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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Umschwung steht bevor – Mai-Modelle werden immer eindeutiger
Hoch Uli schenkt uns noch strahlenden Frühling, doch schon bald wird es wirklich brenzlig. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Noch liegen wir bequem unter der Schutzkuppel von Hoch Uli. Die Omega-Struktur zwischen den Britischen Inseln und Skandinavien blockiert jede Westwetterlage und beschert uns diesen goldenen Spätapril, über den sich wirklich niemand beschweren kann. Doch nach meiner Einschätzung kippt das Muster ausgerechnet zum Monatswechsel.
Die NOAA-Prognose für den Mai 2026: Im Westen und Süden werden deutlich mehr Niederschläge als „normal“ erwartet. Ein Signal für Starkregen oder gar Hochwassergefahr?
Über Osteuropa wird ein Höhentief vom Steuerungshoch abgeschnürt, ein klassischer Kaltlufttropfen. Der könnte nach dem 1. Mai Kurs auf Deutschland nehmen. Kein Weltuntergang, aber der erste deutliche Dämpfer für den vermeintlich gesicherten Frühling.
Eisheilige mit echtem Biss: Der große Wetter-Umschwung steht bevor
Was danach folgt, zeichnen CFSv2, NASA und das europäische ECMWF verblüffend einheitlich: unter dem Strich ein zu warmer Mai mit 1 bis 2 Grad über dem alten Klimamittel 1961 bis 1990. Bezogen auf die modernere Referenzperiode 1991 bis 2020 bleibt davon nur ein Wert im oberen Normalbereich übrig. Klimaerhitzung macht eben auch Statistik. Richtig spannend wird es zwischen dem 8. und 18. Mai.
Wetter-Prognose: Zwölf uralte Bauernregeln, auf die Generationen schwören
Der Polarwirbel steht vor seinem Final Warming, die Nordmeere sind noch empfindlich kühl, und genau das begünstigt einen meridionalen Vorstoß arktischer Luftmassen. Die Eisheiligen 2026 dürften also nicht der übliche Bauernkalender-Mythos bleiben. Nachtfröste im Binnenland, Schneeregen über den Mittelgebirgen, das alles ist leider realistisch drin. Im Sommer soll es laut aktuellen Wetter-Prognosen dann aber extrem heiß werden. Wie sich ein El-Nino-Ereignis auf Deutschland auswirken könnte, bleibt allerdings fraglich.
Pfingsten heiß, aber die Atmosphäre ist geladen
Ab der dritten Maidekade dreht der Wind. Der Sonnenstand nähert sich bereits dem Hochsommer, und sobald das subtropische Hoch Richtung Mitteleuropa ausgreift, sind Sommertage über 25 Grad realistisch, pünktlich zu Pfingsten am 24. Mai. Aber jetzt der entscheidende Haken: Warme Luft speichert pro Grad Erwärmung rund sieben Prozent mehr Wasserdampf. Zusammen mit der Energiedifferenz zu den noch kalten Meeren wird die Atmosphäre zum Pulverfass.
Schwergewitter mit Sturzflut-Potenzial passen exakt ins Muster, zumal blockierte Großwetterlagen in den vergangenen Jahren genau solche Katastrophen ausgelöst haben. Der Mai 2026 wird wonnig, ja. Aber er hat Zähne.
Gartenparty, Hochzeit oder Openair – Wetter-Risiko feiert mit
Wer im Mai eine Gartenparty, eine Hochzeit oder ein Openair plant, sollte lieber zwei Szenarien in der Schublade haben. Die erste Maihälfte läuft wahrscheinlich ruppig, die zweite strahlend, mit der ständigen Gefahr, dass aus Schönwetter binnen weniger Stunden ein Unwetter wird. Regenjacke neben die Sonnencreme legen. Das ist dieses Jahr keine Floskel, sondern ein Gebot der meteorologischen Vernunft.