Sitzung im Umweltausschuss des Kreistages
CSU-Landrat Heimerl dankt den Grünen: Klimaschutz und Radwege im Landkreis Mühldorf
Radwege, Energieeffizienz und E-Mobilität: Im Umweltausschuss des Kreistages Mühldorf wird klar, wie ernst es der Region mit dem Klimaschutz ist – aber auch, wo noch Luft nach oben ist.
Mühldorf – „Ich bin dankbar für diesen Antrag“, sagte Landrat Max Heimerl (CSU) in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses mit Blick auf die Grünen. Die wollten nämlich den aktuellen Stand beim Ausbau des Radwegenetzes im Landkreis wissen.
„Der Landkreis hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielt“, sagte Heimerl. Ein Zeichen: die Region Inn-Salzach sei deutschlandweit eine von zertifizierten Radreise-Regionen des ADFC. Das sei ein Alleinstellungsmerkmal. Ein Ausbau mit Anbindung an die Gedenkstätten im Mühldorfer Hart sei in Planung. Heimerls Fazit: „Schlecht sind wir nicht.“
Landkreis hilft den Kommunen
Auch unterstütze der Landkreis die Kommunen beim Schließen von Lücken sowie beim Modernisieren. Ein bedeutender Lückenschluss sei, so Heimerl, zuletzt mit der Verbindung Mühldorf-Waldkraiburg erreicht worden. Das habe sowohl als alltägliche Verkehrsverbindung als auch als Tourismusroute Bedeutung.
Der Landkreis helfe den Kommunen bei Projekten entlang von Kreisstraßen mit der Planung, Ausschreibung, Bauleitung und dem Stellen von Förderanträgen. Daneben fördere der Landkreis die nicht zuwendungsfähigen Kosten mit bis zu 30 Prozent; gedeckelt auf 10.000 Euro je Projekt. Voraussetzungen sind unter anderem ein gesicherter Grunderwerb und eine förderfähige Strecke an einer Kreisstraße.
Viele Projekte verwirklicht
Bisher wurden unter anderem der Radweg zwischen Feichten und Egglkofen fertig, an der St 2087 zwischen Buchbach und Schwindegg fertig; auch nennt der Bericht den fertiggestellten ersten Abschnitt an der St 2352 zwischen Mühldorf und Waldkraiburg. Weitere Wege sind, laut Bericht, in Planung oder hängen noch am Grunderwerb – unter anderem in Unterreit, Heldenstein, Rattenkirchen oder Niedertaufkirchen.
„Es geht voran“, bilanzierte Landrat Heimer. „Es geht gut voran, auch wenn es natürlich immer noch mehr sein könnte.“
Auch Alfons Linner (Grüne) lobte das Erreichte, meinte aber auch: „Da ist noch viel Potential.“
Klimawandel geht alle an
Im Umweltausschuss gab es auch den Bericht zum Energiemanagement und Klimaschutz für das Jahr 2024. „Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – seine Auswirkungen sind längst auch bei uns vor Ort spürbar“, betonte Landrat Heimerl. „Deshalb können und dürfen wir nicht länger auf globale Lösungen warten. Klimaschutz gelingt nur miteinander – lokal und konkret.“
Hier legt der Landkreis dar, wie die Region an der Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes arbeitet. Der Bericht, der online unter www.lra-mue.de/klimaschutzbericht2024 zu finden ist, stellt über 30 Projekte aus unterschiedlichen Handlungsfeldern vor – von der Energiewirtschaft über Bildung bis zur Mobilität – und zeigt konkrete Erfolge und Perspektiven auf. Dazu zählen das in Gründung befindliche Landkreiswerk, der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft, energieeffiziente Schulbauten sowie innovative Mobilitätsangebote wie Stadtradeln und E-Fuhrpark, aber auch Maßnahmen wie Streuobstwiesen, Blühflächen und Bildungsangebote.
MüMo: Ein Erfolg, aber die Zukunft ist ungewiss
Wie es denn mit dem Sharing-Angebot „MüMo - Mühldorf mobil“ weiter geht, fragte Linner, da jetzt wohl eine dritte Gemeinde aussteigen wolle. Anfangs haben sich an MüMo der Landkreis sowie Ampfing, Buchbach, Haag, Neumarkt-St. Veit, Oberbergkirchen, Schönberg und Schwindegg beteiligt. Ende 2024 sind sowohl Ampfing wie auch Schönberg ausgestiegen.
Das Projekt habe zwei Stoßrichtungen gehabt, sagte Heimerl: erste Erfahrungen mit der E-Mobilität zu ermöglichen und ein zusätzliches Mobilitätsangebot zu schaffen. Das erste sei gelungen, befand Heimerl. Die Zukunft von MüMo hänge aber auch an der Nachfrage. „Wir können es als öffentliche Hand nur weiterführen, wenn es angenommen wird“, sagte Heimerl. Auch wenn erste Kommunen aussteigen, weil die Nachfrage zu wünschen übrige lasse: „Das heißt nicht, dass das Projekt gescheitert ist.“
Das unterstrich auch Schönberger Bürgermeister Alfred Lantenhammer (CSU). Seine Gemeinde habe das Projekt wegen der geringen Nutzung und des anhaltenden Defizits für die Kommune eingestellt. Dennoch meinte Lantenhammer: „Es war ein guter Beitrag für die E-Mobilität.“
