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Wetter

Eisheilige 2026: Wer jetzt zu früh pflanzt, riskiert eine böse Überraschung

Blühender Kirschbaum. Zu sehen ist ein Teil eines Astes mit viele weißen Blüten.
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Blühender Kirschbaum.

Das Wetterphänomen „Eisheilige“ beschäftigt jedes Jahr im Mai Gärtner und Landwirte. Alte Gartenweisheiten leiten sich aus dem erwarteten Kälteeinbruch ab. Sie gelten laut Experten trotz des Klimawandels bis heute.

Das frühsommerliche Wetter zu Beginn des Monats dürfte erst einmal vorbei sein. Es geht auf Mitte Mai zu, die Temperaturen kippen, die Nächte werden wieder frostig und Gärtner blicken nervös auf ihre Beete. Jahr für Jahr markieren die Tage vom 11. bis 15. Mai ein Wetterphänomen, das seit Jahrhunderten als die „Eisheiligen“ in Bauernregeln überliefert ist.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und die kalte Sophie (15. Mai) erinnern an Bischöfe und Märtyrer aus dem dritten bis fünften Jahrhundert, die wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt wurden. Die Namen stehen im ökumenischen Heiligenkalender: „Die Heiligen mit ihren Taten haben mit den daraus abgeleiteten Weisheiten für den Pflanzenanbau jedoch nichts zu tun“, sagte der Landeskirchliche Beauftragte für den ländlichen Raum der Evangelischen Landeskirche in Baden (Karlsruhe), Peter Schock, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Der Wetterumschwung mit polarer Luft im Mai kommt freilich selten pünktlich. „Es kann auch Ende Mai noch Spätfröste geben“, weiß der Pfarrer, der selbst Landwirt ist, und ja, auch die „Schafskälte“ um den 11. Juni an St. Barnabas sei eine dieser meteorologischen Singularitäten, wenn es trotz Sommerklima plötzlich sehr kalt wird.

„An den Bauernregeln ist was dran“

Die Ungenauigkeit der „Eisheiligen“ ist nicht zuletzt auf die Kalenderreform 1582 zurückzuführen, als der gregorianische den julianischen Kalender ablöste. Dadurch entstand eine Differenz bei der Datierung der „Eisheiligen“ von etwa zehn Tagen. Der ursprüngliche Zeitpunkt, an dem die kühle Polarluft nach Mitteleuropa strömte, hat sich somit kalendarisch nach vorn - vom 20. bis 25. Mai auf den 11. bis 15. Mai - verschoben.

Sätze wie „Die kalte Sophie macht alles hie“ oder „Pflanze nie vor der kalten Sophie“ wurden früher allgemein beherzigt. Sie bezogen sich auf den 15. Mai, den Tag der heiligen Sophia. Doch treffen die alten Weisheiten heute überhaupt noch zu? „An den Bauernregeln ist was dran“, sagt Schock. „Man kann nicht die Uhr danach stellen, aber sie stimmen“, ist er überzeugt. Gerade in wärmeren Regionen wie dem Kaiserstuhl in Südbaden oder dem Fränkischen Seenland in Mittelfranken sind die „Eisheiligen“ mehr als Folklore.

Für Landwirte und Hobbygärtner bekommen die alten Bauernregeln praktische Bedeutung. Wer zu früh Tomaten, Paprika oder Basilikum ins Beet setzt, geht nach Ansicht von Lutz Popp, Gartenbauexperte vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege (BLGL), ein unnötiges Risiko ein. Nachtfröste könnten frostempfindliche Jungpflanzen innerhalb weniger Stunden dauerhaft schädigen. Mit Blick auf deren meteorologischen Kern empfiehlt Popp, die Eisheiligen durchaus als Orientierung für den Pflanztermin zu nutzen.

Wer nach den Eisheiligen pflanzt, hat keinen Nachteil

Auch Balkonpflanzen wie Geranien oder Petunien vertragen keine Temperaturen um den Gefrierpunkt und sollten erst nach Mitte Mai dauerhaft ins Freie. Gerade bei Tomaten zeige sich jedes Jahr, wie schnell ein früher Pflanztermin zum Problem werden kann, sagt Popp und ergänzt: „Wer nach den Eisheiligen pflanzt, hat meist keinen Nachteil. Im Gegenteil: Die Pflanzen entwickeln sich bei stabileren Temperaturen oft schneller und gleichen einen vermeintlichen Vorsprung eher erfolgter Pflanzungen rasch wieder aus.“

Durch den Klimawandel sei die alte Bauernregel nicht obsolet geworden, teilte der Landesverband für Gartenbau und Landespflege mit. Wärmere Frühjahre führten zwar dazu, dass viele Pflanzen früher austrieben. Das Risiko für späte Kälteeinbrüche verschwinde dadurch jedoch nicht. Eine Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von 2023 zeige, dass die Wahrscheinlichkeit für Spätfrostschäden in den vergangenen Jahrzehnten sogar gestiegen sei.

Doch Gartenvlies und Folienhauben ermöglichen es heute dem Hobbygärtner, schon vor den „Eisheiligen“ auch kälteempfindliche Pflanzen zu setzen. Landwirte kommen dank Gewächshäusern und beheizbaren Folientunneln schon im April mit Erdbeeren, Spargel und frischem Gemüse auf den Markt.

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