Zwei schockierende Ereignisse
„Machtlos“: Vermisstensuche am Chiemsee und Betriebsunfall erschüttern Schnaitsee
Erst eine Explosion in einem Betrieb, nun wird ein engagierter Mitbürger am Chiemsee vermisst: Diese beiden Nachrichten innerhalb weniger Tage erschüttern Schnaitsee. Was bisher bekannt ist.
Schnaitsee/Gstadt/Chiemsee – Gleich zwei schockierende Nachrichten erschüttern Schnaitsee: Am Donnerstag (7. August) ist es laut Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, zu einem schweren Betriebsunfall in einem Unternehmen in Schnaitsee gekommen. Bei einer Explosion zog sich laut Sonntag ein Mitarbeiter schwere Verletzungen zu. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Münchner Krankenhaus geflogen, so der Pressesprecher auf Anfrage.
Seit Montag (12. August) wird zudem ein engagierter und bekannter Bürger aus Schnaitsee vermisst. Der Mann hatte sich laut Priener Polizei gegen 16 Uhr ein Elektroboot in Gstadt ausgeliehen und ist damit auf dem Chiemsee gefahren. Gegen 18.45 Uhr wurde ein Segler auf das herrenlose Boot zwischen Gstadt und der Fraueninsel aufmerksam und verständigte die Polizei. Laut den Priener Beamten konnte das Boot kurze Zeit später im Schilf auf Höhe Aisching gefunden werden. Daraufhin begannen die Wasserschutzpolizei, die DLRG und die Wasserwacht umfangreich nach dem vermissten Mann aus Schnaitsee zu suchen – bisher jedoch ohne Erfolg.
„Die Ereignisse sind sehr belastend und in der Gemeinde herrscht eine bedrückte Stimmung“, fasste Schnaitsees Bürgermeister Thomas Schmidinger die Atmosphäre am Mittwochvormittag (13. August) im Ort zusammen. Der vermisste Bürger sei stark im Gemeindeleben eingebunden. „Meine Gedanken sind auch bei der Familie. Die Ungewissheit macht die Situation sehr schwierig“, so der Rathauschef.
Bisher konnte der Vermisste nicht gefunden werden. „Man ist hier gewissermaßen machtlos“, sagte Schmidinger. In solchen Situationen werde einem auch wieder vor Augen geführt, dass das Leben endlich sei, so der Bürgermeister.
„Man hofft auf das Beste“, sagte auch Christoph Nachbar, Vorsitzender des Katholischen Burschenvereins in Schnaitsee, wo der Vermisste Mitglied war. Der Vermisste, der im Ort mehr unter seinem Spitznamen als unter seinem bürgerlichen Namen bekannt gewesen sei, sei ein Vereinsmensch, der gerne mithelfe, so Nachbar.
Mittlerweile hat, wie es bei Vermisstenfällen üblich ist, die Sachbearbeitung zur Suche nach dem Schnaitseer die Kriminalpolizei Rosenheim übernommen, sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Neben dem Hubschrauber würden auch technische Hilfsmittel, wie ein Sonar, verwendet. Auch den Uferbereich hätten die Beamten abgesucht und das Areal, in dem der Schnaitseer mit dem Boot unterwegs gewesen sein könnte, so Sonntag.
Am Mittwochnachmittag (13. August) sei die Suche unterbrochen worden. Die Polizei ermittelt laut Sonntag weiterhin, um herauszufinden, was passiert ist und wo sich der Vermisste befindet. Es gebe Hinweise darauf, dass der Mann ins Wasser geraten sein könnte, sagt er. Für ein Fremdverschulden gebe es bisher keine Hinweise, so der Pressesprecher.


