Zeuge reagierte - Maskierte Männer ergriffen die Flucht
Vereitelter Überfall auf Aschauer Tankstelle – Polizei mahnt: „Keiner soll den Helden spielen“
Zwei maskierte junge Männer wollten am Montagabend (27. März) eine Tankstelle in Aschau am Inn überfallen. Doch ein Zeuge verhinderte den Überfall. Was die Polizei zu dem Fall sagt.
Aschau am Inn - Knapp ein Jahr ist es her, da stand Harald Rösler einem Täter mit Messer gegenüber. Bargeld aus der Kasse forderte damals der Unbekannte. Diese Woche haben sich Unbekannte die Tankstelle erneut für einen Überfall ausgesucht. Doch sie schafften es nicht einmal ins Kassenhäuschen.
Am Montagabend fielen einem Zeugen zwei junge maskierte Täter auf. Beide trugen Sturmmasken und waren auf dem Weg zu der Tankstelle in der Mozartstraße, wie die Polizei mitteilte. Als er in deren Richtung fuhr, fühlten sich die beiden wohl „ertappt“, wie Stefan Sonntag, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärte. Die beiden Männer ergriffen die Flucht in Richtung Howaschgraben, der Zeuge informierte die Polizei.
Ermittlungen laufen
Die leitete sofort eine Großfahndung samt Hubschrauber ein, die Suche blieb aber erfolglos. Allerdings fanden die Beamten in unmittelbarer Nähe zur Tankstelle eine Schreckschusswaffe. Zwei Tage nach dem vereitelten Überfall kann die Polizei noch nicht viel Neues sagen. „Die Spuren sind gesichert und die Ermittlungen laufen. Die gefundene Waffe wird auf Spuren untersucht“, erklärt Sonntag. Parallel dazu geht man allen Hinweisen von Zeugen nach. Solche Hinweise dürfe man nicht unterschätzen, führen sie doch oft zur Klärung eines Falls oder führen die Polizei einen Schritt weiter.
Wie soll man sich als Zeuge verhalten, wenn man etwas Verdächtiges wahrnimmt? „Auf keinen Fall sollte man sich in Gefahr bringen, sondern aus sicherer Entfernung die 110 wählen. Keiner soll den Helden spielen“, sagt Sonntag. Die Polizei sei innerhalb von Minuten am Tatort und könne mit entsprechender Einsatzstärke wesentlich intensiver reagieren als Zeugen. Wichtig sei es die Beobachtungen so detailliert wie möglich festzuhalten und an die Polizei weiter zu geben.
„Dass man in der Aufregung etwas vergisst, was man nur einen kurzen Moment wahrgenommen hat, ist ganz normal“, sagt Sonntag. Am besten sei es, das Beobachtete zu notieren. Entweder auf einem Zettel oder am Handy. Oder am Besten ein Foto oder Video zu machen. „Das ist ein großer Mehrwert für die Polizei.“
Letzter Überfall erst vor einem Jahr
Tankstellen-Inhaber Harald Rösler hat dieses Mal fast nichts mitbekommen vom Überfall. Denn als sich die jungen Männer bereitmachen wollten, war er selber im Laden und hatte eingeräumt. Bevor die maskierten Täter aber ihren Überfall starten konnten, ergriffen sie lieber die Flucht. „Ich bin froh, dass der Überfall vereitelt worden ist und dass alles glimpflich ausgegangen ist“, sagt Harald Rösler. Erst vom Zeugen erfährt er, was sich kurz zuvor draußen abgespielt hatte.
Ende April vorigen Jahres stand er noch einem Mann mit einem Messer gegenüber. Couragiert hatte er laut um Hilfe geschrien, weil er wusste, dass er von seinem Schwiegersohn und seiner Tochter gehört werden kann. Der Täter hatte daraufhin die Flucht ergriffen.
Nach dem Überfall hatte die Kripo einen Verdacht gegen mehrere Personen, zu einer Verurteilung kam es aber nach Aussage von Stefan Sonntag nicht. „Die Beweislage war nicht ausreichend, sodass das Verfahren eingestellt werden musste.“
Täterbeschreibung und Zeugenaufruf
Die jungen Männer sprechen deutsch, eventuell mit ausländischem Akzent und waren dunkel bekleidet. Sie trugen Sturmhauben und auffällig bunte Handschuhe. Einer der Gesuchten ist ca. 170 cm groß, dunkle Haare, schlank mit sportlicher Figur, ca. 22 Jahre alt. Er hat eine helle Hautfarbe und ein schmales ovales Gesicht. Der zweite Gesuchte ist etwa 180 cm groß, hat eine stämmige Figur, und ist etwa 24 Jahre alt.
Die Kripo Mühldorf bittet um Zeugenhinweise: Wem sind unmittelbar vor oder nach der fraglichen Tatzeit im näheren Umfeld der Tankstelle Personen aufgefallen, die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten? Wer kann Hinweise auf die so beschriebenen Personen geben? Wer konnte außerdem verdächtige Wahrnehmungen im Bereich der Tankstelle machen?
Wer Hinweise geben kann, soll sich bei der Kripo Mühldorf unter Telefon 08631/36730 melden.