„Muss mich auch selber schützen“
Wirbel um (neuen) Betriebsleiter der Müllerbräu-Gaststätte - was ist in Neuötting los?
Paukenschlag in Neuötting! Nachdem ein Betriebsleiter für die Müllerbräu-Gaststätte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gefunden werden konnte, ist dieser nun schon wieder weg. Doch aus welchen Gründen?
Neuötting - Es hätte so einfach sein können. Die Müllerbräu-Gaststätte in Neuötting hatte einen neuen und renommierten Betriebsleiter gefunden, welcher in seinem Leben schon einiges erleben konnte: „Ich bin in Stockholm geboren, in Afrika aufgewachsen und habe in der Schweiz, Dänemark und den USA gelebt“, verriet Joakim Lidberg im Gespräch mit innsalzach24.de. Jede Menge Erfahrung, die dem Müllerbräu nun - wie der „Wirt“ noch selber erläutern wird - flöten geht.
Müllerbräu-Gaststätte in Neuötting: Weltenbummler hätte übernehmen sollen
Der in Salzburg wohnhafte Schwede kann zudem auf eine beeindruckende Vita im Gastronomie-Bereich zurückblicken: „Ich habe mich mit Anfang 20 als Kellner von ganz unten bis nach ganz oben gearbeitet. 2006 bin ich dann mit meiner Frau nach Österreich gezogen und habe dort in verschiedenen Wirtschaften gearbeitet.“ Unter anderem war er als Betriebsleiter für das Restaurant Glorious Bastards im Europark Salzburg verantwortlich.
Als dann schließlich ein Angebot aus Dubai kam, konnte der 49-Jährige nicht widerstehen: „Dort leben 85.000 Deutsche, weswegen mich die Voraussetzungen sehr gereizt haben.“ In der Öl-Metropole habe er den ersten Paulaner Biergarten eröffnet und auf typisch bayerische „Schmankerl“ wie Brezen und Obazda gesetzt. Allerdings sei er dort nie glücklich geworden.
„Wollte Gastronomie wieder geil machen“
Im Gegenteil: „Es war ein absoluter Kulturschock und ich habe relativ schnell gemerkt, dass mir die Nähe zu meiner Familie, allen voran meinen beiden Söhnen, fehlt.“ Auch deswegen sei Lidberg sehr interessiert gewesen, als er davon erfahren habe, dass in Neuötting „ein Betriebsleiter für einen neuen Brauereigasthof“ gesucht werde. Lange überlegen musste er nicht.
„Meine Vision war es, die Gastronomie wieder geil zu machen. Vor allem für die Service-Kräfte, da sich die allgemeine Arbeitsmoral in den letzten Jahren sehr ins Negative geändert hat.“ Ein tolles, offenes und ehrliches Arbeitsklima sei ihm wichtig gewesen, da sich dann auch „automatisch die Gäste wohler“ gefühlt hätten. Doch daraus wird nun nichts mehr, da sich der gebürtige Schwede mit sofortiger Wirkung zurückgezogen hat.
Darum zieht sich Lidberg zurück
„Ich habe so etwas noch nie gemacht, muss mich aber einfach selbst schützen“, seufzt Lidberg auf Nachfrage von innsalzach24.de. Zu viele Dinge hätten einfach nicht gepasst: „Es ist sehr schade, weil wir einen gemeinsamen Weg hätten gehen können, aber das war so anscheinend nicht mehr möglich.“ Die Situation rund um Personalsuche in Service und Küche sei schwieriger gewesen als gedacht.
„Meiner Meinung nach muss man sich zuerst darum kümmern, dass man ein starkes und qualifiziertes Team zur Verfügung hat, welches den Laden dann auch im Griff hat. Dies war aber leider nicht der Fall.“ Zwar seien viele Bewerbungen eingegangen, allerdings von Elektrikern bis hin zu Security-Mitarbeitern: „Bei gewissen Menschen hätte man quasi bei null anfangen müssen, was einfach unglaublich schwierig ist“, erklärt der 49-Jährige, dem das Ganze „wirklich sehr Leid“ tue.
Chef Müller: „Sind sehr überrascht“
Und wie reagiert Müllerbräu? „Wir sind von dieser Entscheidung sehr überrascht gewesen und kennen auch seine genauen Beweggründe für diesen Rückzug nicht“, gibt Chef Reinhard Müller auf Nachfrage von innsalzach24.de zu Protokoll. Trotzdem soll es kein Hindernis sein: „Wir haben einen Küchenchef und beim Restaurantleiter fehlt nur noch die Unterschrift. Wir suchen jetzt nach einem Betriebsleiter, wobei sich nur die Eröffnung etwas verzögern wird.“ Wann die Gaststätte wohl die Tore öffnet? (gz)