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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Jetzt wird Wetterlage komplett auf den Kopf gestellt: Sogar Schnee möglich – Wende startet bald
Eben noch sommerliche 29 Grad, ab Sonntagabend (10. Mai) rollt eine Kaltfront heran. Die Eisheiligen zünden den Turbo. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Noch ist der Mai im Sommermodus. Am Sonntag (10. Mai) kratzen die Temperaturen mancherorts an der 28-Grad-Marke, in Brandenburg und Sachsen liegen lokal sogar 27 bis 29 Grad drin. Klingt nach Freibad und Eisdiele – ist aber leider die Ruhe vor dem Sturm.
Denn parallel schiebt sich über den Nordatlantik ein kräftiger Höhentrog Richtung Mitteleuropa, der unsere Wetterlage komplett auf den Kopf stellt. Schon ab Sonntagabend macht sich von Westen her Regen breit, in der Nacht zu Montag fällt der Startschuss zum Temperatursturz.
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Das europäische Wettermodell ECMWF rechnet ab Montag (11. Mai) mit einem ordentlichen Absacker: Statt 28 Grad sind dann nur noch 14 bis 18 Grad drin, am Mittwoch (13. Mai) in Dauerregen-Regionen örtlich sogar unter der 10-Grad-Marke. Die Strömung dreht auf Nordwest, kühle Atlantikluft strömt herein, dazu legt der Wind ordentlich zu.
Auch das US-Modell der NOAA sieht ein ähnliches Szenario. Bei den Details unterscheiden sich die Läufe aber noch ein Stück weit – manche zeigen einen schärferen Trog, andere einen abgeschwächten Vorstoß. Heißt im Klartext: Der Sommerausflug ist erstmal wieder vorbei, und ich würde mich auf eine raue Wochenmitte einstellen.
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Jetzt wird‘s interessant – nämlich im Hochgebirge. Mit der Kaltluft sackt die Schneefallgrenze ab Montag (11. Mai) bis auf etwa 1.700 bis 1.900 Meter ab, in der Nacht zu Dienstag (12. Mai) bei kräftigen Stauschauern stellenweise sogar bis 1.500 Meter. Auf Zugspitze, Nebelhorn und im Berchtesgadener Land sind zehn bis 25 Zentimeter Neuschnee möglich, an exponierten Nordstaulagen wie der Watzmann-Region punktuell auch mal etwas mehr.
Bis Mittwoch (13. Mai) klingen die Schauer langsam ab. Wer am Dienstag oder Mittwoch in den Bayerischen Alpen unterwegs ist, lässt die Wanderschuhe besser im Schrank. Im deutschen Mittelgebirge bleibt Schnee dagegen kein Thema – dafür reicht die Kaltluft schlicht nicht aus.
Mein Fazit als Meteorologe
Ehrlich gesagt: So richtig „eisig“ werden die Eisheiligen 2026 vermutlich nicht. Im Wochenmittel rechnet das ECMWF sogar 1 bis 3 Grad über dem Klimamittel – die kalte Phase ist also kurz und knackig, kein anhaltender Wintereinbruch wie früher mal. Trotzdem: Wer am Wochenende noch die Tomaten rausgepflanzt hat, sollte sich das Vlies bereitlegen. Bodenfrost in Alpennähe und in Mittelgebirgstälern ist für die Nächte zur Wochenmitte nicht völlig vom Tisch.