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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Modell schlägt um – bittere Folgen für den Frühling befürchtet
Erst zeigte das Modell einen viel zu warmen Frühling, jetzt rudert es zurück: Droht Deutschland plötzlich doch ein Märzwinter? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Noch vor wenigen Wochen sah alles nach einem unspektakulär milden Übergang in den Frühling aus. Das NOAA-CFSv2 zeigte deutliche positive Temperaturabweichungen für März 2026, viele Prognosen sprachen von frühem Blütenstart statt Spätwinter. Doch mit den neuesten Läufen hat sich das Bild sichtbar verändert. Die warme Anomalie schrumpft, einzelne Ensembles rutschen sogar Richtung neutraler oder zeitweise kühler Szenarien.
Für Wetterfans ist das ein Signal, genauer hinzuschauen: Wenn ein Seasonal-Modell seine klare Richtung verliert, steigt meist die Unsicherheit der Großwetterlage. Genau diese wachsende Streuung lässt plötzlich wieder Raum für blockierende Hochdrucklagen über dem Nordatlantik oder Skandinavien, die kalte Luft nach Mitteleuropa lenken könnten.
Wetter-Prognose: Polarwirbel mischt die Karten neu
Ein entscheidender Faktor hinter dem Modell-Rückzieher ist die Entwicklung in der Stratosphäre. Der gestörte Polarwirbel schwächt den zonalen Westwind und erhöht die Chance auf meridionale Strömungsmuster. Solche Phasen führen statistisch häufiger zu späten Kälteepisoden, besonders wenn der Effekt mit Verzögerung in die Troposphäre durchschlägt.
Gleichzeitig bewegt sich ENSO Richtung neutral, wodurch der Jetstream weniger stabil geführt wird. Das Ergebnis ist kein sicherer Märzwinter, sondern eine dynamischere Atmosphäre. Wetterlagen wechseln schneller, Extreme werden wahrscheinlicher. Genau deshalb verlieren viele langfristige Modelle aktuell ihre klare Warm-Signatur und zeigen stattdessen ein chaotischeres Muster mit größeren Ausschlägen nach oben und unten.
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Was das jetzt für das Wetter in Deutschland bedeutet
Trotz der neuen Signale bleibt der Klimatrend mild, ein Dauerwinter im März ist statistisch weiterhin selten. Doch die Wahrscheinlichkeit für kurze, markante Kälterückfälle könnte in diesem Jahr höher liegen als zuletzt gedacht. Besonders Ost- oder Nordlagen mit Nachtfrost, Schneeschauern oder spätwinterlichen Überraschungen stehen wieder auf dem Radar.
Meteorologisch bedeutet es vor allem eins: mehr Spannung. Statt eines langweiligen Frühstarts in die warme Saison könnte der März 2026 eine echte Überraschung liefern, mit raschen Wechseln zwischen frühlingshaften Phasen und kalten Intermezzos, die Erinnerungen an frühere Märzwinter wachrufen. Vorher drohen aber Starkregen und Überschwemmungen in Deutschland.