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Haushalt liegt über 33 Millionen Euro

„Man kann sich auch totsparen“: Ist Ampfings Haushalt achtsam oder mutlos?

Wie tief kann und soll Ampfing in die Kasse greifen? Dazu haben Alexander Eisner (CSU, links oben), Bernhard Kneißl (UWG, links unten) und Rainer Stöger (Grüne, rechts oben) unterschiedliche Ansichten.
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Wie tief kann und soll Ampfing in die Kasse greifen? Dazu haben Alexander Eisner (CSU, links oben), Bernhard Kneißl (UWG, links unten) und Rainer Stöger (Grüne, rechts oben) unterschiedliche Ansichten.

Ampfing steht finanziell gut da – auf dem Papier. Bürgermeister Josef Grundner und Gemeinderäte bewerten den Haushalt 2025 unterschiedlich. Einer wünscht sich mehr Mut.

Ampfing Auf den ersten Blick scheint in Ampfing finanziell alles zum Besten bestellt zu sein. Nach der Vorberatung im Finanzausschuss hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Haushalt für 2025 einstimmig beschlossen. Trotzdem bewerten Bürgermeister Josef Grundner (CSU) sowie Vertreter der Fraktionen das Zahlenwerk unterschiedlich. 

In einem waren sich aber alle einig: in ihrem Dank an Kämmerer Thomas Hell und seine Vorarbeit. „Das ist sehr hilfreich“, stellte unter anderem Alexander Eisner (CSU) fest.

Insgesamt 33,2 Millionen Euro: Verwaltungshaushalt mit neuer Höchstmarke

Hell plant heute mit einem Gesamtvolumen von 33,2 Millionen Euro. Davon entfallen 23,5 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt für die laufenden Ausgaben und 9,7 Millionen Euro auf der Vermögenshaushalt, der die Investitionen finanziert. 

Der Verwaltungshaushalt erreicht damit eine neue Höchtsmarke. Größte Ausgabenposten sind die Kreisumlage (6,25 Millionen Euro), die Personalkosten (5,86 Millionen Euro) sowie der laufenden Betriebs- und Verwaltungsaufwand (6,71 Millionen Euro).

„Wir dürfen nicht jammern“

Bürgermeister Josef Grundner (CSU) bewertet die Lage in Ampfing als gut, auch weil die Firmen sehr breit aufgestellt seien. „Wir dürfen nicht jammern, aber die Ausgaben werden halt immer mehr.“ Vor allem die Personalkosten. „Wir brauchen das Personal.“ Jeder solle gut bezahlt werden, „aber es schlägt sich massiv nieder“. 

Bei den Investitionen sei die Gemeinde vielfach von Fördermaßnahmen getrieben. Das Wachstum der Gemeinde „ist immer eine Herausforderung“. Alles in allem sei er um den jetzigen Haushalt froh: „Das sah unterm Jahr schon mal schlechter aus.“ 

Ampfings Haushalt liegt im vierten Jahr in Folge über 30 Millionen Euro. Vor allem der Verwaltungshaushalt für die laufenden Ausgaben steigt weiter an.

„Die Zeiten sind nicht rosig und wir können keine großen Sprünge machen“, sagt Grundner. „Aber ich bin ein Optimist. Es wird schon wieder besser werden.

Der Haushalt sei mit über 33 Millionen Euro „wieder sehr mächtig“, meint für die CSU Eisner. 2015 habe er noch ein Volumen von knapp 25 Millionen Euro gehabt, sei in zehn Jahren um gut acht Millionen Euro, im Verwaltungshaushalt um rund zehn Millionen Euro angewachsen. „Das ist für so eine Gemeinde wie Ampfing schon ein brutaler Anstieg.“ 

Zuzug und Wachstum hilft der Gemeinde

Erfreulich ist für Eisner, dass die Gemeinde ihre Pflichtaufgaben, „nach wie vor sehr gut“ erfülle und „wir uns auch bei den freiwilligen Aufgaben eigentlich noch alles leisten, was wir wollen und wünschen“. Insgesamt „funktioniert bei uns noch alles“. Die Gemeinde habe trotz „einer Delle“ noch sehr gute Einnahmen aus der Gewerbesteuer; auch die Einnahmen aus der Einkommensteuer würden weiter steigen. „Das ist dem Zuzug und unserem Wachstum geschuldet. Das tut uns gut.

Trotzdem blickt Eisner auch mit einer gewissen Sorge auf die Zahlen. „Die Belastungen für die Gemeinde nehmen immer weiter zu.“ Die Kreisumlage liege mittlerweile bei 56,5 Prozent. Vor fünf Jahren betrug sie noch 51 Prozent. „Das tut uns richtig weh.“ Alleine das seien Mehrausgaben von rund zwei Millionen Euro. 

Seit 2020 muss Ampfing deutlich mehr Kreisumlage an den Landkreis überweisen.

Hinzu kämen die Ausgaben für das Personal und den laufenden Betrieb. Das mache inzwischen fast zwei Drittel (60 Prozent) des Verwaltungshaushaltes aus. „Die Konsequenz ist, dass wir immer weniger in den Vermögenshaushalt zuführen können und damit im Endeffekt unsere ganzen Bautätigkeiten und unsere Wunschangelegenheiten nicht mehr so umsetzen können“, betont Eisner. Die Gemeinde müsse entweder mehr Schulden aufnehmen oder in die Rücklagen greifen. Für ihn ein Warnsignal: „Unsere Zinslast liegt mittlerweile bei 160.000 Euro im Jahr.“

Weiterhin auf die Ausgaben achten

Auch wenn Ampfing mit seiner finanziellen Stärke gemessen an der Umlagekraft im Landkreis immer noch zur Spitze gehöre, mahnt Eisner: „Wir müssen weiterhin achtsam mit dem Geld und den Haushaltsmitteln umgehen.“

Auch Bernhard Kneißl (UWG) bedauerte es, dass „durch die steigenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt praktisch immer weniger Zuführungen für Investitionen im Vermögenshaushalt möglich sind.“ Ampfing stehe noch „auf soliden Füßen“. Gleichwohl warnte er: „Wir sollten trotzdem immer wieder schauen und prüfen, dass nur die Maßnahmen umgesetzt werden, die auch wirklich sinnvoll und notwendig sind. Die Zeiten der großen Wunschkonzerte ist vorbei.

Haushalt ohne Überraschungen: weder positiv noch negativ

„Es ist, wie wir es gewohnt sind, ein sehr solider Haushalt, der keine Überraschungen bietet: nicht nach oben und nicht nach unten“, bilanziert Rainer Stöger (Grüne). Er hätte sich gewünscht, „dass wir ein wenig mutiger in die Zukunft blicken“. Es sei richtig, das Geld zusammenzuhalten. „Aber man kann sich auch totsparen.“ 

Gerade, wenn es der Wirtschaft „nicht ganz so gut“ gehe, „dann muss die öffentliche Hand ein bisschen Gas geben“, fordert Stöger. „Das tun wir zur Zeit nicht mehr so.“ Hier könnte Ampfing mutiger sein, mehr angreifen, zum Beispiel im Bereich des bezahlbaren Wohnungsbau. „Da ist der Bedarf da. Da würde ich als Gemeinde ein bisschen mehr Gas geben.“

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