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Hundesport ist seine Leidenschaft

Hunde-Profi Edgar Huber aus Mühldorf: Vom Wagerlschieber zum Hundetrainer des Maharadschas

Edgar Huber Hundesportverein Mühldorf
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Edgar Huber mit seinem Malinois-Rüden „Iwo vom Further Moor“, mit dem er im April den ersten Platz bei der FCI-IGP3 belegte.

Schon als Kind wünschte sich der Mühldorfer einen Hund. Heute ist er ein äußerst erfolgreicher und international gefragter Hundetrainer. Was hinter Edgar Hubers Erfolg steckt.

Mühldorf – Schon als Kind wünschte sich Edgar Huber (66) einen Hund. Seine Eltern sagten: „Wenn du einen möchtest, musst du dir das Geld zusammensparen.“ Also schob der Mühldorfer im Alter von 14 Jahren im Einkaufszentrum fleißig Einkaufwagen zusammen und sparte mühevoll auf seinen Hund. Als er im Mühldorfer Anzeiger ein Inserat las, dass ein Jagdhund-Mischling abzugeben sei, war dies der Grundstein für einen beachtlichen Werdegang, als einer der erfolgreichsten Hundeführer Deutschlands und darüber hinaus.

Einer der erfolgreichsten Hundeführer

Vor kurzem erreichte er bei der Begleithundeprüfung FCI-IGP3 mit seinem Hund „Iwo vom Further Moor“ die Bestnote „Vorzüglich“ und damit Platz eins. Die FCI-IGP3 ist die höchste Stufe der Internationalen Gebrauchshundeprüfung (IGP) der Fédération Cynologique Internationale (FCI), die Königsdisziplin im Hundesport.

In mehr als 40 Jahren Hundesport feierte Edgar Huber unzählige Erfolge. So auch mit seinem heute achtjährigen Malinois-Rüden „Dux vom Scheidgraben“, mit dem er bei den IGP ebenfalls Bestnoten erreichte. Begeistert vom Hundesport legte er schon als junger Bursche mit seiner Hündin Susi nach zwei Jahren Training seine erste Prüfung, die Unterordnungsprüfung, erfolgreich ab. Sein professioneller Umgang mit den Hunden blieb nicht unbeachtet und so sprach ihn Dr. Heinz Döring aus Annabrunn an, ob er seinen Schäferhund ausbilden würde. Huber war gerade mal 17 Jahre alt, fand den Schäferhund klasse und so fuhr er mit seinem Radl immer von Mühldorf nach Annabrunn, arbeitete mit dem Schäferhund und legte mit ihm die Schutzhundeprüfungen ab. Geld nahm er dafür keins.

Edgar Huber stand schon mitten im Berufsleben, als er auch den Deutschen Schäferhund „Bronko“ von seinem Chef Josef Kellner ausbildete. Sein Chef hatte jedoch nicht nur einen tollen Hund, sondern auch eine hübsche tierliebe Tochter und so traf 1978 Amors Pfeile die beiden Hundeliebhaber mitten ins Herz. Zwei Jahre später heiraten Edgar und Gerti. Kurz nach der Hochzeit holten sie ihren Deutschen Schäferhund „Arko vom Forellenhof“ zu sich. Hündin Susi blieb bei Edgar Hubers Eltern und wurde stolze 16 Jahre alt.

Der leidenschaftliche Hundesportler legte im Laufe der Jahre unzählige Prüfungen mit seinen Hunden ab. 1985 trat er in den Hundesportverein Mühldorf, mit Sitz in Mößling ein. Recht schnell wurde er hier Ausbilder in den Bereichen Schutzdienst, Unterordnung und Fährten. Seit 1995 ist er erster Vorsitzender beim HSV. Im selben Jahr begann auch seine Laufbahn als Richter beim Bayerischen Landesverband für Hundesport, kurz BLV genannt. Darauf folgte seine Funktion als Richterobmann des BLV. Durch seine Liebe zum Hundesport war er in ganz Deutschland unterwegs und auch im Ausland. Zu Hause hatte er noch seinen eigenen Betrieb, er ist selbstständig als Geschäftsführer von Autohaus Kellner-Huber in Mühldorf. Seine Familie stand stets bedingungslos hinter ihm.

