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Nachruf

Drei Jahrzehnte im vollen Einsatz: Emil Steinbachs Vermächtnis für Neumarkt-St. Veit

Emil Steinbach
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Eine Original-Parkbank aus Paris? Kein Problem. Wenn man sich etwas in den Kopf setzt, dann geht auch ein solcher Wunsch in Erfüllung. Emil Steinbach hat das Projekt mit den Parkbänken aus aller Welt mit angeschoben.

Neumarkts Parkbänke aus aller Welt tragen seine Handschrift: Emil Steinbach war 30 Jahre lang im Stadtrat. Er kümmerte sich um die Jugend. Und packte mit an, wenn es darum ging, Feste und Feiern zu organisieren. Jetzt ist er im Alter von 75 Jahren gestorben. Erinnerung an einen besonderen Menschen.

Neumarkt-St. Veit – „Ich möchte diese 30 Jahre im Stadtrat nicht missen!“, das hatte Emil Steinbach gesagt, als er sich bei der Kommunalwahl 2020 dafür entschieden hatte, nicht mehr zu kandidieren. 1990 war er als Letzter auf der Liste der UWG in den Stadtrat gewählt worden. Die gesamten 30 Jahre war Steinbach im Finanzausschuss vertreten, 24 Jahre seines Mandats engagierte er sich als Jugendreferent,

Drei Jahrzehnte nicht nur im Stadtrat aktiv

„Emil war einer der Stadträte mit Vorbildcharakter. Er hat sein Amt nicht nur darin gesehen, dass er die Sitzungen begleitet, sondern sehr viel mehr für die Stadt getan“, würdigt Bürgermeister Erwin Baumgartner Steinbachs Einsatz in den drei Jahrzehnten. Maßgeblich sei Steinbach an der Einrichtung des Jugendzentrums im Unteren Tor beteiligt gewesen. Wenn es um die Organisation von Veranstaltungen ging, etwa eine Gewerbeschau oder andere Festlichkeiten der Stadt, habe er all sein Können und Wissen als Dekorateur eingebracht. Das Amt des Jugendreferenten habe er förmlich gelebt. „Er war ein Stadtrat mit Leib und Seele“, so Baumgartner.

Schon als Kind hat Emil Steinbach gern gezeichnet. Er machte sein Faible für Kunst zum Beruf.

Mit 3.300 Brezen runter nach Italien

Das Engagement Steinbachs für die Stadt ging weit über den Stadtrat hinaus. Der 75-Jährige engagierte sich in vielen Vereinen. Er war einer der Gründerväter der Neumarkter Breznbäcker. 2003 sollte Elsass Bäcker Toni Jung Brezen in der Neumarkter Partnerstadt Caneva backen. Robert Lächele und Emil Steinbach waren begeistert von der Idee, trommelten einige Freunde zusammen und machten sich mit 3.300 Brezen auf den Weg nach Italien. Dort backten sie in einer kleinen Dorfbäckerei ihre bayrischen Brezen und vertieften so die deutsch-italienische Freundschaft. Wenig später wurde der Verein der Breznbäcker gegründet, der seitdem soziale Projekte unterstützt.

Emil Steinbach war stets ein Mann der Tat. Eine Idee konnte noch so verrückt sein: Steinbach setzte sich immer dafür ein, dass sie realisiert werden konnte. Ein Storchennest auf der Stadtapotheke? Gesagt, getan, auch wenn sich nie Störche niedergelassen haben. „Er war einfach ein Visionär“, sagt auch der UWG-Ortsvorsitzende von Neumarkt-St. Veit, Peter Hobmaier. Ein kreativer Kopf, der andere mit seinen Ideen inspiriert habe, „und immer auf die Jugend geschaut hat“, erinnert sich Hobmeier an Steinbachs Einsatz, dass das Untere Stadttor zum Jugendzentrum aufgebaut wurde. „Er hat immer darauf geschaut, dass in Neumarkt-St. Veit was vorwärtsgeht! Und er hat dabei auch nicht locker gelassen!“

Schon als Zwölfjähriger wusste er genau, was er wollte

Emil Steinbach wurde am 26. Juli 1949 in Erding geboren. Seine Eltern, Rita und Heinrich, hatten sich nach den Entbehrungen durch Vertreibung und russische Gefangenschaft eine neue Existenz in Erding aufgebaut.

