80 Prozent der Flüge fallen aus
Nach Warnstreiks: Flughafen rechnet am Samstag mit weitgehend normalem Betrieb
Flughafen München – Reisende dürfen am ersten Ferientag am Münchner Flughafen wieder auf verlässliche Flüge hoffen. Auf Bayerns Straßen dürfte es dagegen voll werden.
Update, 8.45 Uhr – Flughafen rechnet am Samstag mit weitgehend normalem Betrieb
Nach zweitägigem Warnstreik und hunderten gestrichenen Flügen dürfen Reisende am Münchner Flughafen am Samstag wieder auf einen weitgehend normalen Betrieb hoffen. „Die Fluggesellschaften werden ihre Flüge planmäßig durchführen“, sagte ein Sprecher des Flughafens. „Wir gehen von einem weitgehend regulären Flugbetrieb aus.“
Am Flughafen dürfe dann nach zwei Tagen weitgehendem Stillstand und zum Beginn der bayerischen Faschingsferien wieder einiges los sein. Derzeit seien gut 800 Flugbewegungen geplant, sagte der Flughafen-Sprecher. Einige Fluggesellschaften hätten ihre Passagiere teilweise auf Samstag umgebucht und wollten auch größere Flugzeuge einsetzen.
Wer mit dem Auto in den Winterurlaub starten will, sollte am Samstag dagegen etwas mehr Zeit einplanen als normalerweise benötigt. Geduld sei vor allem auf den Strecken in die und aus den südlichen Ski- und Urlaubsregionen gefragt, teilte der ADAC mit. Grund ist der Ferienbeginn in Bayern und Teilen Baden-Württembergs sowie das Ferienende in Sachsen, dem Saarland und Teilen der Niederlande.
++ Donnerstag (27. Februar) ++
Update, 6.04 Uhr – 80 Prozent der Flüge in München fallen aus
Wegen eines zweitägigen Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi werden am Münchner Flughafen am Donnerstag und Freitag über 80 Prozent der Flüge ausfallen. Die Flughafengesellschaft FMG informierte die Passagiere über die annullierten Flüge auf ihrer Webseite. Geschlossen werden soll der Flughafen jedoch nicht.
Mehrere Fluggesellschaften annullierten erste Flüge schon am Mittwochabend, bevor der Warnstreik überhaupt begonnen hatte, wie dem Flugplan der FMG zu entnehmen ist. So sollten unter anderem Flüge nach Bilbao und Warschau ausfallen.
Für Donnerstag und Freitag waren am zweitgrößten deutschen Flughafen jeweils rund 830 Starts und Landungen geplant. In absoluten Zahlen entspricht eine Streichung von 80 Prozent der Flüge, dass an den beiden Tagen voraussichtlich über 1.300 Maschinen nicht wie vorgesehen starten oder landen werden.
Diese Zahl könnte sich jedoch noch erhöhen: „Weitere Annullierungen sind nicht ausgeschlossen“, schrieb der Flughafen. Der Warnstreik soll offiziell am Donnerstag um 24 Uhr beginnen und am Freitag um 24 Uhr enden. Der Samstag ist der erste Tag der bayerischen Faschingsferien.
++ Mittwoch (26. Februar) ++
Update, 5.30 Uhr – Großteil der Flüge wird annulliert
Kurz vor Beginn des Warnstreiks am Flughafen München zeichnet sich ab, dass die Arbeitsniederlegungen massive Auswirkungen auf den Betrieb haben werden. Rund 1600 Flüge wären am Donnerstag und Freitag geplant. Aber die Airlines werden „voraussichtlich den größten Teil“ davon absagen – das hat die Flughafen München GmbH mitgeteilt.
Sie rät Passagieren, sich frühzeitig bei der jeweiligen Fluggesellschaft über den Status des Fluges zu informieren und im Fall der Annullierung gar nicht erst zum Flughafen zu kommen.
++ Mittwoch (26. Februar) ++
Erstmeldung
Der Arbeitskampf beginnt am Donnerstag um 0 Uhr und soll am Freitag um 24 Uhr enden. Verdi bestreikt damit alle Bereiche, in denen der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gilt oder angewandt wird. Besonders betroffen sind Sicherheitskontrollen sowie die Bodenabfertigung – darunter das Be- und Entladen von Gepäck sowie das Ein- und Aussteigen der Passagiere.
Verdi-Sprecherin Manuela Dietz betonte: „Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit und Zuverlässigkeit des Luftverkehrs. Doch die steigende Arbeitsbelastung und der anhaltende Personalmangel machen die Situation für die Beschäftigten zunehmend unerträglich.“
Massiver Flugausfall erwartet
Fluggäste müssen sich auf einen drastisch reduzierten Flugplan und erhebliche Verspätungen einstellen. Der Flughafen München rechnet an den beiden Streiktagen mit insgesamt rund 830 geplanten Flugbewegungen. Wie viele davon tatsächlich stattfinden, ist laut Flughafensprecher noch unklar: „Eine Prognose zur Streikbeteiligung und den exakten Auswirkungen auf den Flugbetrieb kann derzeit nicht abgegeben werden.“
Reisende sollten sich unbedingt bei ihrer Airline über den Status ihres Fluges informieren. Wird ein Flug annulliert, raten Flughafensprecher und Airlines dringend davon ab, zum Airport zu kommen. Stattdessen sollen Passagiere die Buchungswebseiten oder Hotlines der Fluggesellschaften nutzen.
Lufthansa warnt vor massiven Streichungen
Die größte Airline in München, Lufthansa, hat ihre Kunden bereits auf den bevorstehenden Streik vorbereitet. „Es wird zu Flugstreichungen und Verzögerungen im Flugplan der Lufthansa Group von und nach München kommen“, heißt es in einer Mitteilung auf der Website der Airline.
Betroffene Passagiere werden von der Lufthansa direkt informiert. Damit die Nachricht ankommt, empfiehlt das Unternehmen, die hinterlegten Kontaktdaten zu überprüfen. Zudem bietet Lufthansa kostenfreie Umbuchungen auf frühere Flüge bis Mittwochabend oder kostenlose Stornierungen an.
Hintergründe: Verdi fordert höhere Gehälter und mehr freie Tage
Mit dem Warnstreik will Verdi in der laufenden Tarifrunde mit Bund und Kommunen den Druck erhöhen. Die Gewerkschaft fordert:
- Acht Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 350 Euro mehr pro Monat
- Drei zusätzliche freie Tage
- Höhere Zuschläge für besonders belastende Berufe, wie im Gesundheitssektor
Die Arbeitgeberseite hält diese Forderungen für nicht finanzierbar und hat bislang kein Angebot vorgelegt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 14. und 15. März angesetzt.
Reisende müssen also weiterhin mit kurzfristigen Streiks und Einschränkungen im Luftverkehr rechnen. Wer an den Streiktagen fliegen muss, sollte sich unbedingt vorab bei der Airline informieren und gegebenenfalls Alternativen prüfen. (mh)