Berlin gedenkt der CSD-Opfer
Gebäude strahlt in Regenbogenfarben – Tausende versammeln sich am Brandenburger Tor
Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD versammelten sich tausende Menschen am Brandenburger Tor. Das Wahrzeichen strahlte in Regenbogenfarben.
Einen Tag nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat die Stadt öffentlich getrauert. Am Sonntagnachmittag versammelten sich nach Angaben der Veranstalter bis zu 10.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor sowie am Tatort im Tiergarten. Die Teilnehmenden legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und hielten eine Schweigeminute ab. Auf Transparenten war zu lesen: „Hass ist tödlich“ und „Wir werden weiterkämpfen, wir werden tanzen.“ Bundeskanzler Friedrich Merz nahm an einem Trauergottesdienst in der Berliner Marienkirche teil und legte anschließend am Tatort Blumen ab. Er wandte sich direkt an die queere Gemeinschaft: „Lassen Sie sich, lassen wir uns nicht einschüchtern.“ Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Tat als „Angriff auf unsere offene Gesellschaft“. Der mutmaßliche Attentäter wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz tödlich verletzt.
Ein Zeichen der Solidarität in der Nacht
Am späten Abend wurde das Brandenburger Tor in Regenbogenfarben angestrahlt. Auf Berlins bekanntestem Wahrzeichen leuchtete der Schriftzug „Berlin, Stadt der Freiheit“. Der Zulauf zur Kundgebung war zeitweise so groß, dass die Polizei den Zugang zum Pariser Platz einschränken musste. Auch in Potsdam ist für Montagnachmittag eine Gedenkveranstaltung auf dem Alten Markt geplant – unter dem Motto „Gemeinsam. Für Vielfalt. Gegen Hass.“ Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner betonte, die CSD-Strecke selbst sei von der Polizei abgesichert gewesen. Die Ermittlungen zu Hintergründen und möglichen Versäumnissen im Vorfeld dauern an. Wie die Trauerkundgebung am Brandenburger Tor verlief und wie die Menschen in Berlin auf den Anschlag reagierten, zeigt das Video.
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