Roland Haimerls Nachfolge ist geregelt
Ein neuer Stadtpfarrer für Mühldorf - wer am 1. Oktober kommt und was von ihm erwartet wird
In der Sonntagsmesse haben die Mühldorfer erfahren, dass die Zeit ohne Stadtpfarrer bald vorbei sein wird. Der Neue an der Spitze der Stadtkirche kommt aus Wasserburg. Wir stellen ihn vor und haben in der Kirchengemeinde erste Reaktionen eingeholt.
Mühldorf/Wasserburg - Am Ende des Erntedank-Gottesdienstes 2022 in St. Nikolaus, überraschte Mühldorfs Stadtpfarrer Roland Haimerl die Kirchgänger. Er teilte mit, dass er dem Erzbistum München-Freising seinen Rückzug angeboten habe. Auf Nachfrage führte der zu 100 Prozent schwerbehinderte Seelsorger damals gesundheitliche Gründe an. Rund zwölf Jahre hatte Haimerl der Stadtkirche vorgestanden. Anfang November teilte die Stadtkirche mit: „Kardinal Reinhard Marx hat das Rücktrittsgesuch von Mühldorfs Stadtpfarrer Roland Haimerl aus gesundheitlichen Gründen zum 31. Dezember 2022 angenommen.“ Die Leitungsstelle der Stadtkirche Mühldorf für einen Priester wurde zum 1. Januar 2023 neu ausgeschrieben.
Frohe Botschaft in der Sonntagsmesse
Im Rahmen des Sonntagsdienstes (16. April) konnte Pater Dr. John Kuttikottayil der versammelten Kirchengemeinde jetzt eine frohe Botschaft verkünden: Zum 1. Oktober wird die freie Stelle in der Stadtkirche Mühldorf neu besetzt. Als neuer Stadtpfarrer soll dann Dekan Klaus Vogl, derzeit Dekan des Dekanates Wasserburg und Leiter des Pfarrverbandes Rott am Inn, an Haimerls Stelle treten.
Diese Personalie wurde unserer Redaktion von der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats München bestätigt. Auf die Frage, ob Dekan Vogl, diese Versetzung selbst gewünscht hat, antwortet Pressesprecherin Ursula Hinterberger: „Leitungsstellen wie die der Stadtkirche Mühldorf werden in der Erzdiözese München und Freising im internen Stellenportal ausgeschrieben. Die Priester haben die Möglichkeit, sich auf diese Stellen zu bewerben. Am Ende des Bewerbungsverfahrens entscheidet der Erzbischof darüber, welche Bewerbung angenommen und wer mit der Leitungsaufgabe betraut wird.“ Nach diesem Verfahren habe auch die Besetzung der Leitung der Stadtkirche Mühldorf stattgefunden. Wer Vogl auf seinen bisherigen Stellen nachfolgt, werde derzeit beraten, diese Entscheidungen sollen möglichst schnell erfolgen.
Den Neuen im Internet angeschaut
In Mühldorf ist der designierte Stadtpfarrer noch ein Unbekannter. Aber die Freude darüber, dass die Leerstelle so schnell neu besetzt werden konnte, ist groß. „Ich habe mir den Neuen gestern gleich im Internet angeschaut“, verrät Heinz Zuber, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Laurentius. Viel habe er noch nicht über Haimerls Nachfolger herausgefunden, aber die Nachricht sei ja auch noch ganz neu. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass mit ihm die Stelle gut besetzt ist und er unsere Stadtkirche voranbringen wird.“
Trotz Priestermangel schnell gegangen
„Wir sind voller gespannter Neugier und freuen uns über die Neubesetzung“, sagt Georg Waldinger, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats von St. Nikolaus. Auch er habe den Dekan aus dem Pfarrverband Rott am Inn prompt gegoogelt. „Es ist sehr schön, dass wir trotz des viel berufenen Priestermangel so schnell wieder einen Stadtpfarrer gefunden haben“, sagt Ingrid Leiß-Maier, Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Pius, die auch im Gottesdienst von der Nachbesetzung erfahren hat. „Wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit mit ihm.“
Stadtkirche muss mehr zusammenwachsen
Eine, die den neuen Stadtpfarrer persönlich kennt, ist Claudia Stadler, Pastoralreferentin in Altmühldorf. Sie hat im Pfarrverband Schönberg ab 2003 zwei Jahre lang mit Klaus Vogl zusammengearbeitet. „Ich war Pastoralassistentin und Herr Vogl Priesteramtskandidat, ich kenne ihn gut“, berichtet sie am Telefon. Für sie ist er als neuer Stadtpfarrer eine sehr gute Wahl. „Ich hoffe, dass der Neue interessiert genug ist, um zu schauen, was hier schon gewachsen ist und dass er es wertschätzt“, sie erwartet mit der Neubesetzung Veränderungen für die Stadtkirche Mühldorf. „Dass er erkennt, welche Themen anstehen und dass er diese mit den hauptamtlichen Seelsorgern und den ehrenamtlich Engagierten miteinander angeht.“ Es gehe um das Zusammenwachsen der Stadtkirche Mühldorf, „da stehen wir noch sehr am Anfang.“ Zur Stadtkirche Mühldorf gehören die Pfarreien St. Nikolaus, St. Laurentius, St. Peter und Paul, St. Pius und Mariä Himmelfahrt in Mühldorf sowie die Pfarrei St. Michael in Mettenheim.
Auch Pfarrer Klaus Vogl gab am Sonntag, 16. April, am Ende des Gottesdienstes bekannt, dass er ab dem 1. Oktober in der Stadtkirche in Mühldorf Pfarrer wird. Er sei noch bis Juli in Rott tätig, wechsle dann nach Mühldorf. Vogl hätte eigentlich schon 2022 den Pfarrverband mit den Pfarrereien Rott, Griesstätt und Ramerberg verlassen sollen. Damals stand eine Versetzung nach Traunstein an. Dass ihm dieser Wechsel schwerfallen würde, war deutlich zu merken gewesen: „Ich werde die Menschen vermissen“, sagte er 2022 wehmütig. Vogl gilt als tief verwurzelt im Wasserburger Land.
Kardinal Marx erhörte Vogls Wunsch, noch etwas länger in Rott bleiben zu dürfenn - dort hatte Vogl als Pfarrer unter anderem den Gedenkgottesdienst zum 30. Todestag von Franz Josef Strauß zelebriert. Mehr als ein Jahr war dem 44-Jährigen jedoch nicht vergönnt. Jetzt heißt es für ihn und die rund 6000 Katholiken im Pfarrverband nun doch, Abschied zu nehmen.