleinen Herzenswunsch ihres zweiten Sohnes erfüllen. Das Projekt ist aber auch ein persönliches: Andrea, die selbst an Asthma leidet, hat noch keinen festen Termin für ihren Halbmarathon – dennoch ist das Ziel gesetzt. Andrea teilt ihre Geschichte auch über Instagram, um andere zu erreichen und über das Thema Krebs bei Kindern aufzuklären.

Die Kinderkrebshilfe BALU mit Sitz im Landkreis Altötting unterstützt Familien mit krebskranken Kindern auf psychosozialer Ebene. Sie bietet nicht nur direkte Hilfe für die erkrankten Kinder, sondern begleitet auch Eltern und Geschwister durch die belastende Zeit. Dazu gehören Gespräche, Ausflüge, gemeinsame Erlebnisse, aber auch finanzielle Hilfen in akuten Notsituationen. Eine eigene Trauergruppe für Eltern, die ein Kind durch Krebs verloren haben, ist Teil des Angebots. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Spenden.

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