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Was machen die noch hier?

Seltene Waldrappe Holly und Marco: Ihre Toskana-Reise mit kleinem Umkehr-Schwung nach Willing

Abflug mit Hindernissen. Während ihre Artgenossen schon über die Alpen nach Süden flogen, tummelten sich die Waldrappe Holly und Marco noch auf einer Wiese bei Willing.
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Abflug mit Hindernissen. Während ihre Artgenossen schon über die Alpen nach Süden flogen, tummelten sich die Waldrappe Holly und Marco noch auf einer Wiese bei Willing.

Was machen die denn noch da? Als sie schon längst in ihrem Winterquartier in der Toskana weilen sollten, tummelten sich zwei gefiederte Exoten noch auf einer Wiese bei Willing. Katharina Schlegl-Kofler kennt die Geschichte der Waldrappe Holly und Marco.

Bad Aibling – Zwei ungewöhnliche Gäste machten in diesen Tagen Rast bei Willing: „Holly“ und „Marco“, zwei beringte und besenderte Waldrappe auf dem Weg in den Süden. Die seltenen Vögel sind eineinhalb Jahre alt und stammen aus der Brutkolonie in Burghausen. Im vergangenen Jahr hatten sie ihre Zugroute an die toskanische Küste von erfahrenen Altvögeln erlernt.

Mehrmals versuchten sie nun heuer, von Willing aus über die Alpen zu kommen, mussten jedoch in Tirol wetterbedingt umkehren. Vor ein paar Tagen nun war es soweit – die beiden machten sich erneut auf den Weg, und jetzt klappte es. Sie sind bereits in Italien und haben es nicht mehr weit bis zur Lagune von Ortobello.

Lesen Sie mehr über das Waldrapp-Projekt in Burghausen

Seit sie fliegen können, haben die Tiere übrigens schon zwischen 3700 Kilometer (Marco) und 4100 Kilometer (Holly) zurückgelegt und sind durch vier Länder gereist.

Marco und Holly sind nicht die Ersten ihrer Art im Mangfalltal. Im Januar 2017 sorgte Waldrapp „Samurai“ für Aufsehen. Er war einer Leserin aus Bad Aibling bei Ellmosen vor die Kameralinse geraten. Die Recherchen ergaben damals, dass der Jungvogel von der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle im oberösterreichischen Grünau entwichen war, wo er Teil eines Waldrapp-Forschungsprojekts war. Das Tier war seit dem Spätsommer unterwegs und sehr scheu, deshalb konnte es auch nicht eingefangen werden. Seine Spur verlor sich in Ellmosen.

Alles andere als scheu zeigte sich dann im Juli 2019 das damals drei Jahre alte Waldrapp-Weibchen Cassandra, als sie sich von einer Leserin unserer Zeitung in aller Ruhe auf einem Laternenmast in Heufeld sitzend fotografieren ließ.

GPS-Sender schickt wichtige Daten

Sie erfuhr durch ihre Nachforschungen, dass Cassandra aus der Brutkolonie eines EU-geförderten Wiederansiedlungsprojekts in Burghausen stammt und sich laut GPS-Sendedaten damals auf Erkundungstour durch Bayern befand.

Wiederum zwei Jahre später tummelte sich Waldrapp-Dame Fiona zwischen Pullach und Willing. Auch sie stammte aus der Aufzuchtstationen Burghausen. Dort brüten die freilebenden Waldrappe auf der Burgmauer am Pulverturm ab April. Anfang August verlassen sie ihr Brutgebiet. Oft bleiben sie nach Angaben des dortigen Waldrapp-Teams noch etliche Wochen im nördlichen Alpenvorland, um sich dort von den reichhaltigen Mähwiesen zu ernähren. Im September fliegen sie dann in der Regel sie in den Süden.

Nach Angaben der Verantwortlichen sind alle Waldrappe zum Schutz der Kolonie mit GPS-Peilsender ausgestattet, um sie jederzeit während ihres Fluges in die Toskana und zurückverfolgen beziehungsweise ihre Position bestimmen zu können. Weitere Infos gibt es auf www.waldrapp.eu.

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