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Eine Kolumne von Dominik Jung
Unwetter-Front trifft Deutschland: Trotz 60 Liter Regen und Sturzflut-Gefahr kein Dürre-Ende in Sicht
Wetterwende mit Wucht: Ab Montag rollen Unwetter mit Starkregen und Sturzflut-Gefahr über Deutschland. Vor allem der Süden bekommt es ab. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Nach dem heißen Maiauftakt-Wochenende mit Werten bis 28 Grad rollt ab Sonntagnachmittag (3. Mai) der große Wetterumschwung an. Ein Tiefausläufer zwischen England und Frankreich bringt von Westen die ersten kräftigen Schauer und Gewitter ins Land. Ab Montag (4. Mai) kippt‘s bundesweit – eine Gewitterlinie schiebt sich quer über Deutschland.
Doch der eigentliche Knall kommt am Dienstag (5. Mai) und Mittwoch (6. Mai): Das Tief dreht sich südlich der Linie Köln–Berlin quasi-stationär ein. Das ist meteorologisch die übelste Kombi, die man sich vorstellen kann – denn wenn so ein Tief erstmal festhängt, regnet es stundenlang über denselben Regionen.
Stürmisches Wetter zum Wochenstart: 40 bis 60 Liter Regen in 24 Stunden – lokal auch mehr
Die Modelle sind sich einig: Schwerpunkt der Niederschläge wird der Süden. In Baden-Württemberg und Bayern fallen verbreitet 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter, in den Staulagen am Schwarzwald, im Alpenvorland und an den Nordalpen sogar 40 bis 60 Liter binnen 24 Stunden. Lokal sind unwetterartige Mengen jenseits der 80er-Marke nicht ausgeschlossen. Aber auch weiter nördlich, etwa über Hessen, Rheinland-Pfalz, dem südlichen Nordrhein-Westfalen und Teilen Thüringens, sind örtlich kräftige Schauer und Gewitter mit Starkregen drin – nur eben nicht so flächig wie im Süden.
Klingt erstmal nicht wild? Dann muss man wissen: Auf den nach dem extrem trockenen April knochenharten Böden versickert davon kaum etwas. Das Wasser läuft oberflächlich ab – Sturzfluten in Hanglagen, vollgelaufene Keller in Senken und überflutete Straßen sind regional sehr wahrscheinlich.
In Deutschland selten, aber möglich: Die faszinierendsten Wetterphänomene
Bringt der Starkregen das Ende der Dürre-Periode? Leider nein
Und jetzt die schlechte Nachricht für alle Garten- und Landwirtschaftsfans: Auch wenn 60 Liter erstmal viel klingen – die monatelange Trockenheit lässt sich damit nicht wegspülen. Der April brachte deutschlandweit nur rund 25 Liter pro Quadratmeter, das sind erbärmliche 41 Prozent vom Soll. Im Norden und Osten bleibt es nächste Woche zudem sogar weitgehend trocken. Sprich: Der Regen kommt punktuell an, wo er am wenigsten hilft – als Sturzflut auf trockenes Land. Echte Tiefenfeuchte für Wälder, Felder und Grundwasser? Fehlanzeige.
Ab Donnerstag (7. Mai) beruhigt sich die Lage langsam, von Westen schiebt sich wieder Hochdruckeinfluss heran. Die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai werden nach aktuellen Modellen sogar mild – das ECMWF rechnet mit Werten bis zu 3 Grad über dem Schnitt. Frost ist somit eher unwahrscheinlich. Kurz: Erst der Knall, dann wieder Frühsommer.