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Seit über einem Jahr geht nichts weiter

Weidinger Tiefenwasser als Mineralwasser verkaufen: Hat Innfood die Pläne begraben?

Darf Innfood Tiefenwasser als Mineralwasser verkaufen? Diese Frage treibt die Bürger aus Weiding und Polling weiter um.
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Darf Innfood Tiefenwasser als Mineralwasser verkaufen? Diese Frage treibt die Bürger aus Weiding und Polling weiter um.

Vor gut einem Jahr brach ein Proteststurm in Weiding, Polling und Mühldorf los: Die Firma Innfood hatte beim Landratsamt beantragt, Grundwasser als Mineralwasser verkaufen zu dürfen. So ist der Stand der Dinge.

Weiding – Wer durch Weiding und Polling fährt, sieht sie immer noch, große, auf Bauzäune aufgezogene Transparente: „Keine kommerzielle Vermarktung von Tiefenwasser in Weiding“. Denn genau das möchte Innfood: mit der französischen Firma Roxane das Weidinger Tiefenwasser als Mineralwasser verkaufen.

Das stieß auf heftigen Widerstand. Das ging sogar so weit, dass die Pollinger im November ihrem Bürgermeister Lorenz Kronberger zeitweise die Leitung der Bürgerversammlung entrissen. Die Angst um das Grundwasser treibt sie um. Immer wieder fragen sie: „Was ist denn nun?“

Antrag ging am 23. Dezember 2022 beim Landratsamt ein

Bereits am 23. Dezember 2022 hatte die Innfood Mineral Waters GmbH beim Landratsamt Mühldorf „die stets widerrufliche, beschränkte Erlaubnis für das Zutagefördern von Grundwasser am Standort Weiding“ beantragt, teilt Wolfgang Haserer, Sprecher am Landratsamt Mühldorf, auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen mit.

Gegner der Mineralwasserproduktion haben rund um Polling Protestplakate aufgestellt

Denn das Landratsamt muss als staatliche Behörde über diese wasserrechtliche Erlaubnis in den „engen Grenzen“ der Gesetze entscheiden, muss zwischen den Interessen von Innfood und dem Grundwasserschutz abwägen. „Dies bedeutet, dass die Entscheidung des Landratsamts objektiv anhand der geltenden Gesetze zu erfolgen hat“, so Landkreis-Sprecher Haserer.

Stillstand seit Juni 2023

Seit Juni 2023 Jahres geht nichts voran. „Die Antragsunterlagen sind noch nicht vollständig, daher konnte mit den relevanten Verfahrensschritten noch nicht begonnen werden“, teilt Haserer jetzt mit.

Konkret fehlen vor allem die Unterlagen zum vorhandenen Grundwasserdargebot; also Unterlagen zur Neubildung von Grundwasser aus Niederschlägen, aber auch durch den Zustrom aus anderen Quellen. Diese Unterlagen hatte das Landratsamt mit Schreiben vom 16. Juni 2023 bei Innfood angefordert. Und wartet heute noch.

Unterlagen lassen auf sich warten

„Die vollständigen Antragsunterlagen sind vom Antragsteller vorzulegen. Erst dann kann das Verfahren fortgeführt werden“, verdeutlicht Haserer.

Laut einem Unternehmenssprecher befindet sich Innfood nach dem Einstieg eines Investors wieder auf Erfolgskurs.

Warum diese Unterlagen bislang fehlen und wann die nachgereicht werden, hat Innfood auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen nicht beantwortet. Ein Unternehmenssprecher, der namentlich nicht genannt werden will, schreibt lediglich, dass es bei der „angestrebten Förderung von Mineralwasser“ keine Veränderung gebe: „Wir planen weiterhin in Abstimmung mit den Behörden eine umweltgerechte und die Wasserreserve schonende Umsetzung des Vorhabens.“

Insolvenzverfahren und Investor

Daran hat auch das zwischenzeitliche Insolvenzverfahren und der Einstieg des Bio-Lebensmittelunternehmens NABA nichts geändert. Nach Firmenangaben war das Unternehmen aufgrund unzureichender Kapazitätsauslastung und wegen massiver Kostensteigerungen für Rohstoffe, Energie und Personal in Schwierigkeiten geraten und hatte vor einem Jahr am 1. Oktober ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Im Dezember stieg dann die familiengeführte NABA Feinkost GmbH als strategischer Investor bei Innfood ein.

Laut Unternehmenssprecher mit Erfolg: Innfood sei „durch die erfolgreiche Restrukturierung und den Einstieg eines strategischen Investors – dem Bio-Lebensmittelunternehmen NABA – wieder auf positivem Kurs.“

Kein Zeitdruck für Innfood

Auch wenn Innfood weiterhin in das Geschäft mit Weidinger Mineralwasser einsteigen will, solange Unterlagen fehlen, geht es nicht weiter. Druck macht das Landratsamt nicht, so Sprecher Haserer: Es gebe weder eine Frist noch verfalle der Antrag wegen Zeitablaufs. „Jedoch kann ein Antrag vom Landratsamt Mühldorf im Einzelfall abgelehnt werden, wenn fehlende Unterlagen über einen längeren Zeitraum nicht nachgereicht werden.“

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