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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Jetzt rauschen die Temperaturen nach oben – doch wichtige Wetter-Frage bleibt weiter offen
Der Mai startet mit Sommerwetter und bis zu 28 Grad. Doch die Trockenheit bleibt ein Problem – und die Eisheiligen lauern. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Wer sich für das verlängerte Wochenende ab dem 1. Mai etwas vorgenommen hat, kann sich freuen: Über Mitteleuropa baut sich ein klassisches Omegahoch auf, dessen Kern direkt über Deutschland liegt. Damit ruht die Luftmasse, der Himmel bleibt weitgehend wolkenfrei, und die Sonne hat im Mai schon richtig Kraft.
Am Samstag (2. Mai) ist es für die Jahreszeit deutlich zu warm – die Temperaturen liegen regional um 10 Grad über den üblichen Werten für die aktuelle Jahreszeit.
Am Freitag sind verbreitet 22 bis 26 Grad drin, am Samstag und Sonntag werden in der Westhälfte sogar 27 oder 28 Grad realistisch. Allerdings: Mit der einströmenden feucht-warmen Luft aus Südwest steigt zum Sonntag (3. Mai) auch das Gewitterrisiko deutlich an, vor allem im Westen und Südwesten. Wer grillen oder ins Freibad will, sollte einen Blick aufs Wetter-Radar nicht vergessen.
Sommer-Wetter im Mai: Ungewöhnlich, aber nicht außergewöhnlich
Klimatologisch liegen die Höchstwerte Anfang Mai bundesweit irgendwo zwischen 17 und 19 Grad – die nun erwarteten 28 Grad sind also rund zehn Grad über dem langjährigen Mittel. Trotzdem: Eine echte Seltenheit ist solch ein Frühsommer-Auftakt nicht mehr. In den vergangenen Jahren – mit Ausnahme des unterkühlten Mais 2021 – ist der Wonnemonat überdurchschnittlich warm gestartet, und der Klimawandel verschiebt das Spektrum dessen, was wir noch als „normal“ einordnen. Ein Sommertag mit 25 Grad in der ersten Maiwoche ist heute kein Ausreißer mehr, sondern eine Wetter-Lage, die sich häuft. Auffälliger als die Wärme ist eigentlich der trockene Hintergrund, vor dem sie auftritt.
Eisheilige in Lauerstellung – aber zahnlos?
Bleibt die Frage, die alle umtreibt: Kommt das dicke Ende noch? Die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai sind statistisch ohnehin schon abgemildert; echte Spätfröste in der Fläche gibt es nur noch selten, meist in den Mittelgebirgen oder in klaren Nächten über Mooren und Tälern.
Wetter-Prognose: Zwölf uralte Bauernregeln, auf die Generationen schwören
Die Wetter-Modelle sind aktuell uneins: Das ECMWF rechnet für die Mitte und den Süden weiter mit milden Werten, während das amerikanische GFS einen Trogvorstoß aus Norden andeutet, der die Werte rasch auf zehn bis 15 Grad drücken könnte. Sicher ist bislang nur eines: Die anhaltende Trockenheit – im April wurden gerade einmal rund 40 Prozent des Niederschlagssolls erreicht – wird uns auch in die erste Maihälfte begleiten. Der Sommervorgeschmack hat seinen Preis.