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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

El Niño kehrt mit voller Wucht zurück – neue Studien warnen vor heißestem Jahr der Menschheitsgeschichte

Ein möglicher El Niño formiert sich im Pazifik – und könnte 2027 sämtliche Temperaturrekorde brechen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Mehrere aktuelle Studien internationaler Forschungsinstitute zeigen, dass sich im tropischen Pazifik erneut ungewöhnlich warme Meeresoberflächentemperaturen aufbauen. Klimamodelle deuten darauf hin, dass sich bis 2026/27 mit hoher Wahrscheinlichkeit ein El Niño mindestens mittlerer Stärke entwickeln könnte. Einige Analysen sprechen sogar von einem erhöhten Risiko für ein starkes Ereignis.

Das Jahr 2027 könnte wettertechnisch einiges auf den Kopf stellen.

Bereits die letzten ausgeprägten El-Niño-Phasen hatten die globale Durchschnittstemperatur deutlich nach oben getrieben. Da 2023 und 2024 ohnehin zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen gehörten, würde ein weiteres Ereignis auf einem bereits extrem aufgeheizten Klimaniveau aufsetzen. Laut Studien könnte genau diese Kombination 2027 an die Spitze der globalen Temperaturstatistik katapultieren.

El Niño formiert sich im Pazifik: Globale Hitzewellen und Wetterextreme drohen

Die wissenschaftlichen Untersuchungen betonen, dass El Niño weit mehr ist als ein regionales Phänomen. Durch die Freisetzung großer Wärmemengen aus dem Pazifik in die Atmosphäre verändern sich weltweit Luftströmungen und Niederschlagsmuster. Studien zeigen, dass dadurch in manchen Regionen Überschwemmungen wahrscheinlicher werden, während andere mit ausgeprägten Dürren rechnen müssen.

Gleichzeitig steigt das Risiko intensiver und langanhaltender Hitzewellen. Forschende warnen, dass sich Extremereignisse wie Waldbrände, Starkregen oder Ernteausfälle unter diesen Bedingungen häufen könnten. Ein neuer globaler Wärmerekord wäre deshalb kein isoliertes Signal, sondern Teil eines umfassenden Musters zunehmender Klimaextreme.

Beeinflusst Wetter weltweit: Klimawandel als Verstärker des Phänomens

Besonders besorgniserregend ist laut mehreren Studien der Verstärkungseffekt durch den menschengemachten Klimawandel. Die globale Basistemperatur liegt heute deutlich höher als noch vor wenigen Jahrzehnten. Wenn ein El Niño zusätzliche Wärme in die Atmosphäre einspeist, geschieht dies auf einem bereits erwärmten Fundament. Einige wissenschaftliche Arbeiten kommen zu dem Schluss, dass starke El-Niño-Ereignisse unter diesen Bedingungen intensiver ausfallen oder häufiger auftreten könnten. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen, wäre 2027 womöglich nicht nur ein Ausreißer, sondern ein Vorgeschmack auf eine neue Phase dauerhaft erhöhter globaler Temperaturspitzen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Adrián Irago

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