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Zwei Millionen Eier dürfen Hof nicht verlassen

Verdachtsfälle nun schon in drei Landkreisen: Rottal/Inn bestätigt Untersuchung in Gangkofen

Der Verdacht auf die Newcastle-Krankheit in Neumarkt-St. Veit und ein erster positiver Test erforderte die Tötung von 30.000 Masthähnchen. Unser Bild zeigt die Schleuse am Hof bei Neumarkt.
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Der Verdacht auf die Newcastle-Krankheit in Neumarkt-St. Veit und ein erster positiver Test erforderte die Tötung von 30.000 Masthähnchen. Unser Bild zeigt die Schleuse am Hof bei Neumarkt.

Nach dem Verdacht auf Newcastle-Ausbrüche bei Geflügelhaltern in den Landkreisen Erding und Mühldorf sind nun auch Verdachtsfälle in einem Betrieb im Landkreis Rottal/Inn aufgetreten. Das Landratsamt bereitet sich auf Maßnahmen vor. Im Landkreis Mühldorf dürfen derweil auf einem Hof drei Millionen Eier nicht ausgeliefert werden.

Niederbergkirchen – Bislang ist es nur ein Verdachtsfall, aber das Landratsamt von Rottal/Inn bereitet sich auf das Schlimmste vor. Wie der stellvertretende Pressesprecher des dortigen Landratsamtes, Thomas Hofbauer, auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen bestätigt, gebe es in Gangkofen einen Betrieb, bei dem ebenfalls der Verdacht auf einen Ausbruch der Newcastle-Krankheit besteht.

Überwachungszone wird übernommen

„Am Dienstag wurden Proben entnommen und an die zuständigen Behörden zur Untersuchung geschickt“, so Hofbauer. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit teste diese Proben, auf Grundlage der Ergebnisse würden dann weitere Schritte eingeleitet.

Zunächst sieht Hofbauer noch keine Notwendigkeit, im Umkreis des betroffenen Betriebes in Gangkofen eine Schutzzone sowie eine Überwachungszone zu definieren. Man bereite sich aber auf den Ernstfall vor, teilt er mit. Sehr wohl aber werde die am Dienstag vom Landratsamt Mühldorf festgelegte Überwachungszone, die über den Landkreis Mühldorf hinausgeht und auch Teile des Landkreises Rottal/Inn betrifft, entsprechend zeitnah kommuniziert.

Erste wirtschaftliche Konsequenzen

Der Ausbruch der Newcastle-Krankheit bei einem Masthähnchen-Stall in Neumarkt-St. Veit hat bereits wirtschaftliche Konsequenzen für andere Betriebe. Bei einem der größten Eier verarbeitenden Betriebe im Landkreis, der Firma Obermeier in Niederbergkirchen, dürfen zwei Millionen Eier nicht vom Hof.

Aktuelle Seuchenlage

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) teilt auf seiner Internetseite mit, dass es in Bayern Ende Februar 2026 nach langer Zeit wieder zu einem Ausbruch der Seuche gekommen sei. Die Newcastle Disease ist eine Tierseuche, die nur für Geflügel relevant ist, für andere Haustiere oder den Menschen ist sie nicht gefährlich.

Zwei Millionen Eier stehen auf dem Hof

In der Firma Obermeier in Penning läuft das Smartphone heiß. Seit den frühen Mittwochmorgenstunden wird telefoniert. Mit dem Landratsamt, mit Veterinären. Denn das eierverarbeitende Unternehmen, das in Penning rund 6000 Legehühner hat, befindet sich in der sogenannten Überwachungszone. Und damit im Radius des Betriebes, wo die zuständigen Behörden aufgrund des Verdachts auf Ausbruch der Newcastle-Krankheit die Schließung und die Keulung von knapp 30.000 Masthähnchen angeordnet haben.

Kein Ei darf raus, kein Ei darf rein!

Franz-Josef Lohner

„Bei uns stehen zwei Millionen Eier auf dem Hof und warten auf Auslieferung. Kein Ei darf raus, kein Ei darf rein. Es ist eine Katastrophe“, berichtet Franz-Josef Lohner, Junior-Chef der Firma Obermeier in Penning, Gemeinde Niederbergkirchen.

„Wir versuchen gerade, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten. Aber wir sind alle ziemlich angespannt, weil wir uns nicht wirklich einen Reim darauf machen können, wie es zum Ausbruch einer Krankheit kommen kann, die bei uns eigentlich als ausgerottet galt!“

Die Schutzzone befindet sich im Umkreis von drei Kilometern rund um Neumarkt-St. Veit. Die Überwachungszone hat einen Radius von zehn Kilometern. Davon betroffen sind eierverarbeitende Betriebe, die aktuell nicht ausliefern dürfen.

Großes Fragezeichen auf dem Geflügelhof

Ausgerottet deshalb, weil man als Geflügelhof, wie es Obermeier Frischeier der Fall ist, akribisch genau darauf achte, dass es eben nicht zu solchen Krankheitsausbrüchen kommt. Die Junghennen werden bereits als Küken geimpft. Ab der 40. Woche werden sie über das Trinkwasser nachgeimpft.

„Der gegenwärtige Impfstoff sollte eigentlich gegen alle uns bekannten Virusstämme wirksam sein“, erklärt Lohner. Er blickt mit Sorge darauf, welche Entwicklung das Ganze nimmt. „Wir beliefern unter anderem Kaufland, Edeka, ALDI, aber momentan steht alles.“ Wie es weiter geht? „Das wissen wir nicht!“

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