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Meisterhafte Blasmusik

Musikliebhaber spenden großzügig für krebskranke Kinder: Eibelsgruber vor 300.000-Euro-Marke

Viel Blech, aber noch mehr Talent: Sepp Eibelsgruber und seine Musikanten haben seit 2002 über 280.000 Euro für die Hauner`sche Kinderklinik eingespielt.
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Viel Blech, aber noch mehr Talent: Sepp Eibelsgruber und seine Musikanten haben seit 2002 über 280.000 Euro für die Hauner´sche Kinderklinik eingespielt.

Wenn die Leute aus drei Regierungsbezirken ins Gasthaus Zens strömen, dann muss da schon etwas Besonderes im Gange sein. Sepp Eibelsgruber und seine Freunde der Blasmusik hatten wieder zu den traditionellen Benefizkonzerten eingeladen und Geld für krebskranke Kinder gesammelt.

Neumarkt-St. Veit – Der Ortsteil Thambach war am ersten März-Wochenende zugeparkt. Autokennzeichen aus drei Regierungsbezirken konnte man im Ort und an den dort hinführenden Straßen und Wegen entdecken. Am Samstagabend waren es weit über 200 Besucher im Landgasthaus Zens, am Sonntagnachmittag kamen sogar noch mehr. Denn wenn Sepp Eibelsgruber zu seinen Benefizkonzerten einlädt, dann kommen die Leute in Scharen.

Erleichterungen in schwerer Zeit – und das seit 2002

Einmal ist es die wunderbare Blasmusik, die der Sepp an seinen Wohltätigkeitskonzerten zu Gunsten der Dr.-Hauner‘schen-Kinderklinik anbietet. Zum Anderen ist es die Spendenfreudigkeit der Gäste, die die Notwendigkeit einsehen, weshalb der Sepp Eibelsgruber krebskranken Kindern und deren Angehörigen Erleichterungen in ihrer schweren Zeit schaffen will.

Multitalent am Gesangsmikro: Vielseitig präsentierte sich Sängerin Katharina Mayer.

Zu den Instrumentalisten seiner zwei Wohltätigkeitskonzerten gehören die besten Musiker im weiten Umkreis. Er kennt sie alle aus dem Effeff, die meisten davon hat er persönlich ausgebildet. Unter den sechs Trompetern war jeder einzelne ein Solist und durfte das auch zeigen. Und alle traten mit Paradestücken ins Rampenlicht, an denen man erkennen kann: Hier spielt ein wahrer Meister seines Fachs.

Junger Trompeter brilliert beim „Alten Dessauer“

So glänzte Marius Preisinger schon früh mit dem Trompetenstück „Alter Dessauer“. Bei den Marschteilen setzte er sich klar mit dem Orchester durch, während die langsamen oder stakkatohaften Teile eines Zapfenstreiches manchmal bis in fast unhörbare Höhen verklangen.

In seinen Erzählungen zwischen den Stücken erinnerte Eibelsgruber gerne an seine Vorbilder Franz Weyerer und Hilmar Zinke. Der „Alte Dessauer“ galt der Erinnerung an seinen allzu früh verstorbenen Freund Werner Leitl, der diesen Marsch schon als Bub in der Jugendkapelle meisterlich beherrschte.

Und für jeden Trompeter ein Solo

Manuel Forster und Thomas Samberger begeisterten wenig später den Saal mit dem Solo für zwei Trompeten „After All“. Wie dann nach der Pause Johannes Stadler und Ingo Schneider die „Silbernen Trompeten“ von Gursky flott und auch weich erklingen ließen.

Thomas Samberger und Manuel Forster (von links) bei ihrem Solo „After All“.

Beim Tenorhornsolo „Amorada“ bewies Martin Stadler, dass er auch dieses Instrument zauberhaft zur Wirkung bringen kann. Vom sagenhaft schnellen Schlussteil verlangte der Musemoaster zwei Zugaben, die vom Spieler eigentlich viel abverlangen sollten. Doch Stadler spielte das alles locker runter, gleich dreimal.

Sentimentale Erinnerungen an ehemalige Weggefährten

Mit wirkungsvoller Musik brachte Eibelsgruber auch seine Posaunen zum Einsatz. Zuerst beim Schwalbenmarsch, mit dem er an Franz Weyerer erinnerte. Nach der Pause erklang das Solo für drei Posaunen „Drei Musketiers“ von allen sechs Bläsern eindrucksvoll von der Bühne herunter.

Flotte Flötentöne

Zum Klang einer richtigen Blasmusik gehören natürlich Klarinetten, denen im Programm mit der Oberkrainer Klarinettenballade „Der Wind bringt Dir mein Lied“ Gelegenheit zur Auszeichnung gegeben war. Andreas Demm und Conny Pilzweger bewiesen bei diesem Solostück von Avsenik mit ihrem Spiel höchstes Können und Gefühl.

Zweimal „Drei Musketiers“ füllten den Saal mit vollem Klang vom hinteren Ende der Bühne.

Mit allen 20 Musikern zusammen bot der Musemoaster dazwischen von der Polka über Walzer, Marschmusik und Blues im Big-Band-Sound eine bunte Palette schönster Melodien. Dabei stellte sich heraus, dass einige Musiker auch sehr erwähnenswerte Gesangsleistungen bieten, darunter Balladen oder Stimmungslieder. Doch eine eigene Sängerin hat der Sepp auch in seiner Mannschaft. Katharina Mayer zeigte ihr vielseitiges Talent am Mikrofon. Gewohnheitsmäßig endete auch diese Konzertreihe mit der Bayernhymne und Beethovens „Ode an die Freude“.

Und der Landrat rundet auf

Langanhaltender Applaus nach über drei Stunden war der Dank des Publikums. Dazwischen gab der Sepp immer wieder mal den neuesten Stand des Spendenbetrages an. Knapp 261.900 Euro waren es vor dem Wochenende. Sollte vielleicht sogar die 300.000 Euro-Hürde fallen?

Das wäre dann doch zu zuversichtlich gedacht gewesen. Und dennoch: Die Spendenbereitschaft näherte sich auch in diesem Jahr wieder den Rekordwerten früherer Jahre an. 21.300 Euro zählte Eibelsgruber nach dem Wochenende. „Ein sehr, sehr gutes Ergebnis. Wir haben fast die 23.000 Euro erreicht, unsere bisherige Rekordsumme“, bedankt sich Eibelsgruber bei allen Unterstützern, darunter auch bei Landrat Max Heimerl, der die Spendensumme vom Sonntag spontan von 3.127 Euro auf runde 4.000 Euro aufgerundet hatte.

Fällt heuer noch die 300.000er-Schallmauer?

Im Sommer will Eibelsgruber das Geld an die Kinderklinik übergeben. Er ist sich schon jetzt sicher, dass es ein neuer Rekordwert sein wird. Ob die Gesamtspendensumme, die seit 2002 bislang 283.000 Euro beträgt, in diesem Jahr noch die 300.000-Euro-Marke reißt, das glaubt der Musemoaster indes nicht. „Spätestens aber im nächsten Jahr“, hofft Eibelsgruber. Die Termine stehen bereits: Am 21. und 22. Februar finden die beiden Konzerte statt.

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