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Zwischen Rosenheim und Mühldorf

Bahn mit Barrieren: „Riesengroßes Problem“ – wie sich die Südostbayernbahn verändern soll

Steile Stufen in die Züge der Südostbayernbahn (linkes Foto) sind ohne Hilfe für Rollstuhlfahrer, Altern mit Kinderwagen oder Personen mit Gehhilfe nicht zu überwinden
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Steile Stufen in den Zügen der Südostbayernbahn (linkes Foto) sind ohne Hilfe für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen oder Personen mit Gehhilfe nicht zu überwinden. Derzeit fahren aufgrund einer Baustelle zwischen Rosenheim und Mühldorf zwar Doppeldecker-Züge mit niedrigem Einstieg. Auch hier bleibt noch ein Spalt zwischen Bahnsteig und Zug.

Ob im Rollstuhl, mit Kinderwagen oder Gehstock: Beim Einsteigen in die Südostbayernbahn in Wasserburg oder Mühldorf müssen Fahrgäste eine steile Treppe hinauf. „Ein riesengroßes Problem“, findet Ingo Hesse vom Behindertenbeirat in Wasserburg. So will die Bahn das Reisen barrierefreier machen.

Wasserburg/Mühldorf – Ein Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen oder eine ältere Person mit Gehstock: Sie alle stehen am Bahnhof in Wasserburg oder Mühldorf vor derselben Hürde – den steilen Stufen am Eingang der Wagons der Südostbayernbahn.

„Ein- und Ausstieg ist schwierig.“

„Der Ein- und Ausstieg ist schwierig. Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein riesengroßes Problem“, erklärt Ingo Hesse vom Behindertenbeirat Wasserburg. Er, Doreen Bogram und Ethel-D. Kafka setzen sich dafür ein, Barrieren in der Innstadt abzubauen. Die Thematik sei dem Gremium bekannt.

Hesse bemängelt, dass das Problem mit dem Einstieg bisher nicht behoben wurde. Er sei sich bewusst, dass es verschiedene Zuggarnituren gibt, die nicht alle für die barrierefreie Überbrückung zu den Bahnsteigen passend seien, obwohl einige Bahnsteige – auch zwischen Rosenheim und Mühldorf – bereits erneuert und dabei angehoben wurden.

Auf Hilfe angewiesen

Menschen mit eingeschränkter Mobilität seien somit oft auf die Hilfe von Mitreisenden angewiesen. „Auch das Zugpersonal ist sehr hilfsbereit“, ergänzt Claudia Hausberger, Behindertenbeauftragte des Landkreises Mühldorf. Nach der Corona-Pandemie hätten Hausberger mehrere Beschwerden diesbezüglich erreicht. In den vergangenen Monaten sei dies jedoch nicht mehr der Fall gewesen, sagt sie.

Einen großen Spalt und steilen Stufen müssen Fahrgäste der Südostbayernbahn beim Einsteigen überwinden. Personen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen sind dabei auf Hilfe angewiesen.

Die Deutsche Bahn verweist in diesem Zuge auf die Mobilitätsservice-Zentrale. Sie organisiere alles Notwendige, wenn Fahrgäste Unterstützung beim Ein-, Um- oder Aussteigen benötigen würden. Zum Beispiel gebe es hier auch einen Hub-Lift für Rollstühle, so die Pressestelle der Bahn auf Anfrage der Redaktion.

Barrieren sollen abgebaut werden

Für die Zukunft will die Bahn die Barrieren im Bereich der Südostbayernbahn schrittweise abbauen. Deswegen sollen bis Dezember 2028 alle bisher eingesetzten Dieselfahrzeuge im Netz der Südostbayernbahn „durch barrierefreie und klimatisierte Gebrauchtfahrzeuge“ ersetzt werden, teilt die Pressesprecherin mit. Ausgenommen davon sei die Gäubodenbahn.

Auch wenn derzeit aufgrund einer Umleitung Züge mit ebenerdigem Einstieg zwischen Rosenheim und Mühldorf fahren, bleibt eine große Lücke zwischen Bahnsteig und Zug. Für Rollstuhlfahrer eine Hürde.

Durch den ebenerdigen Ein- und Ausstieg soll laut Bahn das Reisen mit diesen Zügen deutlich komfortabler werden. „Auf der Strecke München – Mühldorf (RB 40) sind wie bisher Doppelstockzüge vorgesehen, die künftig alle mit einem barrierefreien Steuerwagen ausgestattet sind“, so die Pressesprecherin.

Wasserstoff-Fahrzeuge kommen zum Einsatz

Auf der Linie RB 42 Mühldorf – Burghausen sollen ab Dezember 2026 barrierefreie Wasserstoff-Neufahrzeuge des Herstellers Siemens zum Einsatz kommen, heißt es zudem in einer Pressemitteilung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Sie plant, finanziert und kontrolliert den Schienen­per­so­nen­nah­verkehr im Auftrag des bayerischen Verkehrsministeriums.

Neben dem Einsatz von den neuen Zügen baue die Südostbayernbahn mit Mitteln des Bundes und des Freistaats schrittweise die Bahnhöfe barrierefrei aus, heißt es weiter von seiten der Pressestelle der Deutschen Bahn. An der Linie RB 44 von Rosenheim nach Mühldorf wurde somit bereits der Bahnhof in Waldkraiburg umgebaut. „Heuer steht der Umbau des Haltepunkts Ramerberg an, 2026 ist Soyen an der Reihe“, so die Sprecherin.

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