Waldrappen erleiden Verbrennungen und innere Blutungen
Vier bedrohte Vögel aus Burghausen durch Stromschlag getötet – darunter drei Jungtiere
Seit 2007 sind die stark vom Aussterben bedrohten Waldrappen in Burghausen zuhause und nisten an der Burg. Dieses Jahr sind 23 Jungvögel in sieben Nestern flügge geworden – nun sind drei von ihnen sowie ein Elternvogel tot. Sie erlitten einen Stromschlag und starben an Verbrennungen und inneren Blutungen.
Burghausen – Traurige Nachrichten hatte am Montagvormittag (24. Juli) Johannes Fritz vom Waldrappenteam Conversation & Research: Vier der stark bedrohten Vögel, die in Burghausen zuhause waren, sind tot. Den Angaben des Experten zufolge wurden drei Jungtiere und ein Elternvogel leblos unter einem ungesicherten Strommast im benachbarten Oberösterreich gefunden.
Offenbar wurden die Waldrappen in der Gemeinde Tarsdorf im Landkreis Braunau am Inn von einem Stromschlag getroffen. Sie hätten dabei Verbrennungen und innere Blutungen erlitten, an denen die Tiere letztlich gestorben seien, hieß es.
Stromleitungen sind große Gefahr für Waldrappen
Derartige Todesfälle bei den Vögeln mit dem langen gebogenen Schnabel, den schillernden Federn und dem markanten Kopfschmuck sind nicht ungewöhnlich. Etwa 45 Prozent aller Todesfälle bei diesen Tieren sind laut Fritz auf Stromschläge von ungesicherten Mittelspannungsmasten zurückzuführen.
In Deutschland sind zwar viele Masten bereits entsprechend gesichert – in Österreich hinke man diesbezüglich laut des Vogelexperten noch deutlich hinterher. Die jährlichen Verluste seien laut Fritz massiv. „Angesichts der aktuellen, massiven Bedrohung unserer Artenvielfalt ist dringender Handlungsbedarf gegeben“, so der Vogel-Experte außerdem.
Burghauser Waldrappen sind Teil eines europaweiten Projekts
Die Kolonie der Waldrappen in Burghausen ist Teil des Europäischen LIFE-Projekts zur Wiederansiedlung einer europäischen Waldrapp-Population. Weitere Standorte sind unter anderem im baden-württembergischen Überlingen am Bodensee, in Italien, Österreich und der Schweiz.
aic mit Material der dpa