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Schwächeanfall im Wasser bei Schnaitsee

Beinahe-Katastrophe am Weitsee: Badeaufseher und Jugendlicher retten Schwimmerin das Leben

Der Schnaitseer Weitsee.
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Der Schnaitseer Weitsee.

In Bayern häufen sich die Badeunfälle. Auch in Schnaitsee kam es kürzlich zu einer brenzligen Situation. Was passiert ist, wozu die Schnaitseer Wasserwacht mahnt und wer der Held der Geschichte ist.

Schnaitsee – Die Badeunfälle in Bayern häufen sich in den vergangenen Monaten, auch am Schnaitseer Weitsee kam es, wie jetzt bekannt wurde, am Dienstag, 1. Juli, zu einer brenzligen Situation. Eine 19-jährige Frau erlitt mitten im See einen Schwächeanfall und drohte zu ertrinken. Nur Dank des beherzten Eingreifens eines Badegasts, der Aufsicht und eines Mitglieds der Schnaitseer Jugendwasserwacht konnte Schlimmeres verhindert werden.

Für Jonathan Auer, technischer Leiter der Schnaitseer Wasserwacht, gilt deshalb auch an kleinen Seen wie in Schnaitsee: Lieber das Wasser mit Vorsicht genießen. „Die meisten Unfälle ereignen sich, weil sich Schwimmer selbst überschätzen“, sagt Auer. Deshalb gelte vor allem eines: „Keine weiten Strecken alleine schwimmen.“ Vor allem nicht mitten im offenen Gewässer. Es könne immer passieren, dass der Kreislauf nicht mehr mitspiele und es zu einem Schwächeanfall oder anderen Notsituationen komme. Daher empfehle er nur in Begleitung zu schwimmen, helfen könne auch das Mitführen einer Schwimmboje.

Das Team der Schnaitseer Wasserwacht: (von links) Pascal Auer, Karin Kaltenhauser, Hubert Auer, Senta Lechner, Katharina Bergmann, die neue Vorsitzende Angelika Kebinger, Jonathan Auer und Thomas Hielsher vom Kreisverband Traunstein.

Hitze als Gefahr

Außerdem gelte: Immer Abfrischen, bevor das Wasser betreten wird, auch beispielsweise bei einem Sprung vom Boot. Denn gerade während der heißen Tage, der vergangenen Wochen sei dies möglich. „Allein die Hitze ist eine Belastung für den Körper“, so Auer. Da könne es noch schneller zu einem Schwächeanfall kommen.

Die junge Schnaitseerin hatte allerdings Glück im Unglück. Ein weiterer Badegast, der zufällig in der Nähe schwamm, wurde auf die Situation aufmerksam und bugsierte die junge Frau zum Baumstamm, der im See verankert ist, durch laute Schreie alarmierte er anschließend umgehend die Badeaufsicht. Auch das eine wichtige Baderegel in Notsituationen, erklärt Auer. „Man sollte sich immer trauen, Hilfe zu holen. Auch wenn man sich denkt: Das schaffe ich noch. Lieber schon bei leichter Erschöpfung nach Hilfe rufen“, so Auer.

Jugend-Wasserwachtler wird zum Helden

Mit dem Rettungsbrett eilten der Badeaufseher und Wasserwachtler Alois Dirnaichner und 14-jährige Niklas Deibl, Mitglied der Jugendwasserwacht in Schnaitsee, zu der jungen Frau und konnten sie an Land bringen.

Ein- bis zweimal im Jahr kommt es laut Auer am Weitsee zu solchen Vorfällen. Meist würden die Einsätze glimpflich ausgehen, so Auer. Wie auch in diesem Fall. An Land konnte sich die junge Frau schnell wieder erholen, sodass sie einen Krankentransport ablehnte und sich in der Lage fühlte, selber wieder nach Hause zu fahren.

Besonders stolz ist die Wasserwacht aber dieses Mal auf ihr Jugend-Mitglied Niklas Deibl. „Das beherzte Eingreifen von Niklas Deibl, der den Alois vorbildlich unterstützte, erfüllt uns mit Stolz und beweist uns, dass die Ausbildung der Jugendlichen gegriffen hat“, erklärt Angelika Kebinger, Vorsitzende der Wasserwacht. 30 Jugendliche zwischen zehn und fünfzehn Jahren seien derzeit in Schnaitsee aktiv. Der Einsatz von Niklas Deibl zeige den hohen Wert der gut ausgebildeten und engagierten Jugendgruppen in der Schnaitseer Wasserwacht. „Die hervorragende Zusammenarbeit mit der Badeaufsicht ist für uns nicht selbstverständlich, umso mehr freut uns die gemeinsame Arbeit am See. Ein großer Dank und ein großes Lob geht an Alois Dirnaicher und unseren Niki“, so Kebinger. Auch Badeaufseher Dirnaicher betont: „Ohne den Niklas wäre die Rettung erheblich schwieriger geworden.“

Eine ständige Badeaufsicht hat der Schnaitseer Weitsee übrigens erst seit diesem Jahr, ergänzt wird diese durch die Ehrenamtlichen der Wasserwacht, die am Wochenende oder an Feiertagen den Dienst übernehmen. „Der Einsatz am Dienstag hat aber wieder einmal gezeigt, dass es sich lohnt, wenn zwei Personen vor Ort sind“, so Technischer Leiter Auer. Die Schnaitseer Wasserwacht tut sich allerdings derzeit schwer mit der Aufsicht, da das Häuschen am Weitsee beim Hochwasser vergangenen Jahres schwer beschädigt wurde. Derzeit sei die Wasserwacht am Planen für den Wiederaufbau, für diesen sei die Wasserwacht auch auf Spenden angewiesen.

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