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Er will die Schulen mit einbinden

Wald im Umbruch: Benjamin Scharnagl ist erster Revierförster mit Sitz in Niedertaufkirchen

Der Borkenläfer hat schon viel Wald zerstört. Revierförster Scharnagl markiert befallene Bäume.
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Der Borkenkäfer hat schon viel Wald zerstört. Revierförster Scharnagl markiert befallene Bäume.

Der Raum ist nur 30 Quadratmeter groß: Aber von dort aus organisiert Revierförster Benjamin Scharnagl knapp 5.000 Hektar im nördlichen Landkreis Mühldorf. Scharnagl steuert in Niedertaufkirchen den Waldumbau vor seiner Haustür. Denn der Klimawandel erfordert ein Umdenken.

Niedertaufkirchen – Schon lange war das Töginger Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) auf der Suche nach einem Büro für das Forstrevier im nördlichen Landkreis. Dieses Revier erstreckt sich über 5.000 Hektar von Mühldorf bis Egglkofen und von Oberbergkirchen bis an die Altöttinger Landkreisgrenze.

Als die Behördenleiterin Angela Vaas und ihr Forstbereichsleiter Dr. Martin Kennel erfuhren, dass im Niedertaufkirchener Schulhaus Räume der ehemaligen Lehrerwohnung frei wären, nahmen sie sofort Kontakt mit dem Niedertaufkirchener Bürgermeister Sebastian Winkler auf.

Gemeinderäte zeigen handwerkliches Geschick

Es war aber schon ein sehr alter Raum, den die Behördenleute zu sehen bekamen. „Aber in meinem Gemeinderat hab ich drei wunderbare Handwerker: Maurer, Maler, Elektriker. Die haben sofort des Kammerl auf Vordermann gebracht.“ Und als Revierförster Benjamin Scharnagl und die Beamten das Werk sahen, waren sie mehr als zufrieden.

Ein eigener Eingang im Schulgebäude führt zuerst in einen hellen, 30 Quadratmeter großen Raum, in dem die Computeranlage und zwei Schreibtische Platz haben. „Förster Scharnagl ist auch Ausbilder. Und zu seinen Aufgaben gehört, Praktikanten und Forstanwärter zu betreuen“, erklärt Dr. Kennel.

Endlich Comouter anstelle des Smartphones

Ein kleiner Abstellraum und ein Sanitärraum vervollständigen das neue Forstbüro. Revierförster Benjamin Scharnagl ist jedenfalls begeistert: „Endlich kann ich wieder Aufgaben am Computer wahrnehmen, bisher musste vielfach das Handy herhalten.“ Das sei wichtig, um Erkenntnisse digital festzuhalten und auch zu dokumentieren. Aber den Großteil seiner Arbeitszeit wird Förster Scharnagl wohl im Wald und bei Waldbauern verbringen, wie er auf Nachfrage ergänzt.

Ein zufriedener Revierförster: An diesen Computern kann man besser arbeiten als am Handy.

Winkler übergibt die Schlüssel

Am ersten Donnerstag im März übergab Bürgermeister Sebastian Winkler der Behörde die Schlüssel für das Niedertaufkirchner Forstamt. Das AELF, das für fünf Forstreviere und für die Landwirtschaft in den Landkreisen Altötting und Mühldorf zuständig ist, freut sich, im Zentrum dieses Forstreviers den Stützpunkt zu haben.

Zu den vornehmsten Aufgaben der Revierförster gehört in erster Linie ein notwendiger Waldumbau: „Der Wald muss auf die Klimaerwärmung eingestellt werden“, beteuert Scharnagl. Er spricht von einer Übermacht aus Fichtenmonokulturen. Diese einseitige Bepflazung müsse durch klima-stabile Mischwälder in ein Gleichgewicht gebracht werden. „In den Staatsforsten haben wir da bereits einen jahrzehntelangen Vorsprung“, vergleicht Scharnagl mit dem Prozess in anderen Zuständigkeitsbereichen.

Standortgemäße Baumarten wegen des Klimawandels

„Die Waldbauern dahingehend gut zu beraten, sehe ich als ganz wichtige Aufgabe“, betont Scharnagl. „Wir wollen mithilfe von standortgemäßen Baumarten den Wald fit für den Klimawandel machen. Dazu pflanzen wir in bestehende Fichtenwälder unsere heimischen Baumarten wie die Tanne und die Eiche, aber auch Fremdländer wie die Douglasie.“

Gemeinde- und Behördenvertreter besiegeln den Einzug des Forstamts ins Schulhaus vor dem Amtsschild. Von links: Förster Scharnagl, Bürgermeister Winkler, Amtsleiterin Vaas und Forstbereichsleiter Dr. Kennel.

Der Waldumbau, das macht Scharnagl ebenso deutlich, wird die Fichte nicht vollständig verdrängen, aber auf ein verträglicheres Maß reduzieren und damit Mischbauarten eine Chance geben. „Nur ein gesunder Mischwald wird die Herausforderungen des Klimawandels bewältigen können“, ist sich Scharnagl sicher. Wichig sei dabei auch die Waldpflege, wobei sogenannte „Zielbäume“ von konkurrierenden Bäumen befreit werden wollen, sodass sich deren Kronen und Wurzeln besser entwickeln können.

Bewusstseinsförderung schon in der Schule

Das Bewusstsein für die Natur im Allgemeinen und den Wald im Speziellen will Scharnagl schon in jungen Jahren fördern. Und so ist es dem Revierförster neben der allgemeinen Waldpflege ein besonderes Anliegen, auch mit den Schulen eng zusammenarbeiten. Jetzt ist er dafür ja im Forstbüro Niedertaufkirchen leicht zu erreichen. Sein Telefon klingelt unter der Nummer 0152/26327732, und die E-mail lautet: Benjamin.Scharnagl@aelf-to.bayern.de

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