Zielstrebig war Steinbach schon immer. Er war erst zwölf Jahre jung, da stand für ihn fest: „Ich werde mal Schaufenster dekorieren.“ Er begann 1963 eine Ausbildung bei Konen in München, danach wechselte er zur Schweizer Firma Kleider AG in der Kaufingerstraße. Als das Unternehmen seine Münchner Filiale schloss, führte ihn sein Weg in die Schweiz. Dort nutzte er die Gelegenheit, in verschiedenen Filialen der Kleider AG zu arbeiten.

1969 lernte er seine Juliane kennen

Während eines Heimatbesuchs im Jahr 1969 lernte er seine Juliane kennen. In München fand er eine neue berufliche Herausforderung bei der Firma Diepold, der Messebau wurde zu einem wichtigen Bestandteil seiner Arbeit.

Nachdem Juliane 1973 ihr Abitur abgeschlossen hatte, zog Emil mit ihr gemeinsam nach München, wo sie ihr Studium begann und Emil Steinbach sich eine kleine Werkstatt im Münchner Stadtteil Giesing einrichtete. 1978 ließ er sich in Neumarkt-St. Veit als selbstständiger Werbefachmann nieder.

Er heiratete seine Juliane und freute sich bald über die Geburten seiner Kinder Harald (1981) und Barbara (1991). Die Familie erlebte unzählige glückliche Momente – sei es beim Skifahren in Südtirol oder auf Reisen mit dem Wohnwagen ans Mittelmeer und die Adria. Seinen Enkelkindern durfte er viele Jahre ein liebevoller und stolzer Opa sein.

Zunächst bewohnte die Familie einen Bauernhof bei Untergauling, später erwarben sie das Elternhaus des Historikers Benno Hubensteiner in der Birkenstraße, wo sich Emil Steinbach auch eine Werkstatt eingerichtet hatte.

Stetiger Einsatz für die Schwachen der Gesellschaft

Als Berufspate setzte er sich dafür ein, dass Jugendliche einen Ausbildungsplatz erhalten, er engagierte sich auch in der Betreuung von Flüchtlingen. Dass Original-Parkbänke aus Paris, Prag, Wien und Meran in Neumarkt zu finden sind, ist ebenso Steinbachs Einsatz zusammen mit der Arbeit der hiesigen Werbegemeinschaft zu verdanken. Steinbach nahm gerne den Zeichenstift in die Hand, porträtierte besonders malerische Ecken seiner Heimatstadt, dokumentierte den Wandel der Zeit mit der Fotokamera.

Nach 30 Jahren ist Schluss: Emil Steinbach gehörte dem Neumarkter Stadtrat seit 1990 an. Er durfte sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen.

Kontakt nach Außen über Soziale Netzwerke

In den vergangenen Jahren ist es leise um den Emil geworden. Eine Krankheit schränkte seinen Aktionsradius sehr ein, doch er blieb bis zuletzt ein kreativer Kopf, verlor nie seinen Optimismus. Über die Sozialen Netzwerke kommentierte er Begebenheiten in der Stadt, schwelgte in Erinnerung, wie etwa der Fasching früher in Neumarkt-St. Veit gefeiert wurde, warb für Aktionen seiner Breznbäcker. Oder lud die Neumarkter zum gemeinsamen Singen ins Schulmuseum ein.

Auf Facebook sind es dann auch nur Dankesworte, die über Emil Steinbach die Runde machen. Wie er anderen Leuten half, in Neumarkt sesshaft zu werden. Ihnen Aufträge für deren neues Business zukommen ließ. Oder Firmenlogos entwickelte, die heute noch im Umlauf sind. Der Tenor ist stets der Gleiche: Da ist ein wunderbarer und feiner Mensch von uns gegangen!

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