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„Die Idee entstand beim Spazierengehen“

Vom Zufallsprodukt zum Zukunftsmarkt: Der digitale Dorfladen in Kastl

Der digitale Dorfladen in Kastl ist seit seiner Eröffnung ein echter Volltreffer
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Der digitale Dorfladen in Kastl ist seit seiner Eröffnung ein echter Volltreffer.

Was beim Spazierengehen als Idee begann, hat sich in Kastl zu einem echten Vorzeigeprojekt entwickelt: Der digitale Dorfladen zeigt, wie die Zukunft auf dem Land aussehen kann.

Kastl - Die Welt wird immer digitaler und moderner. Sei es die künstliche Intelligenz, die innerhalb weniger Sekunden nahezu immer die perfekte Antwort bereithält, oder die Selbstbedienungskassen in Supermärkten, bei welchen ohne jeglichen sozialen Kontakt bezahlt werden kann. Noch einen Schritt weiter geht man in der 2.800-Seelengemeinde Kastl.

Digitaler Dorfladen in Kastl

„Wir haben dort einen digitalen Dorfladen aufgemacht, der von 5 bis 23 Uhr geöffnet ist und alles zu bieten hat, was man für den Alltag gebrauchen kann“, erklärt Inhaber Josef Spermann (25), der den Markt zusammen mit seiner Frau Elena (23) gegründet hat, im Gespräch mit innsalzach24.de. „Wir haben aber nicht jedes Produkt von jeder beliebigen Marke, sondern beispielsweise nur einen bestimmten Grillkäse. Schließlich ist die Ladengröße auch begrenzt.“

Dabei setzt man komplett auf Digitalität: „Um in den Laden zu kommen, muss man seine Kredit- oder Debitkarte neben die Türe an einen Sensor halten, damit sich dieser öffnet. Wenn man dann seinen Einkauf getätigt hat, muss man selbst an einer Kasse die Produkte scannen oder auf dem Touchscreen auswählen und am Ende mit Karte zahlen.“ Trotzdem gebe es auch einen Service: „Wir stehen unseren Kunden am Dienstag von 9 bis 11 Uhr und am Freitag von 8.30 Uhr bis 10.30 Uhr zur Verfügung.“

Regionalität und frische Produkte

Dies sei zu Beginn sehr hilfreich gewesen: „Uns war es wichtig, dass wirklich jeder bei uns einkaufen kann, weswegen wir mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Schließlich hatten wir schon Bedenken, dass es Probleme oder Fragen geben könnte. Inzwischen ist es aber so, dass auch die älteren Leute bei uns ein- und aus spazieren“, schmunzelt Spermann, dem vor allem die Regionalität sehr am Herzen liegt.

„Wir beziehen unser Gemüse beispielsweise aus Kirchweidach vom Gemüsebau Steiner oder Gebäckstücke aus Altötting von der Bäckerei Rothmaier. Hierbei werden wir sogar sieben Tage die Woche jeweils um 5 Uhr in der Früh beliefert“, freut sich der Inhaber. „Auch wenn es viele nicht denken, aber der Dorfladen ist mit sehr viel Arbeit verbunden, da alles immer auf dem neuesten Stand sein und vor allem funktionieren muss. Auch die Produkte besorgen sich nicht von alleine.“

Kuriose Entstehungsgeschichte: „Beim Spazierengehen“

Doch wie kam das Ehepaar überhaupt auf solch eine Idee? „Das Ganze ist tatsächlich beim Spazierengehen entstanden. Wir waren gegen acht Uhr abends nochmal unterwegs und meine Frau meinte, dass sie noch etwas zu essen für den nächsten Tag bräuchte. Aber um diese Uhrzeit hat kein Laden mehr geöffnet. Und so ist der Stein ins Rollen gekommen.“

Auch ein Standort war schnell gefunden: „In Kastl gab es immer einen Edeka, wobei dieser nach 75 Jahren geschlossen wurde und es somit keine Einkaufsmöglichkeit mehr gegeben hätte. Da es der Gemeinde aber wichtig war, dass weiterhin ein Nahversorger zur Verfügung steht, aber von den größeren Supermärkten kein wirkliches Interesse bestand, sind wir relativ schnell mit der Gemeinde und der Eigentümerin ins Gespräch gekommen.“

Seit Mitte Mai in Betrieb

Dabei habe das Konzept eines digitalen Dorfladens sofort gefruchtet: „Sowohl die Gemeinde als auch meine Frau und ich waren davon vollends überzeugt, weswegen wir dann in die Feinjustierung gegangen sind. Da es in Feichten ebenfalls einen solchen Markt gibt, haben wir dort eingekauft und viel mit dem Inhaber gesprochen. Daraus sind dann einige Ideen entstanden.“

Seit Mitte Mai hat der Dorfladen nun geöffnet: „Wir sind sehr froh darüber, wie dieser von den Leuten angenommen wird, wobei es gerne so weitergehen darf. Es ist auch interessant, dass viele Menschen zwischen 20 und 22 Uhr bei uns einkaufen. Aber genau deswegen haben wir uns für ein solches Projekt entschieden“, so Spermann zum Abschluss.

Bürgermeister Mitterer voll des Lobes

Auch die Gemeinde selbst zeigt sich mehr als nur zufrieden: „Wir sind sehr glücklich über den digitalen Markt und sehen auch, dass er sehr gut angenommen wird. Vor allem der Standort zwischen dem unteren und oberen Dorf ist perfekt“, erklärt Bürgermeister Gottfried Mitterer auf Anfrage von innsalzach24.de. „Außerdem haben wir eine Grundschule und einen Kindergarten in Kastl, wobei die Eltern nun in der Früh frisches Obst oder Gebäck einkaufen können.“

Vor allem das Engagement der beiden Gründer sei hervorzuheben: „Als Josef mit seiner Idee auf mich zugekommen ist, war ich sehr positiv überrascht. Die Beiden sind ja noch jung und stellen trotzdem schon ein solch vorbildliches Konzept auf die Beine. Für uns ein absoluter Mehrwert in der Gemeinde.“ (gz)

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