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Ihr Film eröffnete das Heimatfilmfestival Biennale Bavaria und gab den Ton für die nächsten Tagen in der Region an Inn und Salzach an: Biennale-Chef Günther Knoblauch im Gespräch mit „Jakobs Ross“-Regisseurin Katalin Gödrös und den Schauspielern Orell Bergkraut und Luc Feit (von rechts).
Mit dem bewegenden Eröffnungsfilm „Jakobs Ross“ startete das Heimatfilmfestival Biennale Bavaria kraftvoll in eine neue Runde. Die Festivalmacher zeigen: Heimat ist mehr als ein Ort – sie ist Gefühl, Konflikt und Hoffnung zugleich.
Mühldorf – Es war der bisher stärkste Eröffnungsfilm des Heimatfilmfestivals Biennale Bavaria: Jakobs Ross. Es war die in eindrücklichen Bildern geschilderte Geschichte einer jungen Dienstmagd, der es auf der Suche nach ihrem Lebensziel nicht gelingt, die gesellschaftlichen Fesseln abzuwerfen und ihren Weg zu gehen. Und die dennoch in ihrem Gefangensein weder ihre Sehnsucht aufgibt noch die gesellschaftliche Realität verleugnet, der sie sich stellt.
Nach der eher leichten Eröffnungskost der letzten Jahre, wagten sich die Macher in diesem Jahr an einen Film, der die Bedeutung zeigt, die das Festival haben möchte: Heimat unterhaltsam und ernst, zeitübergreifend und bedeutsam zu thematisieren.
Heimat auf der Leinwand und in den Herzen
Heimat ist der Raum, den Menschen unmittelbar gestalten, in dem sie Gemeinschaft erleben können, die sie aber auch erleiden müssen, die nie ohne das Außen, ohne andere Heimaten auskommt. Das zum Thema zu machen, ist die Absicht von Heimatfilmfestival-Kopf Günther Knoblauch. Er hat im Biennale-Verein Filmemacher, Schauspieler, Kinobetreiber, Städte und Landkreise zusammengebracht, um das Thema Heimat auf die Leinwand, aber auch in die Gespräche und Herzen der Menschen vor und nach den Kino-Vorstellungen zu bringen.
So gab es im Foyer des Kinos ein buntes Schaulaufen von Vertretern aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Unter den zahlreichen Gästen befand sich auch das Kuratorenteam, dem es oblag, aus rund 40 weltweit ausgezeichneten Filmen jene auszusuchen, die noch bis 11. Mai in der Filmwoche in den Städten Wasserburg, Mühldorf, Altötting und Burghausen zu bestaunen sind.
Patrick Wurmbach, Moderator bei Radio Charivari Rosenheim, moderierte den Abend in Mühldorf und befragte die Kuratoren nach welchen Kriterien sie letztendlich die Filme auswählten. Joachim Kurz, Dr. Ulrike Frick und Christian Lerch waren sich einig, die einzelnen Filme müssen etwas in einem auslösen, sonst fallen sie gleich unter den Tisch. Heimatfilme würden nicht nur auf dem Land spielen, der Begriff Heimat sei vielfältig.
So unterschiedlich präsentieren sich die handverlesenen Filme. Große Städte und ferne Länder spielen eine Rolle, denn Heimat gibt es nach Ansicht der Heimatfilmmacher auf der ganzen Welt. Vier Juryteams, besetzt aus Prominenten der Filmbranche, haben die Filme ausgesucht, die am Samstag im Kultur+Kongress Forum Altötting in unterschiedlichen Kategorien mit einem Preis geehrt werden.
Das Objekt der Begierde ist eine gläserne, mundgeblasene Figur namens Saphira. „Sie stammt aus dem Hause Sigi Franz in Burghausen und ist jedes Mal ein Unikat“, unterstrich Vereinsvorsitzender Knoblauch. Die Schauspielerinnen Johanna Bittenbinder, Marisa Burger und Münchens Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler gehören zu den Juryteams. Sie mischten sich in Mühldorf unter die Gäste und erzählten von ihrer Arbeit.
Biennale Bavaria 2025 eröffnet mit emotionalem Höhepunkt: „Jakobs Ross“
„Wir sitzen nicht gemütlich bei Kaffee und Plätzchen“, sagte Schießler, „die Auswahl war anstrengend und schwierig“. Johanna Bittenbinder lässt sich beim Filmeschauen gerne überraschen. „Bei manchen Streifen ist man ganz nahe bei den Figuren“, sagt sie. Marisa Burger, die Miriam Stockl bei den Rosenheim Cops spielt ,wurde vom Moderator hauptsächlich darüber befragt, wieso sie die Serie verlassen möchte. „Ich erlaube mir auch noch andere Herausforderungen anzunehmen“, meinte Burger, die mit ihrem Ehemann Werner Müller nach Mühldorf kam. In Ihre Zukunftspläne ließ sie sich aber nicht blicken.
Landrat Max Heimerl und Bürgermeister Michael Hetzl priesen die Region als Kulisse für Filme. „Das Filmfestival wirkt nach innen und außen und macht unsere Region immer bekannter“, ist sich der Landrat sicher, der betonte: „Wir können schon zeigen, was wir haben“. Heimerl sprach von Naturschönheiten im Landkreis sowie von einer Klosterdichte, die sich durchaus für Filme eignen könnten.
Mit dem bereits früher gezeigten Kurzfilm „Wirtshaussterben“ von jungen Leuten aus Mühldorf durfte dann das Festival endlich beginnen und Heimat zum Thema so lebendig und aktuell werden lassen, wie sich die Biennale-Macher das wünschen.
Moderne Themen im alten Gewand
Denn es gelingt „Jakobs Ross“ in historischem Gewand Heimat ganz modern auf die Leinwand zu bringen: Von den Regeln des Zusammenlebens in einer Dorfgemeinschaft, über die Sehnsucht einer jungen Frau und der Gewalt der Männer, die diese Sehnsucht ausnutzen ohne sie zerstören zu können, über Liebe und Verlässlichkeit, über Menschlichkeit. Und über eine musizierende und aus sich selbst strahlende Frau, der es gelingt, dem Leid und der Härte des Lebens zu trotzen.