Chronologie einer Jagd

Abdul B. war monatelang im Visier der Behörden – dann ging alles ganz schnell

Mit einem Transporter rast er in die Menge, dann greift er mit der Machete an – eine Frau stirbt. Keine 24 Stunden später ist auch der Täter tot.

Am Samstagabend, dem 26. Juli 2026, fuhr ein 21-jähriger Mann im Berliner Tiergarten mit einem Transporter in eine Menschenmenge am Rande des Christopher-Street-Days. Anschließend griff er weitere Passanten mit einer Machete an. Eine Frau starb, 29 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Täter: Abdul B., in Deutschland geboren, libanesischer Hintergrund – und den Behörden längst bekannt. Er hatte versucht, sich dem Islamischen Staat anzuschließen, saß drei Monate in Haft im Libanon und wurde im November 2025 am Berliner Flughafen BER festgenommen.

Jugendstrafe, Bewährung, Freiheit – und dann der Anschlag

Nach seiner Festnahme am BER verurteilte ein Berliner Schöffengericht Abdul B. zu 22 Monaten Jugendstrafe – unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Das Gericht wandte Jugendstrafrecht an und ging von Reifeverzögerungen aus. Den Haftbefehl hob es auf. Die Generalstaatsanwaltschaft legte Berufung ein und forderte eine härtere Strafe – das Urteil war bis zu seinem Tod nicht rechtskräftig. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nannte die Bewährungsentscheidung „nicht nachvollziehbar“. Terrorismusexperte Peter Neumann sagte im ZDF, das deutsche Terrorstrafrecht sei im europäischen Vergleich zu milde – besonders das Jugendstrafrecht stelle den Erziehungsgedanken über den Schutz der Öffentlichkeit. Mehr Informationen zur gescheiterten Festnahme, zeigt das Video.

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