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Jubiläumsfeier: Vogel seit 20 Jahren in der Stadt

„Der Waldrapp ist das Wappentier von Burghausen geworden“

Der Waldrapp in Burghausen.
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Der Waldrapp in Burghausen.

Am Samstag (22. Juni) wurde dem Waldrapp, einer Vogelart mit schwarzem Gefieder und rotem Schnabel die Bühne des Burghausers Stadtsaals gegeben. Es wurde nämlich in einer Jubiläumsfeier gefeiert, dass die Waldrappe 20 Jahre schon unter den Burghausern weilen. 

Burghausen – „Man muss sich erstmal anfreunden mit dem Waldrapp, denn er begeistert von seiner Schönheit nicht auf dem ersten Blick“, stellte Bürgermeister Florian Schneider (SPD) fest. „Aber wenn man ihn dann so liebgewonnen hat – und die Burghauser haben ihn liebgewonnen, […] gibt man ihn nicht mehr her“, führte er weiter aus. Gefeiert wurde am 22. Juni der Waldrapp.

„Es hat ungefähr vor zwanzig Jahren angefangen“

„Die ersten frei fliegenden Waldrappe, die wir tatsächlich gehabt haben, waren im Rahmen der Landesgartenschau 2004“, sagte Dr. Johannes Fritz. „Über den Monitor hat man die Handaufzucht beobachten könnten. Auf der anderen Seite war dieses Fluggerät“, führte er weiter aus. „Es war auch ganz nett zu sehen, weil die Mütter mit den Söhnen zum Fluggerät gegangen sind. Die Mütter mit den Töchtern sind zur Waldrappaufzucht gegangen.“ Bei der Landesgartenschau sei also für jeden etwas dabei gewesen.

„Letztendlich war es aber das Ziel, eine Waldrappkolonie zu gründen“, stellte Dr. Johannes Fritz fest. 2007 haben sie daher mit der Wiederansiedlung begonnen. Von 2007 bis 2010 seien vier Migrationsflüge in die Toskana durchgeführt worden. Dazu seien die Ziehmütter und Ziehväter in einen Gleitschirmflieger gestiegen, um dann durch Schreie die Zugvögel zum Fliegen in Richtung der Toskana zu bewegen.

Brutplätze am Pulverturm

Ende 2011 zeigte sich der Erfolg aller vorherigen Bemühungen. „Da habe ich einen Anruf bekommen. Es sitzt ein Vogel in der Burg auf der Voliere, er hat die Ringe rot gold“, berichtete Dr. Johannes Fritz. Der Vogel Goja sei damit der erste Vogel gewesen, der eigenständig von der Toskana wieder zurück nach Burghausen gekommen sei. „Wir wussten, dass er aus der Toskana verschwunden ist“, erklärte Dr. Johannes Fritz.

Dennoch sei die Ankunft des Vogels in Burghausen eine Überraschung gewesen. Früher waren die Brutplätze am Pulverturm für eine Stunde täglich für Besucher zugänglich. „In manchen Jahren hatten wir während der Saison, also von April bis Anfang Juli, über 1.000 Besucher“, sagte Oliver Habel. Inzwischen werden keine Führungen zu den Brutnischen mehr angeboten, da die Burghauser Kolonie zum Großteil aus Wildvögeln besteht, die Menschen gegenüber zu scheu sind.

Finanzierung des Projekts

Nach Fritz habe die Stadt das Projekt bis jetzt mit 159.600 Euro finanziell unterstützt, weitere Erlöse aus dem Verkauf von Waldrappkalendern in Höhe von 10.025 Euro kämen noch hinzu. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, so eine andauernde, enge und vielfältige Zusammenarbeit zwischen einer Kommune und einem Artenschutzprojekt, das gibt es sicherlich nicht oft“, honorierte Dr. Fritz die Leistungen der Stadt Burghausen.

Außerdem führte er noch an: „Wir haben das zweite Mal bereits eine europäische LIFE-Förderung bekommen.“ Beteiligt daran seien zehn Partner aus vier Ländern unter der Leitung des Tiergartens Schönbrunn. Während das erste LIFE – Projekt von 2014 bis 2019 andauerte, habe das zweite 2022 begonnen. Dieses sichere die Finanzierung für weitere sieben Jahre.

Auch in den Medien findet das Waldrappprojekt Anklang

Künstler im Alter zwischen 7 und 103 Jahren setzten sich auch kreativ mit dem Waldrapp auseinander. Die Werke seien in einer kleinen Verkaufsausstellung im Foyer des Stadtsaalgebäudes zu begutachten. Musikalisch umrahmt wurde der Abend mit Klavierauftritten von Josef Irgmeier. Auch hier war der Waldrapp im Spiel. „Er spielt wie ein Waldrapp: ein bisschen verwegen, ein bisschen anders, aber einfach grandios“, schilderte Bürgermeister Florian Schneider. 

Ein besonderer Dank an die Mitwirkenden

„Ich kann nicht die Namen aller nennen, die in diesen vielen Jahren an diesem Projekt mitgearbeitet haben“, sagte Dr. Fritz. Ein besonderer Dank galt aber der ehemaligen Direktorin des Tiergartens Schönbrunn Dagmar Schratter, dem Altbürgermeister Hans Steindl und dem Bürgermeister Florian Schneider. Florian Schneider wurde Pate eines Jungtieres namens Schneider, Hans Steindl dagegen Pate eines mit dem Namen Steindl. Weitere Mitwirkende seien Dr. Fritz, Oliver Habel, Gunther Strebl, Holger Lundt und Emanuel Liechtenstein gewesen. Auch Jane Goodall, die auf Einladung Habels im vergangenen Jahr die Waldrappenkolonie in Burghausen besuchte, sendete eine Grußbotschaft an die Feiernden: „That gives me the most hope for our future.“

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