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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Schock nach 28-Grad-Wochenende: Eisheilige bringen plötzlich Schnee
Das Wetter spielt verrückt: Auf das Hochsommer-Wochenende folgen die Eisheiligen mit Schnee. Hobbygärtner sollten handeln. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Was uns das kommende Wochenende beschert, klingt nach Hochsommer-Wetter: Im Südosten Deutschlands sind bis zu 28 Grad drin, kurze Hosen raus, Grill an, Eisdielen voll. Doch wer jetzt schon den Sonnenliegen-Modus aktiviert, bekommt in der neuen Woche die Quittung. Denn pünktlich zur Wochenmitte rauscht eine empfindlich kalte Luftmasse aus Nordwesten heran – und die hat es richtig in sich. Was sich da zusammenbraut, hat einen Namen, den jeder Hobbygärtner kennt: die Eisheiligen.
Sowohl das amerikanische GFS-Modell als auch das europäische ECMWF zeigen für Dienstagmorgen (12. Mai) übereinstimmend ein Bild, das man Mitte Mai eigentlich nicht mehr auf der Rechnung hat: Schneefall nicht nur in den Hochlagen der Alpen, sondern auch quer durch die deutschen Mittelgebirge. Ab rund 700 bis 800 Metern mischen sich nasse Flocken unter den Regen, in höheren Lagen ist sogar mit einer kurzzeitig geschlossenen Schneedecke zu rechnen.
Wetter erinnert an Winter statt Sommer – am Dienstag kann es zu Schnee kommen
Schwarzwald, Bayerischer Wald, Harz, Thüringer Wald, Fichtelgebirge, Erzgebirge – überall können Wanderer am Dienstag plötzlich mitten im Winter-Wonderland stehen. Ob es lokal sogar noch tiefer schneit, hängt am Ende von der Intensität der Schauer ab. Bei kräftigen Niederschlägen kann die Schneefallgrenze auch mal kurzzeitig auf 600 Meter abrutschen.
Eisheilige wie aus dem Bilderbuch – Gärten sind in Gefahr
Pankratius, Servatius, Bonifatius und die kalte Sophie – die Eisheiligen liefern in diesem Jahr exakt das ab, was ihr Ruf seit Jahrhunderten verspricht. Während wir in den vergangenen Jahren oft nur einen lauen Hauch von Abkühlung gespürt haben, schlägt die alte Bauernregel diesmal mit voller Wucht durch. Der Temperatursturz beträgt im Vergleich zum Wochenende stellenweise 15 bis 18 Grad – und das innerhalb von nicht einmal 48 Stunden, was selbst für einen launischen Mai eine echte Hausnummer ist.
Wetter-Prognose: Zwölf uralte Bauernregeln, auf die Generationen schwören
Frostempfindliche Pflanzen sollten jetzt unbedingt noch drinnen bleiben. Tomaten, Basilikum, Geranien – alles, was Kälte hasst, bleibt besser bis nach dem 15. Mai im Haus oder im Gewächshaus. Wer Kübelpflanzen schon nach draußen gestellt hat, sollte sie spätestens am Montagabend wieder reinholen oder gut abdecken. Diese Wetter-Lage hat das Zeug zum Klassiker. Wir bleiben dran.