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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Mehrere Wetter-Signale deuten Frühsommer-Chancen für den Mai an
Neue Langfristmodelle deuten auf einen sehr milden Mai 2026 hin. Globale Klimasignale könnten Wärme und Gewitter nach Mitteleuropa bringen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Langfristprognosen für das Frühjahr 2026 zeigen mehrere interessante Signale im globalen Klimasystem. Der tropische Pazifik befindet sich nach aktuellen Einschätzungen wahrscheinlich in einer neutralen ENSO-Phase. Das bedeutet, weder El Niño noch La Niña dominieren das weltweite Wettergeschehen. In solchen Jahren wird das Wetter in Europa stärker von regionalen Faktoren bestimmt, vor allem von der Zirkulation über dem Atlantik.
Gleichzeitig bleiben die Ozeane weltweit ungewöhnlich warm. Diese erhöhten Meeresoberflächentemperaturen liefern zusätzliche Energie für die Atmosphäre. In der Folge steigt statistisch die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittlich warme Monate, auch im europäischen Frühling. Ein weiterer Baustein ist der Polarwirbel, dessen Einfluss oft bis in den Frühling hinein spürbar bleibt. Wenn er sich im Spätwinter stabilisiert, kann dies mildere Luftmassen über Mitteleuropa begünstigen.
Europa im Frühling: Was die saisonalen Modelle zeigen
Saisonale Klimamodelle mehrerer internationaler Wetterzentren zeichnen derzeit ein ähnliches Bild für Europa. Die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Frühling liegt laut Modellrechnungen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Temperaturabweichungen von etwa einem halben bis eineinhalb Grad über dem klimatologischen Mittel gelten als möglich.
Für Mitteleuropa bedeutet das vor allem eine höhere Chance auf frühsommerliche Episoden bereits im Mai. Gleichzeitig bleibt das typische Frühlingsmuster erhalten: Hochdruckphasen mit viel Sonne können sich mit wechselhaften Westlagen abwechseln. Dann ziehen Atlantiktiefs durch, die Schauer und Gewitter bringen. Gerade warme Frühjahre neigen dazu, solche Gewitterlagen zu begünstigen.
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Der mögliche Wonnemonat Mai könnte 2026 stark zwischen Sonne und Gewitter schwanken
Sollten sich diese Trends bestätigen, könnte der Mai 2026 in Mitteleuropa deutlich freundlicher und wärmer ausfallen als in manchen kühlen Frühjahren der Vergangenheit. Tageshöchstwerte im Bereich von 18 bis 25 Grad wären dann häufig möglich, an einzelnen Tagen sogar frühsommerliche Spitzen darüber.
Gleichzeitig bleibt der Mai ein Übergangsmonat, in dem sich stabile Hochdruckphasen und gewittrige Wetterlagen abwechseln können. Auch ein kurzer Kälterückfall ist nie ausgeschlossen. Insgesamt deutet jedoch vieles darauf hin, dass der klassische Wonnemonat seinem Namen durchaus gerecht werden könnte. Für Natur, Freizeit und frühe Biergartenabende wären das jedenfalls gute Voraussetzungen.