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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Ungewöhnliches Wetter im März: Steuert Deutschland auf einen Hitzesommer 2026 zu?
Seit Tagen dominiert Hochdruck, die Modelle zeigen Sonne satt und Temperaturen wie im Mai. Ist das nur ein Ausreißer? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Solche Lagen entstehen häufig, wenn sich ein kräftiges Hoch über Süd- oder Osteuropa etabliert und Tiefdruckgebiete auf den Atlantik abgedrängt werden. Im März wirkt die Sonne bereits erstaunlich kraftvoll, weshalb 15 bis 20 Grad rasch erreicht sind, örtlich auch mehr. Dass über 10 bis 14 Tage kaum Veränderung in den Modellen zu sehen ist, deutet auf eine stabile Großwetterlage hin – ungewöhnlich ist das, aber keineswegs beispiellos.
Eine blockierende Hochdrucklage hat sich über Mitteleuropa festgesetzt und sorgt für beständigen Sonnenschein, trockene Luft und milde bis hohe Temperaturen. Mit südlichen bis südwestlichen Strömungen gelangt dabei immer wieder sehr milde Luft nach Deutschland, zeitweise begleitet von Saharastaub.
Ist das ein Wetter-Vorzeichen für einen Hitzesommer?
Ein stabiler Hochdruck im März allein ist kein verlässlicher Indikator für einen extrem heißen Sommer. Langfristige Zusammenhänge sind komplex. Faktoren wie ENSO im tropischen Pazifik oder die Entwicklung des Polarwirbels im Spätwinter können zwar gewisse Tendenzen liefern, doch eine direkte Ableitung „warmer März gleich heißer Sommer“ funktioniert wissenschaftlich nicht.
In der Vergangenheit folgten auf sehr milde Frühjahre sowohl durchschnittliche als auch wechselhafte Sommer. Entscheidend ist, wie sich die Zirkulationsmuster im Mai und Juni einstellen. Blockadelagen im Hochsommer entstehen oft unabhängig von der Frühjahrswitterung.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Deutschland lag in den letzten extremen Sommern häufig zwischen Hitzezentren in Südeuropa und kühleren Phasen über Nordeuropa. Ob sich das 2026 ändert, hängt von der sommerlichen Großwetterzirkulation ab. Sollte sich erneut eine lang anhaltende Hochdruckbrücke über Mitteleuropa etablieren, wären bei kräftiger Sonneneinstrahlung und trockenen Böden tatsächlich sehr hohe Temperaturen möglich. Doch aus der aktuellen Märzlage lässt sich kein sicherer Trend ableiten. Im Moment erleben wir vor allem eines: einen außergewöhnlich stabilen Dauerfrühling – nicht mehr und nicht weniger.