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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Neue Prognose zeigt überraschende Entwicklung im Mai – große Wetter-Falle lauert

Der Mai gilt als Wonnemonat. Doch neue Langfristmodelle zeigen eine überraschende Entwicklung über Europa. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Der Mai steht bald vor der Tür und viele fragen sich: Wird er seinem Ruf als Wonnemonat gerecht? Die neuesten Langfristkarten des amerikanischen Wettermodells CFS (Climate Forecast System) deuten tatsächlich auf eine überraschend warme Entwicklung über Europa hin. Deutschland liegt auf der Prognosekarte fast komplett in warmen Farben. Das bedeutet: Die Temperaturen könnten im Schnitt etwa ein bis zwei Grad über dem langjährigen Mittel liegen.

Der Mai 2026 könnte laut dem Klimamodell CFS der US-Wetterbehörde NOAA deutlich wärmer „als üblich“ ausfallen.

Für den Alltag heißt das: Statt klassischem Frühlingswetter könnten viele Tage bereits frühsommerlich wirken. Häufige Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad wären dann durchaus realistisch. Besonders in Süddeutschland, entlang des Rheins und in geschützten Lagen könnten sogar schon erste Sommertage über 25 Grad auftreten. Für viele klingt das nach perfektem Mai-Wetter – lange Abende, blühende Landschaften und viel Zeit draußen.

Wetter im Mai: Die Gewitter-Falle des Wonnemonats

Der Mai ist klimatologisch einer der aktivsten Monate für Schauer und Gewitter in Deutschland. Selbst wenn warme Luft über Mitteleuropa liegt, bedeutet das nicht automatisch stabiles Hochdruckwetter. Die Niederschlagskarte der Langfristprognose zeigt nämlich kein klares trockenes Signal. Deutschland liegt überwiegend im Bereich normaler Niederschläge. Übersetzt heißt das: Warme Luft kann sich immer wieder mit kühleren Atlantikströmungen mischen. Genau daraus entstehen typische Mai-Gewitter. Ein Tag kann sich fast wie Sommer anfühlen, während am nächsten plötzlich dunkle Wolken, kräftige Schauer oder Gewitter durchziehen. Solche schnellen Wechsel sind für diesen Monat völlig normal.

Der Mai könnte, was das Wetter betrifft, zwei Gesichter zeigen

Die Kombination aus leicht erhöhten Temperaturen und durchschnittlichem Niederschlag spricht für einen klassischen wechselhaften Mai. Es könnte viele milde und teilweise frühsommerliche Tage geben, aber vermutlich keine dauerhaft stabile Schönwetterphase. Stattdessen wechseln sich sonnige Abschnitte, warme Luft und immer wieder durchziehende Tiefdruckgebiete ab. Genau dieses Auf und Ab macht den Mai aus. Der Wonnemonat könnte also tatsächlich warm beginnen – doch die Atmosphäre behält sich eine Überraschung vor. Denn selbst ein warmer Mai kann jederzeit zeigen, dass der Frühling in Deutschland immer noch voller Wetterkapriolen steckt.

Rubriklistenbild: © US-Wetterdienst NOAA / CFS -Modell

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