„Wahnsinnig starkes Signal“
Geht um Hunderttausende Euro: Stadt greift dem FC Mühldorf finanziell unter die Arme
Der FC Mühldorf braucht dringend finanzielle Unterstützung von der Stadt: Eine erste Hürde ist jetzt genommen, doch fix ist mit dem Ja aus dem Finanzausschuss noch nichts. So viel Geld ist im Spiel.
Mühldorf – Der FC Mühldorf kann mit einem dicken Zuschuss der Stadt für seine Umbaupläne an der Adolf-Kolping-Straße rechnen. Einstimmig und ohne jedes Widerwort in der Aussprache stimmte der Finanzausschuss der Stadt Mühldorf dafür, dem Verein mit rund 815.000 Euro unter die Arme zu greifen. Eine erste Hürde auf dem langen Weg zum FC-Neubau ist gemeistert. Die endgültige Entscheidung fällt aber erst am 26. Juni im Stadtrat.
Verein braucht mehr Platz
Der FC Mühldorf will auf der Anlage des ehemaligen ESV Mühldorf an der Adolf-Kolping-Straße einiges neu- und umbauen und modernisieren: Ersatzneubau des Kabinentrakts; Modernisierung der Sportplätze; Optimierung der Platzaufteilung. Laut FC sind diese Maßnahmen nötig, da der Verein an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Denn auch die Spielstätten in Mößling und Altmühldorf sind voll ausgelastet.
Der Kabinentrakt sei momentan in einem nicht mehr tragbaren Zustand und noch dazu hygienisch unzureichend, heißt es in der Vorlage zur Abstimmung. Erst sollte der Trakt nur saniert werden. Allerdings haben sich bei der statischen Überprüfung erhebliche Mängel herausgestellt. Ein Ersatzneubau sei die einzig sinnvolle Lösung. In ihm sollen vier Umkleidekabinen für Heimmannschaften und zwei für Gastmannschaften, drei Duscheinheiten sowie zusätzliche WC-Anlagen und Sportgeräteräume entstehen.
Kabinentrakt braucht eine Rundumerneuerung
Die Sportplätze sollen mit umweltfreundlichen LED-Flutlichtanlagen ausgestattet werden. Eine neue Bewässerungsanlage mit Brunnen für dauerhafte Rasenpflege sorgen und eine Drainage stehendes Wasser verhindern. Neue Spielerhäuschen sollen Spielern Schutz bei jedem Wetter bieten und eine kleine Tribüne den Zuschauern einen besseren Blick verschaffen.
Die Lage des Hauptspielfelds soll gedreht werden, um mögliche Belastungen der Umgebung durch die Lautstärke bei Spielen abzumildern.
Kosten in Millionenhöhe
Kosten soll das alles weit über eine Million Euro. Der Verein schätzt die gesamte Investitionssumme auf genau 1.214.439,76 Euro. Für den FC alleine auf keinen Fall aus eigener Kasse zu schultern.
Stadt ist bereit für großen Beitrag
Für den Zuschuss von über 800.000 Euro schöpft die Stadt einen Nebensatz ihrer Fördervereinsrichtlinie voll aus. Denn grundsätzlich hat sich die Stadt bei Vereinsinvestitionen eine Zuschussquote von 20 Prozent auferlegt. „Unabhängig davon kann bei großen Investitionen ausnahmsweise ein höherer Zuschussanteil beantragt werden, sofern die geplante Investition das finanzielle Leistungsvermögen des Vereins erheblich übersteigt“, heißt es in der Richtlinie unter Punkt 6.
Diese Finanzspritze von 815.000 Euro oder 67 Prozent der Gesamtinvestition unterteilt sich in rund 310.000 Euro für die Außenanlagen, 85.000 Euro für das Flutlicht und 420.000 Euro für den Kabinentrakt. Dazu kommen noch eine Förderung durch den Bund in Höhe von 27.000 Euro ausschließlich für das LED-Flutlicht. Vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) kommen rund 250.000 Euro, was 21 Prozent der Gesamtsumme entspricht.
Eigenanteil und Eigenleistung des FC
Nach den Förderrichtlinien des BLSV muss der FC Mühldorf selbst 10 Prozent oder 120.000 Euro in sein Vorhaben beibringen. Dafür kann auch Eigenleistung in Form von körperlicher Arbeit am Bau verrechnet werden.
Schon in der Vorstellung des Vorhabens im Finanzausschuss lobte Bürgermeister Michael Hetzl (UM): „Ein großes Kompliment an den FC Mühldorf, dass man sich auf Vereinsebene ein Vorhaben von dieser Größe und Volumen zutraut.“ Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner betonte, dass im Vorfeld alles Bauliche gut mit der Verwaltung abgestimmt wurde.
Mittel stehen schon im Haushalt bereit
Fabian Zierhofer, als Kämmerer hat er die Finanzen der Stadt besonders genau im Blick, befürwortete den Antrag auf Zuschuss. Entsprechende Mittel seien bereits im Haushalt eingeplant, denn der FC hatte die Stadt schon 2024 über die geplante Großinvestition informiert.
Andere Kommunen haben kein Geld
Diese massive finanzielle Unterstützung des Vereinsbaus und damit des Vereinslebens nannte Markus Saller (UM) „ein wahnsinnig starkes Signal Mühldorfs“. Und das in Zeiten, in denen andere Kommunen und selbst der Freistaat mit Haushaltslöchern zu kämpfen hätten. Dem FC zollte er Respekt für das gut durchdachte Konzept: „Es ist gewaltig, was der FC sich hier zutraut und stemmt.“ Er hoffe, dass sich die Bausumme nicht erhöhe.
Noch sind nicht alle Genehmigungen durch
Karin Enzinger (Grüne) bezeichnete das Bauvorhaben als „großen Act“ und die Unterstützung von Seiten der Stadt als „sehr gut.“ Sie fragte nach dem zeitlichen Horizont der Maßnahme. „Die Genehmigung der Stadt ist da“, antwortete Hetzl. Momentan liege der Vorgang noch zur Bearbeitung im Landratsamt und beim BLSV.
Lange gehegte Pläne
Ein „tolles Vorbild für das sportliche Vereinsleben“, nannte Angelika Kölbl (SPD) die Pläne des FC. Die Kommunikation zwischen allen Beteiligten habe im Vorfeld einfach gepasst. „Sehr großen Respekt, dass sich der FC das zutraut“ zollte Isel Preisinger-Sontag (CSU) dem Verein. Mit der Förderung durch die Stadt sei es möglich, die lange gehegten Pläne endlich auf die Beine zu stellen.
Der Stadtrat entscheidet
Einige Vertreter des FC Mühldorf verfolgten die Abstimmung des Gremiums als Zuschauer. Jetzt warten sie gespannt auf die Entscheidung des Stadtrats am 26. Juni.