Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Das überraschende Wetter-Phänomen hinter den extremen Temperaturunterschieden
Tagsüber fühlt sich der März plötzlich wie Frühling oder sogar Frühsommer an. Doch sobald die Sonne untergeht, kommt der Winter zurück. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Der März sorgt derzeit für immer neue Tagesrekorde. In vielen Regionen steigen die Temperaturen am Nachmittag ungewöhnlich stark an und erinnern eher an April oder sogar Mai. Die kräftige Frühlingssonne erwärmt den Boden inzwischen deutlich stärker als noch im Winter. Gleichzeitig sind die Luftmassen oft trocken und der Himmel bleibt wolkenarm. Dadurch kann sich die Luft tagsüber rasch aufheizen.
Diese Kombination führt dazu, dass die Höchsttemperaturen ungewöhnlich hoch ausfallen und teilweise neue Rekordwerte erreichen. Dennoch wirkt das Wetter in den frühen Morgenstunden völlig anders – fast so, als würde der Winter noch einmal zurückkehren.
Wetter zwischen Frühling und Frost: Das März-Paradox
Der entscheidende Grund liegt in der Jahreszeit. Anfang März sind die Nächte noch sehr lang, teilweise mehr als zwölf Stunden. Sobald die Sonne untergeht, verliert der Boden kontinuierlich Wärme durch Ausstrahlung in den klaren Nachthimmel. Fehlen Wolken, wirkt der Himmel wie ein offenes Fenster ins Weltall: Die Wärme entweicht nahezu ungebremst. Gleichzeitig ist die Luft im Frühling häufig trocken, wodurch sich die Abkühlung zusätzlich verstärkt. Andere Regionen Europas haben mit einer extrem dichten Saharastaubwolke zu kämpfen. Auch in Deutschland dürfte das Wetter-Phänomen gegen Ende der Woche zuschlagen – begleitet von ungewöhnlich milder Luft aus Süden.
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Ohne Wind und ohne Wolken kann die Temperatur deshalb schnell sinken. Selbst wenn am Nachmittag milde oder sogar warme Werte erreicht wurden, reicht eine klare Nacht aus, damit die Temperatur wieder bis in den Frostbereich fällt.
Große Temperaturunterschiede sind typisch für den Frühling
Solche starken Unterschiede zwischen Tag und Nacht sind im Frühling meteorologisch völlig normal. Während die Sonne bereits viel Energie liefert, befindet sich der Boden noch im „Wintermodus“. Er hat über Monate hinweg Kälte gespeichert und gibt diese nur langsam ab.
Deshalb reagiert die Atmosphäre tagsüber schnell auf Sonneneinstrahlung, kühlt nachts aber ebenso rasch wieder aus. Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen bei stabilen Hochdrucklagen mit klaren Nächten. Genau dann entstehen die größten Temperaturspannen des Jahres: milde oder warme Nachmittage – und gleichzeitig frostige Morgenstunden.
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