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Seepferdchen, Panzerknacker, Omas mit Lockenwicklern: Der Fantasie waren beim Sautrogrennen in Erharting keine Grenzen gesetzt. Zwölf Teams kämpften im Bräuweiher um Bestzeiten. Garantie für viel Gaudi, nasse Hosen und jede Menge Freibier für die Sieger.
Erharting – Sie kamen als bunte Seepferdchen, als fiese Panzerknacker, bezaubernde Omas mit Lockenwickler oder als g’wamperte Loraxe: Wieder einmal waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt bei den Teams, die sich für das Sautrogrennen in Erharting angemeldet hatten. Freilich dauerte es nicht lange, bis auch das raffinierteste Kostüm klitschnass war.
Schließlich haben die zwölf Teams alles gegeben, um ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Denn dort warteten als Preise: Freibier, Freibier und nochmal Freibier.
Schleuse für optimale Bedingungen geöffnet
Der Burschenverein Erharting hatte als Veranstalter alle Register gezogen, die Schleuse weiter oben etwas geöffnet, damit auf dem Bräuweiher optimale Bedingungen herrschten. „Ihr habt ein Super Naserl g‘habt“, lobte auch Bürgermeister Hias Huber das Engagement des Burschenvereins, der mit der Terminauswahl ins Schwarze getroffen hatte.
Tatsächlich hielt der Sommer bis 22 Uhr, ehe ein Gewitter die Veranstaltung ins Zeltinnere an die Bar verbannte. Warum er denn nicht selbst beim Rennen mitgemacht hätte, wurde der Bürgermeister gefragt, vielleicht mit drei weiteren Gemeinderäten. „Ich bin alleine schon zu schwer für den Sautrog“, hatte Huber gleich die passende Ausrede parat.
Erfrischendes Bad im Weiher
Vier Personen bildeten ein Team, jeweils im Duo paddelten sie erst in die eine Richtung auf dem Bräuweiher zur anderen Uferseite, dann der fliegende Wechsel, bevor es wieder retour ging. Fliegende Wechsel deshalb, weil bereits bei dieser Übergabe einige aus dem Trog flogen und ein unfreiwilliges Bad in der Bräuweiher-Brühe genommen haben.
Zum Beispiel die „Blad‘n Ant‘n“, Musiker der Blaskapelle Altmühldorf, die als erstes Team die Vorzüge des erfrischenden Bades genießen konnten bei 37 Grad Celsius im Schatten.
„Es kommt halt darauf an, wie man im Sautrog das Gewicht verlagert. Wir waren zu weit vorne, dann ist Wasser reingekommen und wir sind gekentert“, begründete der 2. Vorsitzende der Blaskapelle, Michael Woidich, den unglücklichen Rennausgang zum Auftakt.
Kentern bedeutete nicht gleich das Aus. Das Reglement sah es vor, dass der Sautrog am Ziel ankommen musste, die Steuermänner entweder im Trog oder schwimmend daneben.
Am Ende mussten sich beide Teammitglieder auf den Zielsteg wuchten, erst dann stoppte die Zeitnahme.
Erhartings Dirndlschaft mischt kräftig mit
Besonders gut gemacht haben das die „New Kids Turbo“, die tatsächlich schon in der Vorrunde mit Bestzeiten auf sich aufmerksam gemacht haben. Ob es an den schneidigen Trainingsanzügen, Marke Oldschool, im Design der 1980er-Jahre gelegen hat?
Der Erhartinger Bräuweiher bebt: „New Kids Turbo“ knacken Rekord beim legendären Sautrogrennen - Teil 1
1:09 Minuten im Vorlauf waren jedenfalls eine Kampfansage, später dann schwimmend in einem hochdramatischen Lauf gegen die „Fuhrmann Wikinger“, die zwischenzeitlich die Orientierung auf dem Weiher verloren hatten. Am Ende entschieden die Hundertstel über den Sieg der „New Kids“.
Diese waren es dann auch, die im Halbfinale einen neuen Weiherrekord aufgestellt haben, mit 1:07 Minute, am Ende verdienter Sieger wurden und 50 Liter Bier gewannen. Die Trainingsanzüge: Allesamt bereits klatschnass. Doch egal, schließlich ging es feucht-fröhlich weiter.
30 Liter für die Seepferdchen aus Maxing
Über 30 Liter freuten sich die Zweitplatzierten, die „Maxinger Seepferdchen“. Immerhin 20 Liter gab es für die Dritten, das Team „Stüberl“.
Die Dirndlschaft aus Erharting waren in der Bräuweiher-Arena nicht nur Gewinner der Herzen. Sie waren mit drei Teams an den Start gegangen, sicherten sich mit dem Team „Helmberts“ Platz 4 und damit 10 Liter Bier.
Der Erhartinger Bräuweiher bebt: „New Kids Turbo“ knacken Rekord beim legendären Sautrogrennen - Teil 2
Dass die knapp 600 Zuschauer bestens unterhalten wurden, lag dabei nicht nur an den Protagonisten in ihren schwimmenden Kisten. Und auch Moderator und DJ Martin Kolm war bestens gelaunt, äußerst schlagfertig und hatte immer den passenden Spruch auf den Lippen und spielte dazu die passenden Lieder ab. Entertainment auf höchstem Niveau!
In Oma-Kluft die Jury überzeugt
Das beste Kostüm hatte sich ebenfalls die Dirndlschaft einfallen lassen. Die „Sauftrog Senoritas“ hatten die Jury in Oma-Kluft inklusive Wollsocken, Kompressionsunterwäsche, Haushaltskleid und Lockenwickler überzeugt. Die vier Aperol-Spritz-Maßen waren ihnen damit sicher.