Fehlende Barrierefreiheit?
Kritik an Zugverbindung Burghausen–Mühldorf: Fahrgäste müssen auf Ende 2026 warten
Die Barrierefreiheit wird ein immer wichtigeres Thema – besonders im Zugverkehr. Doch auf der Verbindung Burghausen–Mühldorf sorgt genau das aktuell für Kritik im Netz. Die Deutsche Bahn verspricht Besserung.
Burghausen – Die deutsche Bahn steht immer wieder in der Kritik. Erst Anfang Oktober wurde bekannt gegeben, dass die Pünktlichkeit im Jahr 2024 auf ein neues Rekordtief mit nur 62,5 Prozent gesunken ist. Grund hierfür sind vor allem die stark sanierungsbedürftigen Zustände des Schienenverkehrsnetzes. Doch auch der ein oder andere Zug ist schon ordentlich in die Jahre gekommen.
Fehlende Barrierefreiheit zwischen Burghausen und Mühldorf
So auch auf der Verbindung Burghausen-Mühldorf: „Der Zug ist bestimmt schon etwa 30 Jahre alt – man merkt das sofort. Schade, denn moderne Züge sehen so schön aus und zeigen, wie angenehm Bahnfahren eigentlich sein kann“, postet ein Facebook-User in einem Beitrag in der Gruppe „Burghausen Aktuelles“. Dabei sieht er vor allem einen Punkt kritisch: „Es gibt keine Rampe oder barrierefreien Einstieg für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Kinderwagen.“
Von Burghausen in die Kreisstadt fahre er öfter, weswegen es ihm auch jedes Mal aufs Neue auffalle: „Ich hoffe wirklich, dass bald neue, barrierefreie und moderne Züge auf dieser Strecke fahren.“ In der Tat sollen die alten Dieselzüge nämlich durch Wasserstoffzüge ersetzt werden, die nicht nur deutlich leiser, sondern vor allem auch umweltfreundlicher sind.
Ab Dezember 2026: Modernste Züge
Matthias Krause, Geschäftsleiter der Südostbayernbahn (SOB), ist schon mit einem solchen Zug gefahren. „Der Zug ist super“, zeigte sich dieser Ende August im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen begeistert. „Topmodern, im Fahrgastraum dank der neuen Technik megaleise und fährt mit null Emissionen.“ Zudem würden diese die modernsten Züge in der Region sein.
Die Umstellung habe auch Auswirkungen auf die fehlende Barrierefreiheit: „Auf der Linie RB 42 Mühldorf – Burghausen werden ab Dezember 2026 barrierefreie Wasserstoff-Neufahrzeuge des Herstellers Siemens zum Einsatz kommen“, verrät eine Sprecherin der deutschen Bahn auf Anfrage von innsalzach24.de und fügt weiter an: „Auf der Strecke München – Mühldorf sind wie bisher Doppelstockzüge vorgesehen, die künftig alle mit einem barrierefreien Steuerwagen ausgestattet sind.“
Schrittweise Modernisierung und Anpassung
Die restlichen Züge sollen Stück für Stück den gesellschaftlichen Standards angepasst werden: „Im restlichen Netz werden gebrauchte Dieselfahrzeuge vom Typ VT 628 eingesetzt, die – mit Ausnahme der Gäubodenbahn – schrittweise bis Dezember 2028 durch barrierefreie Gebrauchtfahrzeuge vom Typ VT 642 abgelöst werden“, so die Sprecherin zum Abschluss. Die Gäste der Verbindung Burghausen - Mühldorf müssen sich also noch mindestens bis Dezember 2026 gedulden, dürfen sich dann aber auf umweltfreundliches Reisen und modernste Züge freuen. (gz)