Feierliche Eröffnung
Kläranlage Ampfing: Hochmoderne Schlamm-Entwässerungs-Anlage eingeweiht
In Ampfing wurde die neue Schlammentwässerungsanlage offiziell eingeweiht. Bereits seit 2011 arbeitete die Gemeinde an dem Projekt, das im Juni 2023 zur Ausführung beschlossen wurde.
Ampfing – Zur feierlichen Inbetriebnahme der neuen Schlammentwässerungsanlage trafen sich die Verantwortlichen an der Kläranlage Ampfing. Bereits 2011 beauftragte die Gemeinde Ampfing das Ingenieurbüro Dippold & Gerold mit einer Studie, die neue Wege der Klärschlammbehandlung und -verwertung aufzeigen sollte. Nach umfangreichen Überlegungen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und einem Testbetrieb entschied man sich, eine stationäre Schlammentwässerungsanlage zu errichten, wo früher der alte Schlammpolder war. Der erste Bauentwurf wurde im Juli 2022 dem Gemeinderat vorgelegt.
Ausführung im Juni 2023 beschlossen
Im Juni 2023 beschloss der Gemeinderat die Ausführung des Projekts. Bürgermeister Josef Grundner gab bei der Einweihung eine grobe Beschreibung des Projekts. Der flüssige Klärschlamm, der jährlich 3.802 Kubikmeter umfasst, wird in dem neu errichteten Gebäude entwässert und als stichfestes Material in bereitgestellte Abrollcontainer gefördert. Durch die Entwässerung reduziert sich die Menge auf etwa 975 Kubikmeter pro Jahr, was gut ein Viertel weniger als früher ist. Herzstück der Anlage ist eine Schneckenpresse, die dem Klärschlamm Wasser entzieht. Der Prozess läuft automatisch und nahezu ununterbrochen rund um die Uhr. Aktuell werden Planungen angestoßen, eine Dachanlage samt Speicher umzusetzen. Sind die Container voll, wird der Inhalt in die entsprechende Verbrennungsanlage transportiert, wo aus der Asche wertvoller Phosphor gewonnen werden kann. Bürgermeister Josef Grundner betonte: „Ich sage bewusst kann, weil aktuell unser Entsorger dazu noch keinen Auftrag hat. Dies ist Sache des Gemeinderates, dies auch so verpflichtend zu beauftragen.“
Insgesamt sollen die Kosten rund 1,2 Millionen Euro betragen. Es gibt jedoch eine Förderung durch den Freistaat Bayern. Das Projekt wurde im August 2022 beim Wasserwirtschaftsamt Rosenheim zur Bewilligung eingereicht, und der Zuwendungsbescheid erging im Oktober 2022. Die voraussichtliche Förderhöhe beläuft sich auf etwa 880.000 Euro. Ein Dank ging an Lisa Tenhaken vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim. Dr. Marcel Huber, als ehemaliger Umweltminister bestens vertraut mit der Materie, hob in seiner Rede die Wichtigkeit der Klärschlammentsorgung hervor. Die Politik hat bereits die Länder aufgefordert, sich dieses Themas anzunehmen. Die Klärschlammrichtlinie schreibt vor, wie Städte und Kommunen ab 2029 die Phosphorrückgewinnung angehen müssen. „Keine leichte Aufgabe“, so Dr. Marcel Huber weiter, „fehlt es doch bisher an geeigneten Rückgewinnungsverfahren.“ Er lobte den Weitblick der Gemeinde Ampfing, die gesetzlich noch nicht dazu gezwungen ist, dies umzusetzen, es aber dennoch tut. „Wir können mit der Ampfinger Anlage, die heute in Betrieb geht, getrost in die Zukunft blicken, denn Ampfing ist bestens gerüstet.“
Dr. Marcel Huber wünschte, dass die Anlage auf 21 Prozent kommt und dass in Ampfing die nächsten Schritte weiterhin so innovativ betrieben werden. Sein Dank ging an den Gemeinderat und er lobte Josef Grundner als einen innovativen Bürgermeister, der dafür sorgt, dass die Gemeinde Ampfing wieder einmal in der Vorreiterrolle zu finden ist. Planer Josef Waldinger vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold erläuterte die Funktionsweise der Anlage und den Kreislauf. Pfarrer Florian Regner übernahm die Segnung und Einweihung der neuen Anlage. „Sauberes Wasser ist für uns selbstverständlich, aber leider nicht in allen Teilen der Welt. Diese Anlage ist ein gutes Beispiel für die Dinge, die von den Gemeinden geleistet werden, die man nicht sieht und von vielen als selbstverständlich angesehen werden.“
Umweltschonend und nachhaltig
Mit dieser feierlichen Inbetriebnahme und der Segnung der Anlage und des Betriebsgebäudes, so Bürgermeister Josef Grundner, „ist in meinen Augen ein weiterer wichtiger Schritt zu einer möglichst umweltschonenden und nachhaltigen Klärschlammentwässerung vollzogen worden.“ Im Anschluss hatten die Gäste ausgiebig Zeit, die Anlage zu besichtigen und sich von Josef Waldinger erklären zu lassen.