Besonders begeisterte ihn der Schutzdienst, hier muss der Hund lernen, auf Kommandos des Hundeführers zu hören, auch wenn er im Training gerade mit der Jagd auf den Schutzärmel beschäftigt ist. „Ich liebe Schutzdienst, weil es mich schon immer fasziniert hat, wie ein Hund trotz seines Triebs führbar ist. Wenn du da den Hund richtig im Griff hast, ist das eine echte Kunst.“ Das in den Ärmel beißen habe ihn daran nicht interessiert. „Den Hund von dem Webbringen, wo er hinsteuert, das hat mich immer wieder begeistert. Man kann den Hund wegnehmen und bei jeder Reaktion reagiert der Hund anders“, erklärt der Experte.

Plötzlich steht ein Maharadscha vor der Tür

Huber nahm mit seinen Hunden an sämtlichen Wettkämpfen teil, bis hin zur deutschen Meisterschaft. Seine Erfolge und Erfahrungen erweckten auch im Ausland Aufmerksamkeit. „Eines Tages fuhren fünf schwarze Limousinen in meine Hofeinfahrt“, erinnert sich Edgar Huber. Ich dachte, was ist denn jetzt los. Dann stand auf einmal der Maharadscha von Udaipur, Herrscher des indischen Fürstenstaates Mewar, vor mir. Ein sehr netter Mensch. Er fragte mich, ob ich in Udaipur mit seiner Hundestaffel trainieren könnte.“ Über seine Erlebnisse dort berichtete damals auch der Mühldorfer Anzeiger. Mit seinem Kumpel Günther Wieslhuber flog er 2010 für 14 Tage nach Indien, um mit der Hundestaffel zu arbeiten.

Auch in den USA wurde man auf den „German Dog Whisperer“ aufmerksam. 1997 flog er gemeinsam mit seiner Frau Gerti für zwei Wochen nach Tucson in Arizona und gab sein wertvolles Wissen an die Hundeführer der dortigen Polizei weiter. Aktuell arbeitet er mit seinem vierjährigen Malinois-Rüden „Iwo vom Further Moor“. Mit ihm gewann er letztes Jahr auch die IGP, sowie auch viele Ausstellungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Mit ihm belegte er Platz eins als schönster Rüde und BOB/Best Of Breed (übersetzt: Bester der Rasse).

Huber weiß, wie enorm wichtig die richtige Hundeerziehung ist. Er trainiert mindestens dreimal pro Woche auf dem Hundeplatz und dazu auch noch für sich alleine. Sein Erfolgsrezept: „Ein Hund kann keine Leistung erbringen, wenn ich ihn zu etwas zwinge. Erziehung geht nur ohne Gewalt.“ Hunde arbeiten sehr gerne, wenn sie etwas toll machen, werden sie belohnt. „Die Belohnung ist sehr wichtig und natürlich auch viel Beschäftigung“, erklärt Huber. „Nicht jede Hunderasse passt zu jedem Menschen. Da muss man sich genau überlegen, was für einen Hund man sich zulegt.“ Ganz wichtig ist bei einem Hund das Sozialverhalten. „Deshalb sollte man schon im Welpenalter anfangen, mit ihm zu arbeiten und auf den Hundeplatz zu gehen.“

Edgar Huber hat auch in Zukunft noch viele Ziele im Hundesport, unterstützt von seiner Familie, dem HSV Mühldorf, den Ausbildern und Fährtenchef Ludwig Strasser aus Winhöring. Wer mehr über den Hundeprofi aus Mühldorf erfahren möchte oder von ihm lernen will, findet ihn beim Hundesportverein Mühldorf via Internet unter www.hsv-muehldorf.de.

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