Klare Ansage in Richtung CSU
„Zeigen, dass ich der bessere bin“: Oberpfälzer ist neuer Landratskandidat der SPD
Der 8. März 2026 könnte ein Wendepunkt werden: Bei den Kommunalwahlen tritt für die SPD im Landkreis Altötting ein Landratskandidat an, der mit klaren Zielen frischen Wind verspricht.
Altötting – „Der Wahlkampf heuer wird spannend, da bin ich mir sehr sicher. Ich möchte den Menschen einfach zeigen, dass ich der bessere Landratskandidat bin“, erklärt Holger Gottschalk, der am vergangenen Montag (22. September) mit 100-Prozent der Stimmen gewählt worden war, im Gespräch mit innsalzach24.de. „Unser Ziel ist es, nicht nur neben der CSU herzulaufen, sondern diesen alles abzuverlangen.“
Neuer Landratskandidat der SPD
In einem ersten Schritt nominierten die Sozialdemokraten dabei ihren Kandidaten. Bei der geheimen Abstimmung im Rahmen der Versammlung beim Graminger Weißbräu votierten alle anwesenden 42 Delegierten für den Altöttinger: „Das macht mich schon stolz, weil es ein grandioses Ergebnis ist und mir viel Rückhalt gibt. Ich habe bereits im Vorhinein viel mit dem Unterbezirk diskutiert und war mit den Bürgermeistern und Bürgermeisterkandidaten der SPD aus dem Landkreis Altötting in Kontakt.“
Daraus hätten sich vier Oberthemen entwickelt, die Gottschalk vorantreiben möchte: „Mit der größte Punkt ist die Energieentwicklung, die mir persönlich als Chemielehrer sehr am Herzen liegt. Ich glaube, dass es die Hauptaufgabe für den Landrat sein wird, das Chemie-Dreieck und den Standort weiter zu erhalten, um auch weiterhin eine saubere Stromerzeugung liefern zu können. Beispielsweise durch Wasserstoff. Denn nur so können wir mit Optimismus in die Zukunft blicken. Schließlich hängen viele Arbeitsplätze daran.“
Vier große Themenfelder
Der zweite Punkt seien die Krankenhäuser: „Wir haben brutale Defizite in diesem Bereich, und das schon seit Jahren. Ich würde eine Task-Force einberufen und alle an einen Tisch holen, um die Kommunikation besser zu machen. Das Ganze muss aber immer auf Augenhöhe passieren. Das heißt, dass beispielsweise nicht nur mit dem Klinikleiter, sondern auch mit den Krankenschwestern oder Ärzten gesprochen werden muss. Da ich Lehrer bin, sehe ich darin meine große Stärke.“
Auch das Thema Schulen liege ihm am Herzen: „Das ist ein sehr großes Aufgabenfeld, da nach wie vor Sanierungsbedarf besteht. Ich glaube aber, dass sich in den nächsten Jahren der Maria-Ward-Realschule in Burghausen gewidmet gehört, da diese erhalten bleiben soll.“ Der letzte Punkt sei PFOA: „Das gehört einfach dringend gelöst. Überall kann ohne Probleme gebaut werden, nur bei uns nicht. Wir müssen einfach den Deckel drauf machen.“
Gottschalk: „Stamme aus einfachen Verhältnissen“
Sein Ansatz: „Wir haben eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1000 Euro. Deswegen würde ich die Kommunen wieder gezielt stärken, da es im Endeffekt uns allen zugutekommt. Die Kommunen wissen schließlich genauer, wo das Geld hingehört“, erklärt der gebürtige Oberpfälzer, der nicht aus einer klassischen Akademiker-Familie stammt, wie er verrät.
„Meine Mutter war Hausfrau, mein Papa ein Metzger. Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, war aber immer sehr wissbegierig. Deswegen bin ich auf das Gymnasium gegangen, habe mein Abitur gemacht und im Anschluss Lehramt studiert. Ich war sowas wie der Exot in meiner Familie, da ich keinen Handwerker-Beruf oder ähnliches erlernt habe“, schmunzelt Gottschalk, der zudem verheiratet ist und zwei Kinder hat: „Das alles unter einen Hut zu bekommen, wird spannend, aber ich habe volle Rückendeckung von meiner Familie.“
Kommunikation auf Augenhöhe
Die Vorfreude auf den Wahlkampf ist riesig: „Es ist das erste Mal für mich und natürlich ist man aufgeregt, weil man nicht wirklich weiß, was kommt. Aber ich habe ein Super-Team hinter mir, das sich zum Beispiel auch um Social-Media kümmert. Ich freue mich auf die Gespräche mit den Bürgern, die Diskussionen und die verschiedenen Anliegen eines jeden einzelnen. Jeder und jede soll gehört werden dürfen.“
Gemäß dem Wahlspruch der SPD: „Einer von uns“, sagt er : „Ich glaube, dass dieser sehr gut auf mich zutrifft. Unser Ziel ist es, dass sich die Leute auf uns verlassen können und wir im kommenden Jahr einen Stimmenzuwachs erhalten. Wir wollen nämlich viel besser dastehen und auf die Menschen zugehen. In der Politik muss man kompromissbereit, kommunikativ und offen für alles sein. Das ist in den letzten Jahren leider abhandengekommen und ich möchte das nun wieder in die richtige Bahn lenken.“