Es geht um Mehrkosten im fünfstelligen Bereich
„Da fehlen mir Anstand und Perspektiven“: Ärger um Trinkwasser-Notversorgung in Aschau am Inn
Der Ausbau der Trinkwasser-Notversorgung war teurer als geplant. Es geht um Kosten im fünfstelligen Bereich. Wer soll das bezahlen? Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich geht dabei die Schlicht-Gruppe hart an.
Aschau am Inn - Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) ist über die Schlicht-Gruppe äußerst verärgert. Weyrich kritisierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung das Verhalten der Schlicht-Gruppe, als es darum ging, wie die Mehrkosten für den Ausbau der Trinkwasser-Notversorgung zu verteilen sind. Weyrich: „Das hat mit vertrauensvoller Zusammenarbeit nichts zu tun.“
Als die Maßnahmen zur Trinkwasser-Notversorgung geplant wurden, wurde mit Kosten von 281.000 Euro gerechnet; inklusive Puffer. Am Ende lag der Kostendeckel bei 320.000 Euro. Diese Zahlen wurden dann, nachdem sie mit der Schlicht-Gruppe abgesprochen worden waren, im Juli 2021 so beschlossen. Dabei wurde auch die Kostenaufteilung festgelegt: Die Gemeinde Aschau musste demnach 121.500 Euro bereitstellen, die Schlicht-Gruppe 159.000 Euro.
Um zu sparen: Aschau setzt auf Eigenregie
Das wäre, so Weyrich, einer vergleichsweise preiswerte Lösung gewesen: „Ursprünglich war man ja vonseiten der Schlicht-Gruppe, die ein deutlich aufwändigeres Konzept vorgeschlagen hatte, von Gesamtkosten von 724.000 Euro ausgegangen. Für unsere Gemeinde hätte dies einen Kostenanteil von 364.000 Euro bedeutet.“ Aschau hatte sich auch deshalb entschieden, die Maßnahme in Eigenregie umzusetzen.
Dennoch kam es zu Preissteigerungen. Sie hatten ihren Ursprung in der Corona-Pandemie, als es sehr schwierig war, entsprechende Unternehmen zu finden und zu beauftragen. Am Ende kostete die Maßnahme rund 343.000 Euro, also 23.500 Euro über dem beschlossenen Kostendeckel.
Keine juristischen Möglichkeiten gegen die Schlicht-Gruppe
Aufgrund des bisher verwendeten Schlüssels wären davon rund 9500 Euro von Aschau und 13.900 Euro von der Schlicht-Gruppe zu tragen. Doch die Schlicht-Gruppe sah dafür keinen Grund: Sie lehnte einen entsprechenden Antrag von Aschau kurzerhand ab. „Leider sieht auch unsere Verwaltung keine juristische Möglichkeit, die Schlicht-Gruppe zur Übernahme eines Anteils der Mehrkosten zu übernehmen“, teilte Bürgermeister Weyrich den Gemeinderäten mit.
„Da fehlt mir der Anstand“
„Ich finde das unmöglich, wie sich die Schlicht-Gruppe hier uns gegenüber verhalten hat“, so Weyrich weiter. So dürfe man mit einem Partner nicht umgehen. „Da fehlt mir der Anstand, da fehlt mir auch die Perspektive zur künftigen Zusammenarbeit.“
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Die Mehrkosten von exakt 23.445,65 Euro muss nun Aschau vollständig übernehmen. Die Gemeinderäte nahmen die Zahlungsverweigerung der Schlicht-Gruppe zur Kenntnis und billigten einstimmig die Übernahme der Mehrkosten.
krb