Gemeinderat hat entschieden
Heißes Thema am Hang: Gemeinde Oberbergkirchen zündet Wärmepaket mit Heizcontainer
Oberbergkirchen setzt auf einen mobilen Heizcontainer für das Neubaugebiet „Am Hang III“. Ein solcher soll das neue Wohngebiet vorerst versorgen – doch der Standort ist noch nicht fix.
Oberbergkirchen – Der Oberbergkirchener Gemeinderat hat beschlossen, die Fernwärmeversorgung für das Baugebiet „Am Hang III“ als eigenständige Insellösung durchzuführen. Wie die künftigen Betreiber der GmbH mitteilten, können die ursprünglichen am Donnerstag, 20. März, gefassten Beschlüsse nicht rechtzeitig umgesetzt werden. Die Folge: Eine Wärmeversorgung für die noch in diesem Jahr bezugsfertigen Häuser wäre damit nicht gewährleistet. Grund ist, dass der Standort für das zentrale Heizhaus kurzfristig nicht abschließend geklärt werden kann.
Insellösung mit Heizcontainer
Um aber eine Wärmeversorgung sicherzustellen, soll im Baugebiet zunächst ein Heizcontainer aufgestellt und an das Leitungsnetz angeschlossen werden. Der Heizcontainer könnte auch nur eine Übergangslösung sein und eventuell später am Standort des Heizhauses aufgestellt werden und als Spitzenlastkessel dienen.
Zwei Standort-Alternativen
Als mögliche Standorte für den Heizcontainer stehen mehrere Alternativen im Raum. Für den südlichen Standort braucht es Grunderwerb, die Leitungsführung ist aber wegen der Nähe zur Fernwärmeleitung einfacher. Der nördliche Standort befindet sich zwar auf gemeindeeigenen Grundstück, weicht aber vom Bebauungsplan ab und erfordert Straßenarbeiten für den Leitungsanschluss. Erste Kostenschätzungen liegen laut Gemeinde bei etwa 200.000 Euro netto. Eine weitere Variante wäre nördlich des Wasserwerkes.
Die Gemeinde wird laut aktuellem Planungsstand die Anlage im Neubaugebiet „Am Hang III“ vorerst selbst betreiben müssen, hieß es in der Sitzung, da für andere Varianten die Zeit knapp wird. Die Nutzung könnte über eine Satzung oder durch Wärmelieferverträge geregelt werden.
Widerstand gegen zentrale Lösung
Wie Ingenieur Roland Wittmann erläuterte, komme aus fördertechnischer Sicht nur ein Betrieb der Anlage durch die Gemeinde infrage. Ein dezentrales Heizwerk direkt am Wasserspeicher gilt nach seinen Angaben als bevorzugter Standort. Die Standortsuche für das zentrale Heizwerk gestaltet sich indes schwierig, da es Widerstände gibt.
Technische Details zum Betrieb des künftigen Heizwerkes stellte Mario Schmid vor. Befüllt werden könnte der Hackschnitzelcontainer mittels eines transportablen Trogs und einer Siebschnecke, wodurch eine Staubentwicklung nahezu ausgeschlossen sei. Das Gebäude für die Heiztechnik müsse zwischen 3,5 und vier Meter breit sein. Ein externer Partikelabscheider sorge für eine sehr hohe Reinigungsleistung der Abluft.
Gemeinde würde Heizhaus finanzieren
Zum Vertragsumfang für Grundstückseigentümer im Baugebiet erklärte der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft, Georg Obermaier, dass 15 Meter Leitungslänge, Pufferspeicher, Warmwasserbereitung sowie die Steuerung der Heizkreise inklusive seien. Die Gemeinde würde das Heizhaus finanzieren, die Förderung mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abrechnen und Verträge mit den Anschlussnehmern abschließen. Der Betrieb könnte später von der GmbH übernommen werden, einschließlich der Abrechnung laufender Kosten.
Bedenken gegen Standort am Wasserspeicher
Gemeinderatsmitglied Klaus Rieglsperger (CSU/Parteifreie Wähler) befürchtete, dass sich die Gemeinde mit einem Standort am Wasserspeicher langfristig „einsperren“ könnte. Gemeinderatsmitglied Willi Kreck (Bündnis 90/Die Grünen) bemerkte, dass gegen diesen Standort grundsätzlich wenig spreche, hinterfragte jedoch die Genehmigungsfähigkeit. Dazu müsse laut Georg Obermaier erst eine konkrete Planung vorliegen, um die Frage zu klären.
Zehn Jahre Bindungsfrist bei Förderung
Roland Wittmann ergänzte, dass ein späterer Umzug der Heizanlage zu einem zentralen Standort möglich sei, solange diese im geförderten Netz verbleibt. Die Bindungsfrist der Förderung beträgt zehn Jahre.
Gemeinde hat keine Wahl
Kreck war verwundert über die notwendige Betreiberrolle der Gemeinde, die ursprünglich nicht vorgesehen war. Die Gemeinde hatte aber laut Obermaier keine andere Wahl. Bislang existieren nämlich die privaten Strukturen für die Umsetzung nicht. Dies hätte ansonsten zu Verzögerungen bei der Erschließung geführt.
Im Gemeinderat kristallisierte sich einstimmig ein Favorit heraus: Als bevorzugte Lösung gilt ein Standort am Wasserspeicher, alternativ kommt der geplante Trafostandort im Baugebiet „Am Hang III“ infrage.
Angebote für Heizcontainer einholen
Die Gemeinde wird nun Angebote für den Heizcontainer und dessen Anbindung an das Wärmenetz einholen. Parallel dazu wird ein Entwurf für einen Wärmelieferungsvertrag vorbereitet.
