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Ungewöhnliche Reaktion

Ritter gegen Räuber in Frixing: Einbrecher in der Eicher-Bäckerei – Nun kommt der Mittelalter-Schutz

Bäckermeister Anton Eicher vor seiner Backstube in Frixing. Binnen sechs Wochen wurde bei ihm zwei Mal eingebrochen. Jetzt reagiert der Erhartinger Geschäftsmann.
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Bäckermeister Anton Eicher vor seiner Backstube in Frixing. Binnen sechs Wochen wurde bei ihm zwei Mal eingebrochen. Jetzt reagiert der Erhartinger Geschäftsmann.

Zwei Einbrüche, hohe Schäden, kaum Beute: Bäcker Anton Eicher in Frixing ist sauer über die Zerstörungswut der Einbrecher. Jetzt sollen Ritter helfen, den Familienbetrieb zu schützen.

Erharting – Zwei der drei Nischen an der Verkaufstheke sind leer. Eine Tür ist notdürftig mit einer Holzplatte repariert. Und auch beim Drive-In dient ein Brett als Ersatz für das zerborstene Fensterglas. Innerhalb von sechs Wochen ist der Eicher-Bäcker im Gewerbepark Frixing zwei Mal Opfer eines Einbruchs geworden. Die Beute? Nicht der Rede wert. Der Schaden? immens.

Seniorchef Anton Eicher ist grantig. Zurecht. Viele Jahre hat er in die Planung und in den Bau seiner neuen Großbäckerei gesteckt, immense Investitionen getätigt. Umso glücklicher war er dann, als er am 19. September die Bäckerei am neuen Standort an der Autobahn, vis-a-vis zum Autohof eröffnet hat. Ein großes Arial in unmittelbarer Nähe zur Autobahn. Und offenbar ein begehrtes Objekt mit Langfinger. Denn kaum ein halbes Jahr später musste er der Polizei einen Einbruch melden.

Erster Einbruch am 24. März

In der Nacht zu Montag (24. März) sind Unbekannte zwischen 20.30 und 3.05 Uhr in seinem Laden eingebrochen. Wie die Polizei ermittelt hat, waren der oder die Täter in das Gebäude eingedrungen, hatten die Räume erkundet und am Ende einen dreistelligen Bargeldbetrag erbeutet. Viel ärgerlicher der Schaden, den der oder die Einbrecher hinterlassen haben. Denn der ging in den fünfstelligen Euro-Bereich.

Über das Drive-In-Fesnter eingedrungen

Es dauerte nicht lange und Bäckermeister Eicher musste schon wieder die Nummer der Polizei wählen. Vor knapp drei Wochen sind die Täter – Eicher ist davon überzeugt, dass es mehrere waren – durch das Fenster des Drive-In eingedrungen. „Diesmal hatten sie es offensichtlich auf die Kassenautomaten abgesehen“, berichtet der Erhartinger Bäcker, zeigt auf zwei leere Nischen an der Ladentheke, wo einmal die modernen Automaten standen.

Es handelt sich dabei um sehr teure Bezahlautomaten. „13.000 Euro das Stück“, sagt Tochter Kerstin Eicher über die Automaten, die das Familienunternehmen beim Neubau aus hygienischen Gründen installieren ließ. „Die Verkäuferinnen, die die Backwaren einpacken, müssen das Geld nicht mehr in die Hand nehmen, die Kunden zahlen über die Automaten“, erklärt Toni Eicher.

Die kann nicht einer allein aus der Bäckerei getragen haben!

Bäckermeister Anton Eicher

Jetzt fehlen zwei. „Die kann nicht einer allein aus der Bäckerei getragen haben“, ist Eicher sicher. Vermutlich hatte sich der Einbrecher einen großen Geldsegen erhofft, wenn er sie denn erst aufgebrochen hätte. Doch Anton Eicher schüttelt den Kopf. „Vielleicht ein paar Münzen. Wechselgeld. Aber mehr nicht. Die Automaten werden täglich geleert. Und auch sonst liegt bei uns kein Geld rum“, sagt Eicher schulterzuckend, der die Einbrüche nicht nachvollziehen kann. „Bei uns gibt es nichts zu holen!“

„Dive In“ anstelle von „Drive In“: Über das eingeschlagene Fenster verschafften sich die Einbrecher Zugang zum Verkaufsraum.

Das Gebäude sei nachts beleuchtet. Und die Zeiten, in denen sich keine Menschen in dem Gebäude aufhalten, seien überschaubar. „Wir beginnen ja bereits mitten in der Nacht mit der Produktion. Es ist immer jemand da. Der Einbrecher muss doch damit rechnen, dass er auf Menschen trifft!“ Das sei glücklicherweise bislang nicht passiert. „Man weiß ja nicht, wie ein Einbrecher reagiert, wenn er auf Personen stößt!“

Im März war es auch anderen Orten im Landkreis Mühldorf zu Einbrüchen gekommen. Die Ermittlungen der Polizei, so hieß es damals bei den OVB Heimatzeitungen, sollten Klarheit darüber bringen, ob es zu den Einbrüchen in Schwindegg, Buchbach und Obertaufkirchen einen Zusammenhang gebe. Eicher glaubt das nicht. „Das müssen Hiesige gewesen sein. Denn die Kassenautomaten hat man unweit vom Gewerbepark bei Unterrohrbach gefunden. An der sogenannten Pestkapelle. „Wenn das ein auswärtiger Bandit gewesen wäre, hätte er die Automaten doch mitgenommen und wäre über die Autobahn geflüchtet“, folgert er.

Doch kein Zusammenhang zu Einbrüchen im Landkreis-Westen?

Und auch die Polizei nimmt inzwischen Abstand davon, alle Taten einer Tätergruppe zuzuschreiben. „So wie es aussieht, hängen die Taten im westlichen und im östlichen Landkreis nicht zusammen“, verrät ein Sprecher der Polizei, die Details dazu für die kommenden Tage ankündigt.

Videoübeerwachung oder Erhartinger Ritter

Bis Klarheit darüber herrscht, wer die Einbrüche begangen hat, will Eicher aufrüsten. Der Bäcker will jetzt eine Videoüberwachung installieren. Wieder eine Investition, die in die Zehntausende geht. „Aber es hilft nichts“, so Eicher, denn die Sachschäden beliefen sich inzwischen auf mehrere zehntausend Euro.

Die Installation der digitalen Überwachung wird aber noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Spontane Hilfe haben ihm übrigens aber schon jetzt die treu ergebenen Erhartinger Ritter angeboten. Die Verkleidungskünstler des Brauchtumsvereins hätten ihm bereits angeboten, die Bäckerei – ganz analog – in entsprechender historischer Rittertracht zu bewachen.

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